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Lübeck „Kunst braucht Geschichte“
Lokales Lübeck „Kunst braucht Geschichte“
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10:58 25.07.2016

Der Lübecker Künstler Stefan Dobritz (50) ist bekannt für gemalte Landschafts- und Stadtansichten.

Lübecker Nachrichten: Wenn man ein Foto mit Prisma bearbeitet: Ist das Kunst?

Dobritz: Spannend ist es auf jeden Fall. Ich bin der gegenständlichen Kunst verhaftet. Für mich bedeutet Kunst, die Realität durch die Augen einer Gesamtpersönlichkeit zu sehen.

Dazu gehören unter anderem Lebenserfahrung, Bildung, Gefühle. Wenn ich den Prisma-Bildern einen Kunstbegriff zubillige, dann allenfalls demjenigen, der die App geschrieben hat; denn der muss sich relativ viele Gedanken darüber machen, wie er die Realität verfälscht. Aber bei dem, der die App anwendet, ist der Kunstbegriff, wie ich ihn auffasse, falsch aufgehoben.

LN: Sieht der normale Betrachter den Unterschied zwischen Kunst und computergenerierten Bildern?

Dobritz: Die Software ist schon gut gemacht. Zum Betrachten der Kunst gehört eine Vorbildung, und es gehört auch immer eine ausreichende Information über den, der die Kunst macht, dazu. Ein Kunstobjekt wird spannend, wenn Sie die Geschichte dahinter kennen. Ich vergleiche es mit Möbelstücken: Wenn ich einen Biedermeier-Schrank kaufe, dann hat der großen Wert, weil ein gewisses Karma dahinter ist. Das Alter, der Zeitgeist, die Handwerker, die daran gearbeitet haben. Wenn Sie das Möbelstück nachbauen, es danebenstellen und sagen: Das ist nachgebaut – , dann hat es nur einen Bruchteil des Wertes.

LN: Könnte ein Künstler diese Software als Hilfsmittel nutzen?

Dobritz: Ja, bestimmt. In der Kunst ist fast alles möglich. Die Impressionisten haben auch schon mit der Camera obscura gearbeitet. Dabei würde aber eine sehr spezielle Art von Kunst entstehen, die sehr weit entfernt ist von der Handarbeit, die ich mache. Ich möchte das Rapsfeld riechen, wenn ich es male! kab

Tipp: Eines der Bilder in unserem Rätsel (s. u.) ist ein Gemälde von Stefan Dobritz.

LN

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