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Lübeck Kritik an Plänen für neues Parkhaus
Lokales Lübeck Kritik an Plänen für neues Parkhaus
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20:21 09.09.2014
Blick von oben: Der nierenförmige Gustav-Radbruch-Platz soll umgestaltet werden zur Kreuzung. Dort könnte nach den Plänen der Stadt ein Park entstehen. Gleichzeitig soll die Fährstraße (oben rechts, verdeckt von Bäumen) wegfallen, damit ein Parkhaus gebaut werden kann. Quelle: Bernd Koop

Heftiger Gegenwind: Es ist eine schwierige Debatte über das neue Parkhaus vor der Altstadt. Denn nicht alle Bürger sind mit den Plänen der Stadt einverstanden. Für das neue Parkhaus soll die komplette Fährstraße wegfallen und der Gustav-Radbruch-Platz verschwinden. Vor allem das Aus der Fährstraße lehnen viele ab. „Es wäre ein ästhetischer Verlust, wenn dort eine Parkhauswand entsteht und dieser schöne, begrünte Hügel abgetragen wird“, sagt Kerstin Klein. 30 Lübecker sind zur Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Burgtor gekommen, Bewohner des Wohnquartiers Gertrudenstraße.

Wie Kerstin Klein können sich die meisten von ihnen ein neues Parkhaus eher als Tiefgarage unter dem Gustav-Radbruch-Platz vorstellen. „Oder auch auf der neuen Fläche, die dort entsteht“, sagt Olaf Nevermann. Denn wenn der Gustav-Radbruch-Platz verschwindet, soll aus dem heute nierenförmigen Rundverkehr eine klassische Kreuzung werden (siehe Grafik). „Die Verkehrsführung ist toll“, lobt er.

Doch Nevermann ist auch nicht völlig überzeugt, dass ein neues Parkhaus überhaupt gebraucht wird. „Die Stadt könnte auch das Parkhaus Rosenpforte an der Kanalstraße erweitern“, ist sein Vorschlag.

Denn den daneben liegenden Recyclinghof wollen die Entsorgungsbetriebe sowieso in den nächsten ein, zwei Jahren aufgeben. „Das würde auch billiger“, argumentiert Nevermann. Denn für ein neues Parkhaus an der Stelle der Fährstraße muss die Hansestadt mindestens sieben Millionen Euro hinlegen, zudem schlägt die Umgestaltung des Gustav-Radbruch-Platzes mit ein paar Millionen Euro zu Buche — unterm Strich wird das Gesamtprojekt mehr als zehn Millionen Euro kosten.

„Es ist noch nichts entschieden. Wir haben noch eine große Wegstrecke vor uns“, versucht Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) die Gemüter zu beruhigen. Das neue Parkhaus mit etwa 320 Plätzen soll errichtet werden, um vor allem die Wagen der Besucher des Hansemuseums unterzubringen (100 Plätze). Der Kulturtempel soll Mitte oder Ende Mai 2015 eröffnet werden. Zudem will die Stadt in dem neuen Parkhaus auch die 75 Stellplätze beherbergen, die derzeit an der Hafenstraße neben den sanierten Schuppen entstanden sind sowie die 20 Stellplätze der wegfallenden Fährstraße. Außerdem sollen 125 Plätze des Parkhauses Rosenpforte ersetzt werden. Die anderen 180 Parkplätze des Parkhauses Rosenpforte sollen ebenerdig an der Kanalstraße auf dem Areal des Recyclinghofes und des Parkhauses selbst entstehen. „Das Parkhaus Rosenpforte geht in 20 Jahren in die Knie“, sagt Verkehrsplaner Helmut Schünemann. „Wenn wir es erweitern, bricht uns irgendwann der Mittelteil weg“, meint er zu Nevermanns Vorschlag. „Aber man könnte es auch sanieren“, kontert der.

Ein neues Parkhaus auf oder unter dem Gustav-Radbruch-Platz bewertet Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) als problematisch. „Wir müssten erst den Gustav-Radbruch-Platz umgestalten — auf Stadtkosten.

Und könnten erst danach das Parkhaus bauen“, so Boden. Aus der Sicht des Bausenators ist „diese zeitliche Abfolge schwierig“. Denn: Die Stadt muss den Umbau des Gustav-Radbruch-Platzes selbst finanzieren — unklar ist, wann sie sich das leisten kann. Das Parkhaus hingegen könnte in Teilen von der Possehl-Stiftung mitfinanziert werden, wenn es sich wirtschaftlich nicht tragen sollte.

Doch das kann die Bewohner des Quartiers Gertrudenstraße nicht beruhigen. Sie treibt ein weiteres Problem um. Durch die Schulen und den Kindergarten würden Schüler, Lehrer und Eltern durch das Viertel fahren und einen Stellplatz suchen. Die Bewohner fürchten, dass durch den Wegfall der Fährstraße der Park-Such-Verkehr zunimmt. Oliver Groth, stellvertretender SPD-Ortsvereins-Chef Burgtor, verspricht: „Dazu machen wir noch eine gesonderte Veranstaltung.“ Doch eine ältere Dame bleibt dabei: „Die Fährstraße ist unverzichtbar.“

„Die Stadt könnte das Parkhaus Rosenpforte an der Kanalstraße erweitern.“
Bewohner Olaf Nevermann

Josephine von Zastrow

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