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Lübeck Kulturbühne will in den Hafenbahnhof ziehen
Lokales Lübeck Kulturbühne will in den Hafenbahnhof ziehen
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22:16 12.09.2013
Aktienverkäufer Wolfgang Hovestädt und der alte Hafenbahnhof, der zur neuen Travemünder Kulturbühne werden soll. Quelle: Foto: Rüdiger Jacob

Der neue Spielplan steht schon, die Architektenzeichnung für die geplante neue Spielstätte im alten Travemünder Hafenbahnhof auch. „Jetzt müssen wir kräftig um Spenden werben“, sagte der Vorsitzende des Vereins Kulturbühne, Wolfgang Hovestädt. Bislang ist die Kultureinrichtung in der Aula der Stadtschule Travemünde untergebracht. Diese ist dem Verein wegen der maroden Bausubstanz aber schon länger ein Dorn im Auge. „Wir wollen ein ansprechendes Ambiente schaffen“, sagt der Vereinsvorsitzende jetzt im Rosenhof. Dorthin hatte die Initiative eingeladen, um über das Projekt mit 150 Sitzplätzen zu informieren. 40 Gäste waren gekommen.

8290 Euro Spenden habe der Verein inzwischen einnehmen können, sagte Hovestädt, der einem Travemünder Ehepaar, welches namentlich nicht erwähnt werden möchte, für eine Spontanspende in Höhe von 5000 Euro dankte. Hovestädt hofft auf die Unterstützung von Stiftungen. Die Possehl-Stiftung habe eine „wohlwollende Prüfung“ in Aussicht gestellt. Zehn Prozent des insgesamt 550 000 Euro teuren Projektes müsste der Verein jedoch in jedem Fall selbst aufbringen. Von der Possehl-Stiftung wurde ein Gespräch mit Hovestädt und dem Architekten Thomas Schröder-Berkentien zwar bestätigt. „Ob und in welcher Höhe gefördert wird, entscheidet der Stiftungsvorstand“, hieß es gestern auf LN-Anfrage. In der Gesamtinvestition enthalten seien laut Hovestädt der Kaufpreis, die Grunderwerbssteuer, die Notar- und Architektengebühren, der komplette Ausbau einschließlich neuer Sanitäranlagen, eine neue Heizung und das Mobiliar.

„Vorgesehen ist eine sogenannte Varietébestuhlung, das heißt Tische mit jeweils vier Stühlen.“ Die Halle des Bahnhofes sei als Spielstätte „geradezu ideal“. Es werde auch einen barrierefreien Zugang geben. „Eine Gastronomie planen wir nicht“, sagte Hovestädt, „aber die Besucher der Spielstätte sollen während der Vorstellungen gemütlich ihr Glas Wein trinken können.“ Der Vereinsvorsitzende beantwortete auch Fragen zu wirtschaftlichen Risiken. Sofern Stiftungsgelder bewilligt würden, hätten diese eine eigenkapitalersetzende Wirkung, erklärte Hovestädt. Der Verein selbst hafte nicht.

Grund sei die bereits gegründete haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG), die bereits als gemeinnützig anerkannt sei.

Leidenschaftlich plädierten Hovestädt und der stellvertretende Chef der Kulturbühne, Jürgen Lehnhausen, für den Kauf von Kulturaktien. „Es handelt sich natürlich nicht um Aktien im rechtlichen Sinne, aber unsere ,Aktionäre‘ werden bevorzugt“, erklärte Lehnhausen. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff begrüßt die Initiative der Kulturbühne: „Dem bauhistorisch bedeutsamen Hafenbahnhof durch attraktive kulturelle Angebote neues Leben einzuhauchen, ist im Sinne unserer Gäste eine großartige Idee.“ Leerstehende Gebäude in einem Seebad sendeten keine positiven Signale aus.

„Für unsere Planungen haben wir bereits das Okay des Amtes für Denkmalschutz“, berichtete Hovestädt stolz. Auch die alten, stilvollen Fenster würden erhalten. „Es gäbe sogar ein paar Plätze am Bahnsteig, der uns dann auch gehören würde“, schwärmt Hovestädt. Grünes Licht kommt vom derzeitigen Eigentümer des Bahnhofs, Berkant Küflü: „Von mir aus geht alles klar mit dem Verkauf an die Kulturbühne.“

jac

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