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Lübeck Kulturbühne Travemünde: Einigung vor Gericht
Lokales Lübeck Kulturbühne Travemünde: Einigung vor Gericht
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21:37 12.01.2018
Wolfgang Hovestädt vor der abgewickelten Kulturbühne. Quelle: Foto: König

Am 17. Dezember fiel zum letzten Mal der Vorhang der Kulturbühne im Hafenbahnhof Travemünde. Im Juli hatte die Eigentümergesellschaft PG Hafenbahnhof Travemünde ihr den Mietvertrag gekündigt. Gestern trafen sich die Geschäftsführer der beiden Parteien, Wolfgang Hovestädt und Steffen Fix, vor dem Landgericht Lübeck zum Gütetermin.

Fix’ Anwalt Ulf von Danckelmann forderte 18000 von 32378 Euro ausstehender Miete. Hovestädt, der mit seinem Anwalt Titus Jochen Heldt erschienen war, verwies auf Einnahmeausfälle, die die Kulturbühne an den Rand der Insolvenz gebracht hätten: Er habe sieben Veranstaltungen absagen müssen, weil es durchs Dach geregnet habe.

Während die Anwälte sich in ein Nebenzimmer zurückzogen, stritten Hovestädt und Fix auf dem Flur weiter. Ohne Ergebnis kamen alle zurück in den Verhandlungssaal. „Ich habe das Geld nicht“, erklärte Hovestädt. „Wenn’s nur danach ginge, was Sie haben, hätten wir uns nicht treffen müssen“, erwiderte ein genervter Steffen Fix. Die Vorsitzende Richterin Petra Nagel führte schließlich doch einen Kompromiss herbei: Hovestädt muss 7000 Euro zahlen und übergibt den Eigentümern das gesamte Inventar – Stühle, Tische, Theke, technische Anlagen.

Danckelmann brachte noch im Gerichtssaal die Möglichkeit ins Gespräch, den Hafenbahnhof als Kulturstätte zu erhalten. „Wenn Sie das Objekt räumen, werden wir es der Hansestadt Lübeck anbieten, um daraus ein Kulturzentrum zu machen.“ Fix stellte den Beginn einer Modernisierung des Gebäudes für das zweite Quartal 2018 in Aussicht. Der zwischenzeitlich geplante, neue Anbau sei inzwischen vom Tisch. „Wichtig ist, dass das Objekt vor dem Verfall bewahrt wird.“

Kultursenatorin Kathrin Weiher erklärte am Freitag auf LN-Anfrage, sie habe den Eigentümern Hilfe angeboten. Sie brachte eine Verlagerung der Kurbetriebe in den Hafenbahnhof ins Gespräch. Außerdem brauche die gegenüber gelegene Stadtschule mehr Platz. Eine Zusage der Stadt gebe es aber nicht, betonte sie. „Ich habe lediglich meine Unterstützung zugesagt.“ In jedem Fall brauche Travemünde ein kulturelles Angebot auch für die Touristen. „Man kann Menschen nicht nur mit der Ostsee bespaßen.“

 Von Hanno Kabel

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