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Lübeck Kunst-Camp in der Kulturwerft
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20:48 01.08.2017

Experiment in Industriehallen: Am Ende steht ein riesiges Gemälde. Drei Meter hoch, zwölf Meter lang. Und es existiert nur für diesen einen Abend. Es ist eine Paint-Performance mit ungewissem Ausgang in der Kulturwerft. Das Setting: Vier Künstler malen sieben Tage lang jeder pro Tag ein Bild. Diese 28 Bilder werden am Ende zu einem gemeinsamen Gemälde. Präsentiert wird es am Donnerstag um 19.30 Uhr in der Kulturwerft, Einsiedelstraße 6. Die Einzelbilder werden an diesem Kunstabend vom Transvestiten Hertha Ottilie van Amsterdam versteigert.

Vier Künstler, 28 Bilder, ein Gemälde – Morgen werden die Kunstwerke in der Kulturwerft versteigert – Die Aktion ist für jedermann frei.

Umrahmt wird das Event von französischen Chansons. Birte Prüfert singt sie und begleitet sich selbst auf der Gitarre. Der Eintritt zu dieser Aktion ist frei.

„Es ist ein spannendes Projekt“, sagt Markus Steeger, Leiter der Kulturwerft. Die Idee: Jeder malt für sich – und dennoch alle zusammen. Der Titel: Cadavre Exquis – zu deutsch „köstliche Leiche“.

Entstanden ist diese Form der Kunst im Surrealismus. Es ist eine spielerische Art, Bilder zu erschaffen. Dabei zeichnete ein Künstler ein Bild auf ein Blatt Papier. Dann knickte er es um – nur ein paar Federstriche waren noch zusehen. Ein anderer Künstler zeichnete von dort weiter, knickte das Papier wieder um – und so weiter. Am Ende stand ein kleines Kunstwerk.

So ähnlich ist das bei dem Projekt in der Kulturwerft – nur komplexer: Denn die 28 Einzelbilder müssen jeweils Übergänge zu den Nachbarbildern haben – nicht nur zu einem, sondern zu dreien oder vieren. Deshalb gibt es einen Plan: Das riesige Gemälde ist in 28 Teile aufgeteilt. Jeder Künstler weiß, welchen Teil er zu malen hat – und hinterlässt auf dem Nachbarbild zumindest eine Linie, die der andere Künstler weiterführen muss. Die 28 Bilder haben drei unterschiedliche Formatgrößen. Es dürfen nur fünf Grundfarben verwendet werden: Weiß, Schwarz, Ocker, Rot-Braun und Blau. Und: Die Zeit ist beschränkt. Die vier Künstler campieren zusammen in der Kulturwerft und haben gemeinsam sieben Tage Zeit. Seit dem 25. Juli leben die vier Künstler bereits zusammen. Jeder malt jeden Tag ein Bild – aber jeder arbeitet an einem anderen Ort in der Werft, so dass die Maler-Kollegen die Bilder der jeweils anderen nicht sehen. Erst am 3. August werden die Bilder nebeneinander gelegt. Was sie erschaffen haben, sehen die Künstler erst dann – gemeinsam mit dem Publikum.

„So ein Projekt kann nur hier in der Kulturwerft stattfinden“, sagt Steeger. Allein wegen der Größe des Kunstwerks und wegen des riesigen Platzes, so dass jeder Künstler alleine für sich arbeiten kann. Die Idee kommt von den vier Künstlern. „Durch die großen Hallen in der Kulturwerft sind sie darauf gekommen“, berichtet Steeger. „Die Idee ist sozusagen aus den Räumen entstanden.“ Denn die vier Künstler haben sich vor einem Jahr das erste Mal in einer Ausstellung in der Kunsthalle präsentiert. Steeger findet diese Paint-Performance passt zur Kulturwerft. Neu, experimentell, anders.

Dieser Kunst gibt er gern ein Zuhause. Steeger: „Das leiste ich mir gern.“

Künstlergruppe ARTdeFAK

Vor einem Jahr haben sie sich in der Kulturwerft gegründet. Die vier Künstler eint, dass sie alle zu DDR-Zeiten in der legendären Fachschule für angewandte Kunst (FAK) in Heiligendamm studiert haben – Mitte der 80er Jahre. Der Name der Gruppe ARTdeFAK leitet sich von der Abkürzung der einstigen Hochschule ab. Vielen ist das Luxus-Hotel vom G-8-Gipfel in Heiligendamm 2007 noch in Erinnerung. Zu DDR-Zeiten war dort die FAK untergebracht. Die vier Künstler arbeiten alle freiberuflich und leben auf dem Land.

Josephine von Zastrow

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