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Lübeck Kreuzfahrer: 2018 soll besser werden
Lokales Lübeck Kreuzfahrer: 2018 soll besser werden
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18:41 04.11.2017
Im Juni 2016 schipperte die „MS Princess“ mit 84 überwiegend älteren Passagieren von Stade nach Travemünde. Mit 80 Metern Länge und 9,60 Metern Breite konnte der Flusskreuzfahrer den Elbe-Lübeck-Kanal passieren und machte am Burgtorkai und am Ostpreußenkai fest. Quelle: Foto: Holger Kröger
Travemünde

„Die Kreuzfahrtsaison 2017 ist mit insgesamt 14 Anläufen sehr verhalten verlaufen“, bestätigt Barbara Schwartz, Marketingleiterin der Tourismusgesellschaft LTM. Die Saison reiht sich ein in die mauen Vorjahre – 14 Anläufe waren es 2016, nur elf im Jahr 2015. Zum Vergleich: Der Kieler Hafen meldet in diesem Jahr 143 Anläufe von 29 verschiedenen Schiffen. Mehr als 500000 Passagiere gingen von oder an Bord. Kiels Hafen-Chef Dirk Claus: „In der kommenden Saison werden wir im Kreuzfahrtbereich weiter wachsen und erstmals die Zahl von 150 Kreuzfahrtanläufen überschreiten.“

Rostock-Warnemünde verzeichnet in diesem Jahr 190 Schiffsanläufe mit 892000 Passagieren – damit wurde die Spitzensaison 2016 noch einmal übertroffen. Die Rostocker Hafengesellschaft hat mit Hilfe einer Studie der Universität Rostock festgestellt, dass Passagiere und Crew-Mitglieder rund 20 Millionen Euro im lokalen und regionalen Einzelhandel, in Hotels, Gaststätten und im Nahverkehr ausgaben. 142000 der 892 000 Passagiere blieben als Tagesgäste in Warnemünde, Rostock oder anderen Orten von Mecklenburg-Vorpommern.

Von solchen Zahlen ist Travemünde als Kreuzfahrtstandort weit entfernt. „Im kommenden Jahr erwarten wir eine leichte Steigerung“, erklärt Prof. Sebastian Jürgens, Chef der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) und zugleich Vorsitzender des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Lübeck Cruise. Die genauen Zahlen würden allerdings erst feststehen, wenn im Dezember und Januar die endgültigen Bestätigungen der Reedereien vorliegen. Auch Barbara Schwartz geht 2018 von einer „Steigerung der Anlaufzahlen“ aus. Als Höhepunkt gilt im kommenden Jahr der Aufenthalt der „Queen Elizabeth“ im August. Jürgens erhofft sich weiteren Auftrieb für das Travemünder Kreuzfahrtgeschäft, räumt aber ein: „Solange wir noch nicht über ein größeres Kreuzfahrtterminal verfügen, wird es eher ein ,Schmankerl‘ bleiben.“

Genau diese Frage ist in Lübeck immer noch unbeantwortet. Seit drei Jahren liegt ein Gutachten vor, das ganz klar aussagt: Wenn in Travemünde ein Anleger für Schiffe, die länger als 300 Meter sind, gebaut wird, wächst die Zahl der Anläufe auf 71 pro Jahr. Ein möglicher Standort für ein solches Terminal liegt bislang nicht vor. Aktuell nimmt eine Beratungsagentur zusammen mit Lübeck Cruise eine Standortanalyse vor. Jürgens: „Erste Ergebnisse erwarten wir Ende des Jahres.“ Erst wenn die vorliegen, werde es in Lübeck eine Grundsatzentscheidung geben – mitmischen im Konzert der großen Kreuzfahrtstandorte oder im schwindenden Markt der kleinen Kreuzfahrer verbleiben? Lübeck Cruise erkennt auch ein „zunehmendes Interesse an Flusskreuzfahrten, die direkt in Lübeck festmachen können“. Konkret kreuzt die 80 Meter lange „MS Princess“ der Dutch Cruise Line 2018 wieder auf dem Elbe-Lübeck-Kanal und legt in Lübeck und Travemünde an. LTM-Marketingleiterin Schwartz: „Flusskreuzfahrten sind auf jeden Fall ein Markt für uns, wenn auch eher eine Nische.“ Die „Princess“ absolvierte 2016 ihre erste Fahrt auf dem Kanal.

Von Kai Dordowsky

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