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Lübeck Konkurrenz aus Kiel für Lübecker FH
Lokales Lübeck Konkurrenz aus Kiel für Lübecker FH
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20:13 07.08.2017
„Alle Sachargumente sprechen gegen den Kieler Plan.“Prof. Henrik Botterweck, FH-Vizepräsident

So richtig überraschend kommt das Thema nicht, hatte es doch bereits den Weg ins Wahlprogramm der Landes-CDU gefunden, und im Koalitionsvertrag des Jamaika-Bündnisses wurde das Vorhaben dann fixiert: Bauingenieurwesen soll man zukünftig auch an der Kieler Fachhochschule studieren können, und dies, obwohl es bereits im Land an der FH Lübeck dieses Angebot gibt.

„Deshalb plädieren wir zwingend dafür, nicht teure Doppelstrukturen in Schleswig-Holstein zu schaffen, sondern eher unsere Campus-Kapazitäten zu erhöhen“, sagt Prof. Henrik Botterweck, Lübecks FH-Vizepräsident. Natürlich habe man die Pläne im Regierungslager schon frühzeitig „mit einiger Verwunderung“ zur Kenntnis genommen – „wir wollten das aber nicht öffentlich an die große Glocke hängen, da wir kein Interesse an einer Konfrontation haben“, betont Botterweck. Nun allerdings – nach „einem Vorstoß von offizieller Seite aus Kiel“ – sei es an der Zeit, deutlich Stellung zu beziehen.

Ein Fachkräftemangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren wird nicht nur im Norden Schleswig- Holsteins bemängelt, sondern im gesamten Bundesgebiet. Und zahlreiche Infrastrukturprojekte wie beispielsweise Straßenausbau können trotz Durchfinanzierung nicht angepackt werden, weil keine Planer auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen sind.

„Das ist unstrittig, so dass wir hier mehr ausbilden müssen“, kommentiert der FH-Präsidiumsvertreter, „aber bitte dort, wo es angesichts der angespannten Finanzsituation des Landes sinnvoll ist. In Lübeck wäre es mit einem Bruchteil der Kieler Investitionen möglich – und zudem mit einer besseren Qualität.“ Außerdem ist es erst zehn Jahre her, dass das Bauwesen mit den Angeboten Architektur und Bauingenieurwesen in Lübeck konzentriert worden ist und damit der Studien-Standort Eckernförde aufgelöst wurde.

Was an dem neuen Plan konkret auf die Hochschule an Kosten zukommen würde, ist noch nicht beziffert. Allerdings wird mit zehn neuen Professoren kalkuliert sowie neuen Verwaltungskräften. Ins Gewicht fällt auch, dass bei einem kompletten Neuaufbau erstmal teure Labore geschaffen werden müssten. „Eigentlich ein Unding, da bei uns auf dem Campus am Mönkhofer Weg sowohl die hochwertige Infrastruktur vorhanden als auch die Expertise im Lehrplan seit vielen Jahren fest verankert ist“, stellt Botterweck klar.

Ob die Argumentation aus Lübeck im Wissenschaftsministerium Gehör findet, ist fraglich. Denn dort heißt es: „Das Vorhaben resultiert aus der Erkenntnis eines häufig hochschulortsnahen Verbleibs von FH-Studierenden. Zudem soll mit einem neuen Studiengang in Kiel in dualer Form die Bindung an die Arbeitgeber in Kiel und Region besonders gut gelingen.“ Allerdings weist Ministeriumssprecher Thomas Schunck auch darauf hin, „dass die FH Lübeck keine Schwächung durch den geplanten neuen Studiengang in Kiel erfahren wird“.

Für Prof. Henrik Botterweck gibt es ein weiteres Rätsel. „In demselben Koalitionsvertrag steht auch, dass die Profilierung der Hochschulen ein Ziel der Landesregierung ist. Wie passt das denn mit einer Doppelstruktur zusammen?“, fragt er sich. Inzwischen hat das FH-Präsidium auch ein Alternativ-Konzept nach Kiel geschickt. „Wir sind nun auf das Feedback gespannt.“

Michael Hollinde und Curd Tönnemann

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