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Lübeck Konzentration auf das königliche Spiel
Lokales Lübeck Konzentration auf das königliche Spiel
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21:39 12.02.2016
Volles Haus: Über 400 Schüler treten gegeneinander an.

In der Musik- und Kongresshalle (MuK) herrscht Trubel. Über 400 Kinder und Jugendliche wuseln durcheinander und quasseln ohne Punkt und Komma. Doch sobald Schachlehrer Michael Weiss das Podest betritt, wird es mucksmäuschenstill. Ein Gong ertönt. Damit ist die erste Runde frei gegeben. 20 Minuten haben die Kinder jeweils Zeit, um den anderen Schachmatt zu setzen.

Die ersten Züge sind schnell getan. Emil blickt konzentriert durch seine Brille auf das Spielbrett und runzelt die Stirn. Immer wieder steht der Siebenjährige auf und stützt sich am Tisch ab, er grübelt. Es vergehen nur ein paar Minuten, dann ist sein Gegner Matt. „Schach macht Spaß“, ruft der Zweitklässler der Schule am Stadtpark durch das Stimmengewirr und strahlt. In der ersten Klasse hat er bereits den Spaß an dem königlichen Spiel entdeckt. „Das Schöne an Schach ist, dass man viel überlegen muss“, sagt Emil und streicht die Haare hinterm Ohr glatt. Zu Hause spiele er manchmal gegen seine Oma oder gegen den Papa. „Da habe ich auch schon mal gewonnen“, verkündet er mit stolzer Stimme.

Beim Schach gehe es aber nicht nur um das Siegen, findet Sarah (11) von der Ernestinenschule. „Der Spaß an dem Spiel ist wichtiger und dass man lernt, geduldig zu sein.“ Man müsse sich Zeit nehmen zum Überlegen und auch mal ein paar Tricks von den anderen abgucken, findet sie. „Und man darf nicht vergessen zu trinken“, ergänzt Mitschülerin Lynn (10). Das sei für die Konzentration besonders wichtig. „Man muss ja seine Gedanken auf das Spiel lenken“, weiß die schachbegeisterte Schülerin. Trotzdem konnte sie das erste Spiel nicht für sich entscheiden. „Ich habe aber nur verloren, weil ich eine falsche Figur berührt habe, und beim Schach gilt die Regel: berührt — geführt.“

Schach sei eben ein schwieriges Spiel, sagt der Ausrichter des Turniers, Michael Weiss. „Aber die Kinder sollen vor allem Spaß daran haben.“ Sein Ziel als Schachlehrer sei es ohnehin nicht, nur das Spiel beizubringen. „Ich möchte die Kinder stark machen, und Schach dient dazu als Mittel zum Zweck“. Unterstützung fand er bei der Michael-Haukohl-Stiftung, die das Turnier sponsert. „Es ist ein tolles Projekt, und die Kinder lernen etwas über Strategie und Taktik“, findet dessen Vorstandsvorsitzender Michael Haukohl. Und noch etwas anderes sei wichtig: „Jedes Kind erhält eine Medaille und eine Urkunde als Erinnerung.“

Die Gewinner: Grundschulklassen 1-2: Kaland-Schule; Klassen 3-4: Schule Lauerholz; Klassen 5-7: Johanneum; Klassen 8-10: Oberschule zum Dom

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