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Lübeck Kritik am Missbrauchs-Urteil
Lokales Lübeck Kritik am Missbrauchs-Urteil
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10:53 17.06.2017
Das Lübecker Landgericht. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Kiel/Lübeck

„Dass dem Kind kein dauernder Schaden entstanden sei, weil es sich später nicht mehr erinnern könne, ist eine nicht nachvollziehbare Schlussfolgerung.“ Das Landgericht hatte den Vater (29) des zweijährigen Mädchens am Donnerstag zu zehn Jahren und neun Monaten, den Mittäter (47) zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Ein derart schwerer frühkindlicher Missbrauch habe massive Folgen für das gesamte weitere Leben, ergänzte Manuel Florian, Leiter des Kinderschutz-Zentrums Kiel. „Für ein kleines Kind zerstört eine derartige Erfahrung alle Grundfesten des Lebens.“ Dies gelte insbesondere bei einem Missbrauch durch den eigenen Vater. Die langfristigen Folgen zeigten sich in der mangelnden Fähigkeit, enge Beziehungen zu gestalten. Folge könnten Angststörungen, Depressionen oder psychosomatische Erkrankungen sein. Dies gelte unabhängig von der Frage, ob die Erlebnisse dem Bewusstsein zugänglich oder gut verkapselt seien.

LN

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