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Lübeck Kulturbühne bald wieder wasserdicht
Lokales Lübeck Kulturbühne bald wieder wasserdicht
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22:20 10.11.2016
Im Oktober 2015 wurden die Dachpfannen durch eine provisorische Folie ersetzt. Die ist etwa seit Juli undicht. Seit Oktober regnet es massiv herein. Wolfgang Hovestädt hofft, dass das Wischen jetzt ein Ende hat.

Wolfgang Hovestädt, Geschäftsführer der Kulturbühne im Hafenbahnhof, wollte schon selbst einen Dachdecker kommen lassen. Mehrere Veranstaltungen hatte er wegen Wassereinbrüchen absagen müssen. Doch am Mittwochmorgen stand plötzlich ein Gerüst an der Fassade des ehemaligen Hafenbahnhofs. Einen Tag später begann eine Dachdeckerfirma im Auftrag des zukünftigen Eigentümers damit, das Dach winterfest zu machen.

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Am Mittwoch wurde plötzlich ein Gerüst aufgebaut. Da hatte Hovestädt schon selbst einen Dachdecker engagiert.

„Etwa 15000 Euro habe ich schon verloren.“ Geschäftsführer Wolfgang Hovestädt

Für Hovestädt ist das eine Überraschung, denn wer für die Beseitigung der Schadensursache zuständig ist, war lange unklar. Seit der Insolvenz des früheren Eigentümers unterstand das Gebäude einem Insolvenzverwalter aus Neustadt/Holstein. Im März wurde es vom Hamburger Immobilienbüro PG Hafenbahnhof Travemünde gekauft. Die ist aber noch nicht Eigentümer der Immobilie, da „eine lastenfreie Lieferung des Objektes bislang nicht erfolgt ist“, wie Geschäftsführer Michael Quast den LN gestern mitteilte. Somit sei man grundsätzlich nicht zuständig für etwaige Mängelbeseitigungen, was das Landgericht Lübeck mit einem Urteil vom 3. November auch bestätigt habe.

Hovestädt erfuhr nach eigenen Angaben erst durch die Handwerker der Dachdeckerei Moll, dass die PG Hafenbahnhof die undichte Dachfolie ersetzen lässt. Und nicht nur das: Dachdeckermeister Andreas Moll betont, dass er schon seit Anfang Oktober damit beauftragt sei, Reparaturen vorzunehmen. Man habe aber erst Ende Oktober festgestellt, dass Wasser an der provisorischen Dachfolie kondensiert; was neben dem Verschleiß den Wassereinbruch verursacht. Dass es dann noch einmal fast drei Wochen dauerte, bis die Arbeiten beginnen konnten, begründet Moll so: „Zehn bis 14 Tage dauert es, bis die Gerüstbauer von der Stadt eine Sondernutzungserlaubnis zur Arbeit an einer öffentlichen Straße bekommen.“ In diesem Fall habe das wegen Bauarbeiten an der Straße noch länger gedauert.

War also alles nur ein Kommunikationsproblem? Hovestädt hatte jedenfalls nicht mehr geglaubt, dass die PG Hafenbahnhof noch reagieren würde. Als ihm das Wasser Anfang der Woche buchstäblich bis zum Hals stand, teilte er dem Unternehmen deswegen schriftlich mit, dass er selbst einen Dachdecker beauftragen werde. Mit Hilfe eines Spendenkontos wollte er die Kosten von etwa 9000 Euro zusammenbekommen und dann mit der Miete verrechnen. Diesen Auftrag kann Hovestädt jetzt wieder zurückziehen. „Die bereits eingegangenen Spenden werden natürlich zurückgezahlt“, versichert er.

Die PG Hafenbahnhof teilt mit, sie habe Hovestädt in mehreren Mails und einem persönlichen Treffen stets mitgeteilt, dass sie die notwendigen Arbeiten in Auftrag geben werde. Schließlich habe man „als hoffentlich zukünftige Eigentümerin“ ein ureigenes Interesse, weitere Feuchtigkeits- und Wasserschäden abzuwenden. Notwendig waren die Arbeiten jetzt definitiv: An Wänden und Decke des Zuschauerbereichs sind großflächige Wasserflecken sichtbar, die mit rotem Stoff ausgekleideten Wandteile sind durchnässt, und an Regentagen mussten Hovestädt und seine Frau mehrmals täglich Wasserlachen von der Bühne wischen. Zwei Veranstaltungen mussten sie absagen, drei weitere werden noch folgen.

Den dadurch entstandenen finanziellen Schaden schätzt Hovestädt auf etwa 15000 Euro. „Künstlergagen, Hotelzimmer, Anzeigen, Flyer, all das muss ich trotzdem bezahlen.“

Etwaige Schadenersatzansprüche weist die PG Hafenbahnhof zurück – weil sie nicht Vermieter sei. Für Wolfgang Hovestädt ist nur eines klar: Es soll weitergehen mit der Kulturbühne. Am 26. November soll der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.

 Luisa Jacobsen

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