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Lübeck Koberg-Sperrung: Waghalsige Wendemanöver in der Innenstadt
Lokales Lübeck Koberg-Sperrung: Waghalsige Wendemanöver in der Innenstadt
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18:20 26.07.2016
Nichts geht mehr: Über den Koberg kann kein Auto mehr fahren. Dafür sorgt Maik Odamietz, der Absperrungen aufstellt. Quelle: Fotos: Kröger (2), Di Fusco

Daher gibt es Stau rund um die Innenstadt. In der kleinen Straße Brückenweg steht Blech an Blech. Untertrave, Kanalstraße und Hafenstraße – dort stockt der Verkehr. Denn auch der Sandberg wird saniert – und die Possehlbrücke ist einseitig gesperrt. Lübecks Autofahrer stehen im Stau.

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Keine Durchfahrt über die Altstadtinsel – Stau auf Brückenweg, Untertrave, Kanalstraße.

Und auf der Altstadtinsel? Wagemutige Wendemanöver sind an der Tagesordnung. So brettert das Taxi munter über den gesperrten Koberg. Offenbar ist der Fahrer an der Absperrung in der Breiten Straße vorbei, muss nun aber vis-à-vis vor dem Heiligen-Geist-Hospital stoppen – und wenden. Dann geht es durch die kleine Straße am Koberg in die Große Burgstraße. „Es braucht Zeit, bis sich die Autofahrer auf die Situation einstellen“, sagt Stadtsprecherin Nicole Dorel.

Die Baumaßnahme dauert bis 18. September. Kosten: 510000 Euro. Das Kopfsteinpflaster wird entfernt – und durch Flüsterasphalt ersetzt. Die Entsorgungsbetriebe (EBL) nutzen die Gelegenheit und buddeln ebenfalls – an der Ecke Breite Straße/Beckergrube, direkt vor dem Telekom-Glaswürfel. Dauer: zwei Wochen. Kosten: 30 000 bis 50000 Euro. Die Arbeiten der EBL stehen im Zusammenhang mit dem Neubau des Parkhauses Wehdehof, das in der Nähe errichtet wird. Die EBL verfüllt stillgelegte Rohre mit einer betonartigen Masse, damit sie nicht einbrechen und der Boden dadurch absackt. So gibt es auch dort kein Durchkommen.

Doch das Sperrschild an der Beckergrube auf Höhe der Kreuzung Schüsselbuden stört den Fahrer des dicken Autos mit HL-Kennzeichen nicht. Er fährt direkt vor die Absperrung, wendet und hat einen kostenfreien Parkplatz mitten in der City. Kreatives Fahren ist angesagt. Diese Absperrung sorgt auch auf der anderen Seite in Richtung Breite Straße für spektakuläre Szenen: Der Lastwagenfahrer steckt mit seinem langen Gefährt fest – direkt neben der Sparkasse. Die Fischergrube ist er hochgefahren – doch nach links geht es nicht. Da ist der Koberg – und gesperrt. Doch nach rechts geht es auch nicht. Da arbeitet die EBL. Also wendet der Mann seinen großen Laster auf der schmalen Straße. Drei, vier Minuten dauert’s – dann rollt er die Fischergrube wieder hinunter. Die ist eigentlich Einbahnstraße – doch diese Regel ist aufgehoben. Sie ist in beide Richtungen befahrbar. „Eine bessere verkehrliche Abwicklung ist leider nicht umsetzbar“, so Dorel.

Kaum anders ergeht es dem Fahrer eines schweren Lasters in der Engelsgrube. Sein großes Gefährt steckt in der engen Gasse fest, denn oben steht eine Straßensperre. Da muss der Fahrer mit dem Laster rückwärts runterrollen. Warum sind Engels- und Fischergrube nicht direkt an der Zufahrt von der Untertrave gesperrt? „Durch die Rippenstraßen dürfen sowieso nur die Anwohner fahren und der Lieferverkehr“, sagt Dorel. Die Anlieger seien informiert. Die Stadt gehe davon aus, dass diese die Sperrung an ihre Zulieferer weiterleiten.

Und in der Großen Burgstraße? Dort entwickelt sich der Platz vor Penny zum Wendehammer. Lübecker, Ostholsteiner, Franzosen oder Schweden – sie alle fahren in die Große Burgstraße und kommen am Koberg nicht weiter. Am Gustav-Radbruch-Platz gibt es keinen Hinweis auf die Sperrung. Erst Hinter der Burg steht ein Sackgassen- Schild – aber da ist man schon drin in der Großen Burgstraße.

Betroffen von der Koberg-Sperrung sind täglich auch 413 Busse, die eine andere Route fahren. Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke: „Alles läuft reibungslos.“

 Josephine von Zastrow

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