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Lübeck Kulturpolitiker fordern Geld für neues Buddenbrookhaus
Lokales Lübeck Kulturpolitiker fordern Geld für neues Buddenbrookhaus
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20:22 12.07.2016

Extra Geld von der Stadt fürs neue Buddenbrookhaus – das fordern Politiker im Kulturausschuss. „Wenn es nicht anders geht, dann müssen wir auch Geld aus dem Haushalt nehmen“, macht Reinhold Hiller (SPD) klar. „Das Geld muss notfalls von der Stadt kommen“, stimmt BfL-Mann Hans Georg Rieckmann zu. Lübeck habe eine „sehr spezielle Art“, mit Investitionen umzugehen. Nach dem Motto: Wenn andere zahlen, sei die Stadt für solche Projekte. Doch Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) ist skeptisch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt drei bis fünf Millionen Euro bezahlt.“ Die hochverschuldete Hansestadt fahre seit Jahren einen Sparkurs.

Der Hintergrund: Das Buddenbrookhaus wird komplett neu gebaut und runderneuert. Kosten: 18 Millionen Euro. Das Land hat signalisiert, bis zu 70 Prozent zu zahlen. Die restlichen fünf bis sieben Millionen Euro muss Lübecks Museen- Chef Hans Wißkirchen als Spenden einsammeln. „Das ist eine schwierige Arbeit“, so Wißkirchen. Aber er habe bereits einige Zusagen. Bis Ende 2017 muss er das Geld zusammenhaben. Erst dann kann er einen Antrag beim Land auf die Fördergelder stellen. „So lange haben wir noch Zeit.“

Für die Grüne Monika Schedel ist das Projekt neues Buddenbrookhaus indes viel zu groß. „Ich möchte eine bescheidenere, schlanke Lösung“, macht sie klar. Sie will die Ausstellung über die Familie Mann allein auf das jetzige Buddenbrookhaus beschränken. Das Nachbargebäude solle als Archiv, für Sozialräume und von Museumspädagogen genutzt werden. Der Bund hatte das Haus 2011 für 300000 Euro erworben, damit dort das Buddenbrookhaus erweitert wird. Dadurch wächst die Ausstellungsfläche von derzeit 1000 auf dann 2000 Quadratmeter. „Das Geld, das jetzt eingeworben wird, steht aber anderen Museen nicht zur Verfügung“, macht Henning Stabe (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses, klar. „Wenn wir das Buddenbrookhaus kleiner machen, dann ist das Geld nicht für andere Häuser da“, sagt Peter Petereit (SPD). Er halte eine Debatte darüber sowieso nicht für sinnvoll. „Das hätte man zu einem früheren Zeitpunkt machen müssen.“ Jetzt habe das Land bis zu 70 Prozent Förderung signalisiert. Zudem: „Das Buddenbrookhaus hat eine Ausstrahlungskraft für Lübeck.“

Das Projekt neues Buddenbrookhaus verteidigt Wißkirchen. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren alle anderen Museen angefasst.“ Obwohl die Ausstellung im Buddenbrookhaus schon vor einigen Jahren hätte erneuert werden müssen. „Die Besucherzahlen sind von 2009 bis 2016 um 22 Prozent zurückgegangen“, argumentiert Weiher. Die Zahlen beziehen sich auf Januar bis einschließlich Mai. Das zeige, dass die Ausstellung nicht mehr die Zugkraft habe, die sie einmal hatte. „Ich finde das Projekt neues Buddenbrookhaus unheimlich gut“, so Weiher. Wißkirchen ist sich sicher: „Ich glaube nicht, dass irgendein anderes Museum darunter leidet, wenn wir jetzt etwas am Buddenbrookhaus machen.“

jvz

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