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Lübeck Kunst auf der Wiese: Neuer Standort gesucht
Lokales Lübeck Kunst auf der Wiese: Neuer Standort gesucht
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20:22 06.09.2013
Damit die Fahne aus Kirchendachblech nicht im Wind gegen den Trommelstab schlägt, befestigt Guillermo Steinbrüggen sie mit einem Seil. Quelle: Fotos: S. Risch

Hier, in der freien Landschaft des Naturschutzgebietes am Kaninchenbergweg in Eichholz, wirkt sie noch größter und intensiver als neben dem Eingang des Burgklosters. „Trommler und Fanfarenbläser“

heißt sie, die aus Metallschrott — unter anderem ausrangiertem Dachblech der Katharinenkirche — und zwei Granitquadern zusammengesetzte Plastik. Sechs Meter ist sie hoch, drei Tonnen schwer. In sechs Teile war sie zerlegt worden, als sie Ende 2011 wegen des Baubeginns des Hansemuseums weichen musste.

Eigentlich sollte sie nur vorübergehend auf der Freifläche von Guillermo Steinbrüggens Gelände im Naturschutzgebiet stehen und eventuell ins Hansemuseum integriert werden. „Es gab sogar schon einen von der Stadt genehmigten Standort“, sagt der Bildhauer. Die Plastik sollte — stadteinwärts gesehen — rechts vor der Burgtorbrücke stehen. Seit kurzem ist jedoch klar: Daraus wird definitiv nichts, weil sich die Possehl-Stiftung gegen einen Ankauf entschieden hat. Und dessen hätte es bedurft, zwecks Fundamentlegung und Unterhaltung. Denn ganz ohne Pflege geht es nicht. „Ich muss die Arbeit jetzt bald überholen“, sagt Steinbrüggen, der es schade findet, dass „Trommler und Fanfarenbläser“ nun nur von den eher seltenen Besuchern in seinem kleinen Skulpturenpark gesehen wird. Wirklich überrascht hat es ihn aber nicht.

Von einigen — und das mag auch bei der Entscheidung des Possehl-Stiftungsvorstands eine Rolle gespielt haben — wird die Plastik als ein wenig martialisch empfunden. Was nicht weiter verwunderlich ist, kennt man die Geschichte von „Trommler und Fanfarenbläser“. 1998 war Steinbrüggen vom stadtgeschichtlichen Museum Wismar aufgefordert worden, sich an einer Ausstellung „Die alten Schweden — Legende, Wirklichkeit, Reflexion“ zu beteiligen. Er beschäftigte sich ausgiebig mit dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) und schuf die „Trommler und Fanfarenbläser“, die ein Jahr lang vor der Nikolaikirche in Wismar stand. „Danach habe ich sie auf eigene Kosten zurückgeholt nach Lübeck“, erzählt der Bildhauer von der Odyssee der Arbeit, die mit anderen seiner Werke 2008 im Zuge einer Einzelausstellung, die zur Dauerausstellung wurde, ins Burgkloster zog.

„Ich hätte sie gern auf dem asphaltierten Vorplatz des Museums gesehen“, sagt die Vorsitzende der Possehl-Stiftung, Renate Menken. Doch gegen das Votum des Vorstands kann sie natürlich auch nichts ausrichten. Allerdings werde die Stiftung „eventuell eine andere Figur von Guillermo Steinbrüggen ankaufen, die man dann in den Innenhof des Kreuzgangs stellen könnte“. Er habe „schöne Steinskulpturen“ gemacht, sagt Menken. Je nachdem, für welche sich die Stiftung entscheide, wäre es eine Rückkehr an einen bekannten Ort, denn während der Ausstellung „Zwischen Atlantik und Ostsee“

2008 waren schon mehrere Skulpturen im Burgkloster zu sehen.

Momentan stehen sie, umhüpft und umzirpt von allerlei Insekten, auf dem Gras in Guillermo Steinbrüggens idyllischem Reich an der Wakenitz.

Die Natur hat sich ihren Weg gebahnt: Einige Stellen des Granits haben Moos angesetzt, im Gesicht der Figur „Selbst“ haben Wespen versucht zu nisten. Der Künstler würde sich über Besuch von der Possehl-Stiftung sehr freuen.

Sabine Risch

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