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Lübeck Konzentriertes Kugelwerfen an der Küste
Lokales Lübeck Konzentriertes Kugelwerfen an der Küste
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18:24 09.08.2016
Lukas Wessel (21) wirft beim 25. Internationalen Holstentor-Turnier in Travemünde mit Konzentration und ruhiger Hand. Quelle: Christoph Brandt
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Travemünde

In sich gekehrt begibt sich Lukas Wessel in Position. Er ist einer von über 1000 Boule-Spieler des 25. Internationalen Holstentor-Turniers in Travemünde.

Sowohl in der linken als auch in der rechten Hand des Wettkämpfers liegt eine kalte Metallkugel. Wessel geht in die Hocke, ein kurzes Räuspern, ein Durchatmen, dann schwingt er den Arm und lässt das runde Geschoss über den Platz fliegen. Mit einem dumpfen Geräusch landet die Kugel genau an jener Stelle, die Wessel anvisiert hat. Lässig klatscht er die Faust von Teamkollege Minh Tran ab. Ein kurzer Blick in die Travemünder Sonne am Brügmanngarten, dann gilt es, sich erneut zu konzentrieren. Eine akribische Vorbereitung auf ihre zwei Würfe je Aufnahme ist bei allen Boule-Spielern zu beobachten.

Rund 400 Lübecker Lizenz- und Freizeitsportler sind in diesem Jahr dabei. Auf 256 Bahnen versuchen die Wettkämpfer mit ruhiger Hand zu werfen. In einem Turniermodus messen sich Sportler aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien im Triplette (zu dritt) und Doublette (zu zweit). Veranstalter Michael Duske vom Verein Compagnie de Boule ist glücklich, Deutschlands größtes Boule-Turnier auch im Jubiläumsjahr ausrichten zu können. „Für viele ist es ein richtiges Traditionsturnier – ein Muss“, sagt der 72-Jährige.

Wegen des riesigen Andrangs reichte der Platz an der Strandpromenade und im Brügmanngarten lediglich für 512 Teams. „So ein großes Turnier habe ich noch nie erlebt“, schwärmt Zuschauerin Lavinia Grafel aus Bremen.

Rudi Jesse vermisst beim diesjährigen Wettkampf die Klasse der abwesenden französischen und britischen Boule-Spieler. „Manche von ihnen sind so gut, dass einem beim Zuschauen schwindelig wird“, sagt der 63-Jährige. Für die Teilnehmer sind die bis zu zwei Stunden dauernden Spiele dennoch ein besonderes Ereignis. „Die Atmosphäre direkt am Strand ist einzigartig“, sagt Wessel als die Gegenspieler ihre Würfe planen. Das taktische Verhalten im Team – bestehend aus „Schießer“, „Milieuspieler“ und „Leger“ – spielt in den Duellen immer eine entscheidende Rolle. „Man muss schon genau überlegen, wo man seine Kugeln platziert“, sagt Wessel. Zeit für ein langes Gespräch hat er während des Spiels nicht. Der „Milieuspieler“ muss sich wieder auf seine Würfe konzentrieren.

cb

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