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Lübeck Konstanze Wagner will ebenfalls fürs Bürgermeisteramt kandidieren
Lokales Lübeck Konstanze Wagner will ebenfalls fürs Bürgermeisteramt kandidieren
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17:18 10.01.2017
Konstanze Wagner (SPD) ist Regierungsrätin beim Land Hamburg. Quelle: privat
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Lübeck

Die 36-jährige Regierungsrätin und Volljuristin will von der SPD zur Bewerberin um die Saxe-Nachfolge nominiert werden. „Ich habe mein Interesse bekundet“, bestätigt Wagner. Amtsinhaber Bernd Saxe (SPD) hatte am 18. Dezember erklärt, nach Ablauf von drei Amtszeiten nicht mehr anzutreten.

Am Montagabend endete die interne Bewerbungsfrist bei den Genossen. SPD-Fraktionschef Jan Lindenau hatte seine Kandidatur bereits zwischen Weihnachten und Silvester angekündigt. Wagner zog kurz vor Toresschluss nach. „Am Montagvormittag ging das Schreiben ein“, sagt SPD-Kreisvorsitzender Thomas Rother.

Schon im jungen Alter von 19 Jahren träumte Konstanze Wagner davon, eines Tages Lübecker Bürgermeisterin zu werden. Vor eineinhalb Jahren erklärte die gebürtige Lübeckerin allerdings noch, dass sie 2017 nicht zur Verfügung stünde. „Die Bedingungen haben sich inzwischen geändert“, erklärt die 36-Jährige jetzt auf Anfrage, „der Amtsinhaber tritt nicht mehr an.“

Für Jan Lindenau kommt die Bewerbung nicht überraschend. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt der 37-Jährige. Er sei nicht davon ausgegangen, dass er ohne innerparteiliche Konkurrenz auf den Schild gehoben werde. Auch für den SPD-Kreisvorsitzenden Rother „kam die Bewerbung von Konstanze Wagner nicht überraschend“. Es sei gut, dass die Delegierten auf der Wahlkreiskonferenz am 11. Februar in den Media Docks die Auswahl hätten. „Aus meiner Sicht können beide Bewerber Bürgermeister“, erklärt Rother.

Konstanze Wagner, Tochter der früheren Vorsitzenden der Possehlstiftung Renate Menken, trat 2003 in die SPD ein und machte schnell kommunalpolitische Karriere. 2008 zog sie in die Bürgerschaft ein, wurde auf Anhieb zur finanz politischen Sprecherin und zu einer der beiden Fraktionsvizes bestellt. 2009 endete ihre kommunalpolitische Laufbahn, weil die junge Mutter ihrem Mann nach Mannheim folgte. Johann W. Wagner, ehemaliger Tourismuschef- und MuK-Chef der Hansestadt, übernahm im Südwesten eine Kongresshalle. Konstanze Wagner arbeitete in Mannheim zunächst als Anwältin, wechselte dann in den Landesdienst von Baden-Württemberg und ging ins Landratsamt Karlsruhe. Kommunalpolitisch war die 36-Jährige im Südwesten nicht aktiv. „Ich habe mich ehrenamtlich engagiert“, erzählt sie, „ich war Elternbeiratsvorsitzende und saß im Bildungsausschuss der Kirche“.

Im März 2016 kehrte sie zurück in den Norden und fing beim Land Hamburg an. Als Regierungsrätin durchlief sie mehrere Stationen – sie fing im Bezirksamt-Mitte an, arbeitet gerade in der Wirtschaftsbehörde, Finanzbehörde und Senatskanzlei folgen noch. Konstanze Wagner lebt mit ihren beiden Kindern im Haus ihrer Mutter. „Wir wohnen in einer Drei-Generationen-Wohngemeinschaft“, erzählt sie. Formal ist sie noch mit Johann W. Wagner verheiratet, lebt aber getrennt von ihm.

Die politischen Inhalte, die sie mit ihrer Bewerbung verbindet, will Konstanze Wagner zunächst intern den Parteigremien vorstellen.

Setzt Wagner sich diesmal durch, kommt es zum Duell der Frauen um den Chefsessel im Rathaus. Bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres erklärte die parteilose Kultur- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher ihre Kandidatur zum Bürgermeister-Amt. „Dann wird es eng, denn beide sind gut“, sagt Helga Lietzke, Vorsitzende der Lübecker Frauen- und Sozialverbände. Lietzke kämpft seit Jahren darum, dass Frauen in politische Spitzenpositionen kommen. „Lübeck wäre vorbildlich.“

Von Kai Dordowsky

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