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Lübeck Kommt jetzt der Zebrastreifen?
Lokales Lübeck Kommt jetzt der Zebrastreifen?
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16:01 09.02.2018
Blick in die Maria-Goeppert-Straße im Hochschulstadtteil: Politiker und Anwohner wollen dort einen Zebrastreifen. Quelle: Foto: Lutz Roessler
St. Jürgen

Doch die Position der Bauverwaltung ist klar: kein Zebrastreifen. Die Sache sei zwei Mal geprüft worden. Aber: „Wir haben kein erhöhtes Verkehrsaufkommen festgestellt“, sagt Steffi Wulke-Eichenberg, Bereichschefin Verkehr. Nur der Landesbetrieb Verkehr (LBV) könne eine Ausnahme genehmigen. An den aber wende sich die Bauverwaltung nicht selbstständig. Denn: „Wir sind der Auffassung, richtig gehandelt zu haben“, macht Bausenatorin Joanna Glogau (parteilos) klar. Da ist Ulrich Brock (CDU) anderer Ansicht. „Es ist überhaupt nicht logisch, dass die Stadt sich nicht noch einmal selbst vom LBV überprüfen lässt.“ Daher beschließen die Politiker, dass die Stadt nun das LBV einschaltet. Mit der Maßgabe, dass in der Maria-Goeppert- Straße ein Zebrastreifen eingerichtet wird.

„Wenn nichts passiert, dann passiert irgendwann etwas Schlimmes“, sagt Axel Willenberg, Geschäftsführer der Marli GmbH. „Es ist völlig unverständlich, dass die Stadt für diese Straße keine Ausnahme für einen Zebrastreifen einfordert.“ Das Unternehmen für Menschen mit Behinderungen hat im Hochschulstadtteil seine Adresse. 20 Rollstuhlfahrer und 60 geistig Behinderte kommen täglich in die Einrichtung. Durch die parkenden Autos und durch den Lieferverkehr sei die „Verkehrssituation extrem schwierig“. Willenberg: „Nicht alle können sich im Straßenraum orientieren.“ Und die Situation werde künftig noch schwieriger. Denn Marli muss seine Firmen-Parkplätze sperren, da die Küche saniert wird. Dadurch parken noch mehr Fahrzeuge in der Umgebung – zumindest eine Zeit lang.

Auch Anwohnerin Julia Dunker klagt: „Die Kinder können die Straße nicht einsehen.“ Sie versteht nicht, dass es in der nahegelegenen Paul-Ehrlich-Straße eine Ampel gibt, in der Maria-Goeppert-Straße aber nicht. Aber dort ist der Kindergarten beheimatet. Die alleinerziehende Mutter bringt ihr Kind täglich dorthin. „Ich dachte, der Hochschulstadtteil ist familienfreundlich“, sagt Dunker. Doch sie könne ihr Kind nicht guten Gewissens allein losschicken.

Die Politiker sind ihrer Meinung. „Alle sind sich einig, dass an dieser Stelle ein Gefahrenbereich entstanden ist“, macht Arne-Matz Ramcke (Grüne) klar. „Die Eltern haben Ängste, dass ihre Kinder an dieser Stelle überfahren werden“, sagt Carl Howe (GAL). Das könne die Stadt nicht einfach ignorieren. Gregor Voht (Freie Wähler) fordert: „Die Verwaltung muss einen Zebrastreifen möglich machen.“

 Von Josephine von Zastrow

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