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Lübeck Kultursenatorin attackiert Behindertenrat
Lokales Lübeck Kultursenatorin attackiert Behindertenrat
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11:18 10.02.2016
Was der Behindertenrat fordert, ist grundfalsch und kontraproduktiv.“Kathrin Weiher (Kultursenatorin)

Danach erhalten bedürftige Lübecker, die einen Lübeck-Pass oder die Lübeck Card vorweisen, sowie Studenten und Inhaber der Ehrenamtskarte 50 Prozent Preisnachlass. Schwerbehinderte kamen bislang auch günstiger in die Museen, seit Januar aber nicht mehr.

Der Behindertenrat, Sprachrohr für 26000 Schwerbehinderte in der Hansestadt, hat von der Bürgerschaft umgehend eine Korrektur eingefordert. Zwar seien nicht alle Schwerbehinderte bedürftig, aber benachteiligt — denn viele Museen sind nicht komplett barrierefrei, so dass Rollstuhlfahrer nicht überall hinkommen. Auch für Gehörlose und Sehbehinderte gibt es nicht überall die entsprechenden Hilfsmittel in den Gedenkstätten. Peter Petereit, SPD-Kulturpolitiker und Mitglied des Behindertenrates: „Der Behindertenrat fordert einen Nachteilsausgleich.“

Den lehnt Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) vehement ab. „Was der Behindertenrat fordert, ist einfach nur kontraproduktiv und grundfalsch“, ereiferte sich die Politikerin im Kulturausschuss.

Wenn die Museen noch weniger Einnahmen erzielten, könnten sie die Häuser nicht behindertengerecht umbauen. Die Museen bräuchten die Einnahmen, um Rampen, Lifte und Hörschleifen einzurichten. Weiher:

„In den Museen, die diese Hilfsmittel anbieten, zahlen Behinderte ja auch nicht höheren Eintritt.“ Im Übrigen gebe es Schwerbehinderte, die mehrere Hilfskräfte beschäftigen könnten und Budgets von 15 000 bis 20000 Euro zur Verfügung hätten.

Der Kulturausschuss verständigte sich darauf, dass die Verwaltung mit dem Behindertenrat spricht, um dessen genaue Forderungen zu erfahren. Solange wird an der geltenden Satzung nichts korrigiert.

Ragnar Lüttke (Linke) verwies darauf, dass die neuen Tarife auch die schwerbehinderten Touristen benachteiligen würde. Henning Stabe (CDU), Vorsitzender des Kulturausschusses: „Wir können nicht jeden, der uns besucht, rabattieren.“ Immerhin: Begleitpersonen, die Schwerbehinderte im Museum begleiten, müssen keinen Eintritt mehr bezahlen. Prof. Hans Wißkirchen, Chef der Lübecker Museen:

„Begleitpersonen, die im Behindertenausweis eingetragen sind, sind frei. Ich habe alle Mitarbeiter an den Kassen entsprechend angewiesen.“

dor

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