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Lübeck Knöllchen-Ärger nach MuK-Konzert
Lokales Lübeck Knöllchen-Ärger nach MuK-Konzert
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13:48 29.07.2017
Übliches Bild am Abend: Die Pkw-Stellplätze sind belegt, der Busparkplatz ist so gut wie frei. Da wäre doch eine andere Lösung möglich. Quelle: Foto: Sabine Risch

Wie der 70-jährige Scharbeutzer Rainer Bösel. Jahrelang ging das gut.

Doch vergangenen Freitag, beim Preisträgerkonzert des Bernstein-Awards, lief es schief. Als Bösel und andere Besucher nach 23 Uhr vom Konzert beseelt zu ihren Autos gingen, verteilten Polizisten Strafzettel. Was ihn ziemlich auf die Palme brachte. „Wir alle sollten bestrebt sein, dass die sanierte, wunderbare MuK möglichst viele gutbesuchte Events bieten kann“, ist Rainer Bösels Auffassung. „Das erfordert aber auch das Vorhalten der nötigen Parkflächen. Hier ist die Stadt gefordert.“

Dass die Aktion der Polizei rein rechtlich in Ordnung ist, weiß auch Wolfgang Burst aus Hamberge, ein weiterer Betroffener des besagten Abends. Er vermutet Methode hinter dem nächtlichen „Knöllchen“-Schreiben. „Offensichtlich ist ein solches Großkulturereignis eine sichere Einnahmequelle für die verarmte Stadtkasse“, sagt Burst. „Festival-Besucher, gerade von außerhalb, dürften wenig Verständnis für eine solche Abzocke haben.“

Dabei war an jenem Abend nicht der Ordnungsdienst der Stadt, der üblicherweise den ruhenden Verkehr überwacht, im Einsatz. Stadtsprecherin Valessa Glisovic weist nur darauf hin, dass es sich bei dem Busparkplatz an der MuK um einen öffentlichen Parkplatz handele, „auf dem die Regeln der Straßenverkehrsordnung gelten und der eine Beschilderung aufweist, die lediglich das Parken für Busse zulässt. Parkende Pkw verstoßen demnach gegen die geltende Straßenverkehrsordnung und werden mit einem Verwarngeld geahndet.“ Und da kommt die Polizei ins Spiel. „Wir sind im Rahmen der Streife gehalten, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufzuschreiben“, sagt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Häufig beschwerten sich auch Busfahrer darüber, dass sie durch Pkw behindert würden. Von Böswilligkeit oder einer gezielten Aktion könne nicht die Rede sein, so Gerlach.

Den ertappten Falschparkern nutzt es auch nichts, dass sie auf eine Art „Gewohnheitsrecht“ verweisen. Motto: „Wir parken immer da, es ist noch nie was passiert.“

In der MuK ist das Thema auch bekannt, gleich am Montag wurde über den Vorfall vom Wochenende gesprochen. „Wir möchten natürlich, dass unsere Besucher entspannt ins Konzert gehen können“, sagt MuK-Sprecherin Gesa Lüdeke. „Aber natürlich kann es nicht unsere Aufgabe sein, Parkplätze für alle zur Verfügung zu stellen.“ Auch Lüdeke weiß, dass der Busparkplatz vor allem dann belegt ist, wenn die Tagestouristen in Lübeck weilen, also tagsüber. „Wir müssen uns einmal schlau machen, vielleicht wäre es ja möglich, abends das Parken für Pkw auf dem Busparkplatz freizugeben.“

Das wäre ganz im Sinne von Rainer Bösel: „Ich würde mir wünschen, dass eine vernünftige Lösung zwischen Stadt und MuK gefunden wird.“ Wie viel die ertappten Falschparker nun eigentlich zahlen müssen, wissen sie noch nicht: Das sollen sie laut Ordnungswidrigkeiten-Anzeige innerhalb von zwei Wochen erfahren.

Sabine Risch

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