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Lübeck Kriminalpolizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung
Lokales Lübeck Kriminalpolizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung
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21:42 22.12.2017
Am Tag danach: Im Treppenhaus hatte sich gegen Mitternacht aus noch ungeklärten Umständen ein Rollator entzündet. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Der Gestank von verschmortem Plastik liegt auch am Tag danach noch beißend in der Luft. Im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in der Fackenburger Allee brach in der Nacht zu gestern ein Feuer aus. Die weißen Wände des Flures sind vom Ruß und Rauch des Feuers noch ganz schwarz. Der Löschschaum hat sich in kleinen Pfützen auf dem Boden gesammelt. Im Vorgarten steht das verkohlte Gestell eines Rollators. Ein blauer Einweghandschuh liegt noch auf dem Gehweg vor dem Haus. Diese Überreste lassen nur erahnen, wie gefährlich die Situation für die drei Erwachsenen und sieben Kinder war, die sich Donnerstagnacht in den Wohnungen aufgehalten haben.

Feuer: Großeinsatz  in der Fackenburger Allee in Lübeck.

Die Bewohner hatten viel Glück im Unglück: Gegen Mitternacht entzündete sich aus noch ungeklärten Umständen ein Rollator. Um 0.09 Uhr seien die Einsatzkräfte der Feuerwehr Lübeck alarmiert worden, sagt Feuerwehrsprecher Björn von Mateffy. Etwa 80 Einsatzkräfte – darunter zwei Freiwillige Feuerwehren, zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, sechs Rettungswagen und drei Notärzte – waren vor Ort. Wegen der starken Rauchentwicklung trugen die Feuerwehrmänner Atemschutzmasken. Sie konnten alle zehn Bewohner aus dem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus nach draußen retten, wo sich drei Notärzte um sie kümmerten. Zwei Erwachsene und alle Kinder wurden vorsorglich mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung in das Uniklinikum gebracht. Einer der Bewohner musste noch vor Ort intubiert werden und wurde ebenfalls in die Klinik gefahren.

„Das Problem bei dem Einsatz war der Rauch im Treppenhaus. Dadurch wurde der Fluchtweg abgeschnitten“, sagt von Mateffy. Die Bewohner waren in dem Mehrfamilienhaus eingeschlossen und konnten nicht ohne fremde Hilfe nach draußen. In solchen Fällen rät der Feuerwehrsprecher Bewohnern, sich in einem sicheren Raum an ein Fenster zu stellen und sich dort bemerkbar zu machen. „Dann kann die Feuerwehr sie mit der Drehleiter aus dem Gebäude retten.“ Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass sich das Fenster nicht direkt über der Brand- oder Rauchentwicklung befindet. Wegen der starken Rauchentwicklung im Treppenhaus mussten die Feuerwehrmänner erst die Brandursache ausfindig machen, sie konnten den Brandherd nach etwa 30 Minuten löschen. „Aus feuerwehrtechnischer Sicht handelt es sich nur um einen kleinen Schaden“, sagt von Mateffy. Haus und Wohnungen seien noch bewohnbar.

Weshalb der Rollator im Hausflur Feuer fing, ist bisher noch unklar. Die Kriminalpolizei habe zur Brandursache und zum Schaden die Ermittlungen aufgenommen, sagt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Dazu hat die Spurensicherung in der Nacht erste Beweise sichergestellt, die nun ausgewertet werden müssen. „Die genaue Brandursache muss noch ermittelt werden“, sagt Gerlach. Derzeit liegen der Polizei aber keine Hinweise auf eine vorsätzliche Tat vor. „Daher ermitteln wir wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung.“ Auch zu der Schadenshöhe kann die Polizei noch keine Angaben machen. Zuerst müsse noch festgestellt werden, inwiefern der Rauch auch in die Wohnungen gedrungen ist, so der Polizeisprecher.

Von Saskia Hassink

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