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Lübeck Kommunen sollen Preise für Bauland senken
Lokales Lübeck Kommunen sollen Preise für Bauland senken
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22:26 23.09.2013

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat auf seiner Tagung in der Musik- und Kongresshalle (MuK) gestern den Kommunen vorgeworfen, durch hohe Baulandpreise mit dazu beizutragen, dass die Wohnkosten in die Höhe schnellen. „Wir müssen diese Kosten in den Griff bekommen“, mahnte VNW-Verbandsdirektor Joachim Wege. Raimund Dankowski, Vorsitzender des VNW-Landesverbandes Schleswig-Holstein, warf den Kommunen (auch mit Blick auf Lübeck) vor, bei den Bieterverfahren „Bauland nur zu Höchstpreisen zu vergeben“. Bei der Schaffung neuer Wohngebiete müsse aber das Bauland nicht zwangsläufig an den Höchstbietenden, sondern an den Bauträger mit dem besten Konzept vergeben werden; zum Beispiel, wenn das Neubaugebiet zu 30 Prozent sozialen Wohnungsbau biete.

Der VNW forderte auf seiner Lübeck-Tagung von der Bundesregierung die Einsetzung von Baukostensenkungs-Kommissionen. Durch die Absenkung teilweise überzogener Standards bei Wärmedämmung und Ausstattung könnten die Baukosten bis zu 20 Prozent gesenkt werden, sagte Wege. „Gute und bezahlbare Wohnungen für alle Bevölkerungskreise liegen uns am Herzen.“ Viele Menschen seien in großer Sorge, weil sie befürchten würden, ihre Wohnung nicht mehr bezahlen zu können. Ein großes Problem seien die Nebenkosten, „die zweite Miete“. „Die Energiekosten haben sich in den vergangenen zwölf Jahren verdoppelt“, betonte Wege. Dankowski erklärte, die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum übersteige in Schleswig-Holstein bei weitem das Angebot. „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, forderte der VNW-Landesverbandsvorsitzende nachdrücklich.

Nach Aussage des Verbandes, dessen Unternehmen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg 725 000 Wohnungen unterhalten, ist „der Mietwohnungsbau zurzeit nicht rentabel“. Um eine Kostendeckung zu erreichen, müsste der Quadratmeterpreis einer Neubauwohnung 12,50 Euro betragen. Bei den VNW-Wohnungen liege die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter in Schleswig- Holstein bei 5,03 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern bei 4,80 Euro und in Hamburg bei 5,95 Euro. Private Vermieter in Hamburg verlangen 8,06 Euro pro Quadratmeter.

Nach Aussage des Verbandes sind die Nettomieten seit 2000 bundesweit „nur um 16 Prozent gestiegen“, das sei weit geringer als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, „die um 24 Prozent zulegten“. Im gleichen Zeitraum hätten sich die Bau- und Planungskosten um 30 Prozent erhöht. Und bei den Baulandpreisen in Wachstumsregionen gebe es eine noch größere Preissteigerung. Der VNW: „Vermieter wie Mieter leiden unter dem Kostenanstieg, der durch politische Entscheidungen wie höhere Steuern und Abgaben sowie energetische Bauvorschriften mit verursacht wurde.“

725 000 Wohnungen
Der VNW, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, vertritt 314 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. In den insgesamt 725 000 Verbandswohnungen (Schleswig-Holstein: 165 000, Hamburg: 284 000, Mecklenburg-Vorpommern: 276 000 Wohnungen) leben etwa 1,4 Millionen Menschen.
Jährlich investiert der VNW nach Aussage seines Verbandsdirektors Joachim Wege 1,2 Milliarden Euro in Neubau und Sanierung.

Torsten Teichmann

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