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Lübeck Kundgebung gegen Hass: 750 Demonstranten, 100 Polizisten
Lokales Lübeck Kundgebung gegen Hass: 750 Demonstranten, 100 Polizisten
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16:53 23.01.2017
Die Demonstration vor dem Holstentor. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

 Solidarität gegen Hass. Das ist das Motto der Demonstranten, die gestern durch die Innenstadt gezogen sind. Das Flüchtlingsforum hat dazu aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren sind 750 Demonstranten gekommen. Los geht es am Holstentorplatz mit einer Kundgebung. Ein massives Aufgebot von schätzungsweise 100 Polizisten begleitet den Protestzug. Offenbar wird mit Auseinandersetzungen gerechnet.

Denn der Anlass der Demonstration ist brisant – auch heute noch. Vor 21 Jahren wurde eine Flüchtlingsunterkunft in der Hafenstraße in Brand gesteckt. Sieben Kinder und Jugendliche sowie drei Erwachsene starben. 38 Menschen wurden verletzt. Bis heute ist ungeklärt, wer den Brand gelegt hat. Vier Neonazis wurden danach gefasst und wieder laufengelassen. Stattdessen wurde ein libanesischer Flüchtling beschuldigt, der ebenfalls in dem Haus wohnte. Er wurde später vor Gericht freigesprochen. „Auch heute wird Rassismus wieder offen in die Welt hinausgeschrien“, sagt Jana Schneider vom Flüchtlingsforum. Das sei ein unhaltbarer Zustand. Ihre Eltern hätten in den 90er- Jahren beim Hafenstraßenbrand Rassismus erlebt, sie erlebe ihn heute wieder aus einem anderen Blickwinkel. Im vergangenen Jahr seien mehr als 1800 Angriffe auf Flüchtlinge oder deren Unterkünfte gezählt worden.

„Wir müssen uns der AfD körperlich in den Weg stellen – beispielsweise mit Sitzblockaden“, ruft Christoph Kleine vom Flüchtlingsforum. Flüchtlinge müssten versteckt werden, um sie vor Abschiebung zu bewahren. „Vor allem müssen Abschiebungen nach Afghanistan verhindert werden – in ein Kriegsgebiet“, fordert Kleine. Er kritisiert die europäische Grenze als „mit Abstand tödlichste Grenze der Welt“. Im vergangenen Jahr seien im Mittelmeer 5000 Menschen ertrunken, weil sie per Schlauchboot nach Europa fliehen wollten.

jvz

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