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21:10 20.05.2017
Annett und Peter Gaswindt heißen die Gäste in ihrem „Lübecker Krönchen“ willkommen. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat (3), Holger Kröger
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St. Lorenz Nord

Wenn die Aussichten auch noch so düster sind, wichtig ist doch, wie es im Inneren aussieht. Und dort strahlt das ehemals „Schlösschen Bellevue“

Ende Mai öffnet ein Hotel im ehemaligen Schlösschen Bellevue – Jetzt wurde es offiziell eingeweiht.

genannte Anwesen aus voller Kraft.

Seit Freitag ist das Rokoko- Schloss in der Einsiedelstraße offiziell ein Hotel; und trägt den neuen Namen „Lübecker Krönchen“. Dass die Eigentümer und erfahrenen Hoteliers Annett und Peter Ganswindt das Schlösschen von seiner alten Bezeichnung befreit haben, ist angesichts seiner Umgebung nur verständlich. Blickt man aus den historischen Fenstern zur Straßenseite hinaus, folgen die Augen vorbeirauschenden Lastern oder verweilen auf dem dahinterliegenden Parkplatz. Zur anderen Seite bietet sich dem Betrachter der anregende Anblick einer graubraunen Wand. Sie ist Teil einer ehemaligen Werkhalle der Firma Orenstein und Koppel.

Im Inneren aber erzählt das einstige Sommerhaus des Lübecker Kaufmanns Hieronymus Küsel noch immer vom Reichtum und Selbstwertgefühl seines ersten Herrn. Der seinerzeit wohl reichste Bürger der Stadt ließ das Rokoko- Anwesen 1756 von dem berühmten Baumeister Johann Adam Soherr bauen. Das „Küselsche Palais“ bestach durch Travezugang, französischen Garten und Altstadtblick. „Man hatte hier mit allem geprotzt, was zur damaligen Zeit ,möglich war“, erzählt Festredner Björn Engholm am Freitag im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier mit geladenen Gästen. Küsel lebte in einem Prunk, so mächtig, dass er die Jahrhunderte und wechselnden Eigentümer nicht gänzlich, aber doch eindeutig überdauert hat.

Für rund 400000 Euro – zuzüglich zum Kaufpreis – hat das Ehepaar Ganswindt das von der Lübecker Familie Arnold zuletzt als Wohnhaus genutzte Anwesen ein ganzes Jahr lang zu dem Hotel umgebaut, das es jetzt ist. Und wie ist es? „Zauberhaft“, meint Birgit Arnold, die zur Einweihung noch einmal ihr altes Zuhause mit Ehemann Henrik Arnold besucht.

Sechs Apartments hat Annett Ganswindt im ersten und zweiten Obergeschoss eingerichtet. Sie sind mintgrün, himmelblau oder zartgelb gestrichen und strahlen eine Wärme aus, die im krassen Gegensatz zu den alten Industriebauten ringsum stehen. Äußerlich, und innerlich sogar noch um ein Vielfaches mehr, gleicht das „Lübecker Krönchen“ einer Illusion; „ein Haus in der Diaspora“, wie Engholm es ausdrückt.

Ein bisschen sprachlos sind die Gäste, als sie von den Hausherren durch das „Krönchen“ geführt werden. „Jedes Zimmer hat einen Namen und ein eigenes Thema“, erzählt Annett Ganswindt. Sie heißen „Das kleine Glück“, „Zeitreise“, oder „Der Himmel auf Erden“. Und trotz vergoldeter Badezimmerarmaturen, liebevoll ausgesuchtem Mobiliar, Pool und Saunabereich verlangen die Eigentümer keine Luxuspreise.

Zwischen 100 und 140 Euro soll ein Doppelzimmer kosten. Denn eine gehobene Übernachtungsadresse ist das „Lübecker Krönchen“ natürlich schon, doch die Zeiten eines Hieronymus Küsel – die sind schließlich auch vorbei.

Unter www.luebecker-kroenchen.de gibt es weitere Infos.

Historisch

1754 beginnt der Lübecker Kaufmann Hieronymus Küsel mit dem Bau eines Sommerhauses an der Trave, doch nach seinem Bankrott wechselt es 1774 den Besitzer. 1955 erwirbt Orenstein & Koppel das Grundstück mit Immobilie, das Schlösschen dient dem Direktor als Wohnung.

1982 wird der Lübecker Kaufmann Heinz Arnold Eigentümer, baut das Haus zwei Jahre lang um. Nach seinem Tod 2005 bewohnt Sohn Henrik mit Familie das Haus, bis es ihm 2012 zu groß wird. Er versucht längere Zeit, das besondere Haus zu veräußern. Zunächst allerdings vergeblich.

Dann verlieben sich die Hoteliers Annett und Peter Ganswindt in das Schlösschen, verkaufen ihren „Peterhof“ in Hodorf und ziehen 2016 mit Sohn Alexander nach Lübeck.

Luisa Jacobsen

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