Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Kunst in der Kirche
Lokales Lübeck Kunst in der Kirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:30 29.11.2018
Ein außergewöhnliches Handwerk: Kim Cordis (27) zeigt Petra Gehrmann (43) und Bettina Beerheide (48) (v. l.) seine Auswahl selbst designter Hosenträger. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Anfassen, probieren, sich Zeit lassen: Mehr 60 Handwerker aus ganz Deutschland und dem Ostseeraum haben auf dem 20. Kunsthandwerkermarkt ihre Stände aufgebaut. Eingerahmt in ein besonderes Ambiente bietet der hohe, lichte Raum von St. Petri viel Platz zum Stöbern und gemütlichen Schlendern. Was vor zwei Dekaden noch als buntes Experiment im Kirchenraum begann, gehört heute zu den Attraktionen im adventlichen Lübeck und gilt als fester Bestandteil der Weihnachtsstadt des Nordens.

Einige Aussteller sind schon viele Jahre dabei

Fliegen, Hosenträger, Einstecktücher. Ob Tweed, Baumwolle oder Leder: Wer denkt, dass diese Accessoires der Vergangenheit angehören, der irrt. Neugierig schauen sich die Schwestern Petra Gehrmann und Bettina Beerheide die Hosenträger an, die am Stand von Kim Cordis hängen. „Unser Vater trägt solche“, sagt Petra Gehrmann. „Aber ich befürchte, die sind vielleicht zu bunt und extravagant“, sagt sie und zeigt auf ein Exemplar mit Tweed-Muster. Ob schlicht oder bunt, Kim Cordis bietet sie beide an – und das bereits zum dritten Mal beim Kunsthandwerkermarkt in St. Petri.

Die Auswahl an Kunsthandwerk ist groß: Über 60 Künstler verkaufen ihre Werke auf dem Kunsthandwerksmarkt in St. Petri. Bei schöner Atmosphäre lässt es sich in Ruhe bummeln.

Wenige Meter weiter probiert Katrin Köhler einen grauen Fleece-Mantel an. Sie dreht sich um die eigene Achse und betrachtet das Modestück. „Ich bin extra wegen des Marktes drei Stunden mit dem Auto hergefahren – wegen der fantasievollen und kreativen Ausstellungsstücke“, sagt sie. Mit kleinen Nadeln steckt Noona Freudenberg die Größe der 21-Jährigen ab. Sie hat den Mantel und alle weiteren Kleidungsstücke entworfen und aus Naturstoffen wie Wolle und Leinen gefertigt. Seit zwölf Jahren ist sie schon dabei und schätzt die Ausgewogenheit des Marktes in St. Petri. „Und natürlich die Räumlichkeiten, Kollegen und die Stadt – das gefällt mir alles sehr gut.“

„Das Niveau der Kunsthandwerker ist sehr hoch“

Friedrich Pankow (53) kommt aus Egestorf in der Lüneburger Heide. Seit 14 Jahren ist er jedes Jahr mit seinen Werken dabei. Glaskunst für drinnen und draußen: Das ist das Fachgebiet Pankows. „Für Künstler ist der Kunsthandwerkermarkt ein super Forum, um Kunst zu präsentieren.“ Das Niveau der Aussteller sei sehr hoch. Er fühle sich gut aufgehoben, und die Räumlichkeiten seien nicht zu toppen, so Pankow. Ein großer Vorteil: In der Kirche wird keine Handelsware verkauft – also Ware, die in großen Stückzahlen importiert wird, um mit dem Verkauf höhere Gewinne zu erzielen.

Handgemacht, das ist das Stichwort – auch an dem Stand von Stefan Matthäus. Mithilfe einer Drechselmaschine bearbeitet er ein Stück Holz. Ein Stifte-Becher soll es werden, wenn es fertig ist. Während die Späne nur so durch die Luft fliegen, bleiben Besucher gespannt an seinem Stand stehen und beobachten ihn. „Der Markt hat sich in den letzten Jahren etabliert. Das Publikum ist sehr interessiert an unserem Handwerk“, sagt er. Eine gute und faire Auswahl an Kunsthandwerkern seien in der Kirche vertreten, die ein perfektes Ambiente biete, sagt Matthäus.

Aussteller wechseln

Bis zum 20. Dezember ist der Markt täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Ein Wechsel der Aussteller findet vom 8. auf den 9. Dezember statt. Der Eintritt kostet drei Euro. Für Kinder unter zwölf Jahren ist der Eintritt frei.

Große Auswahl an Kunsthandwerk

Auch die Lübsche Wiehnachtist in diesem Jahr wieder da. Künstler, Handwerker und Kunsthandwerker präsentieren noch dieses Wochenende ihre Werke im Schuppen 6. Geöffnet ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro.

Im Heiligen Geist-Hospitalstellen 125 Aussteller ihre Arbeiten auf dem Kunsthandwerkermarkt vor. Die Stände haben vom 30. November bis zum 10. Dezember ab 12 Uhr für jedermann geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro.

Das Hogehus auf dem Koberg öffnet ebenfalls seine Türen für Besucher. 40 nationale und internationale Aussteller verkaufen ihre Werke in der Diele und im Gewölbekeller. Geöffnet ist vom 1. bis zum 16. Dezember von 10 Uhr bis 19 Uhr.

Auf dem Kirchplatz in Kücknitzfindet am Sonnabend der zehnte Kücknitzer Adventsmarkt statt. Organisiert wird er von dem Gemeinnützigen Verein Kücknitz und ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Fabian Boerger

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Spielerisch deutsch lernen: Das ist das Ziel des Theaterprojekts der Daz-Klasse der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen. Ihr Stück „Der gestiefelte Kater“ ist eine lustige Neuinterpretation.

29.11.2018

Zum wiederholten Mal ist ein Fahrzeug bei der Abfahrt der B 75 in Richtung Schlutup in den Graben gerutscht und hat sich überschlagen. Die Fahrerin wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert.

29.11.2018
Lübeck Trave ist belastet – Behörde rät: - Segler sollen sich vor Keimen schützen

Die Trave ist wegen überlaufender Abwasserkanäle stark mit Keimen belastet. Die Entsorgungsbetriebe (EBL) geben Segelvereinen Hinweise, wie Sportler sich schützen können.

29.11.2018