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Lübeck LHG: 4,5 Prozent mehr Umschlag
Lokales Lübeck LHG: 4,5 Prozent mehr Umschlag
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18:22 13.01.2018
Nachts am Skandinavienkai: Die Lastwagenfahrer warten darauf auf die Fähre der TT-Line rollen zu können. Quelle: Foto: Felix König; Grafik: Architekt Schünemann

Gute Nachrichten: Zum ersten Mal seit zehn Jahren geht es aufwärts. Im Lübecker Hafen wurden 2017 etwa 25 Millionen Tonnen umgeschlagen. 2016 waren es nur 23,9 Millionen Tonnen. Zwar ist das weniger als in Rostock. Dort wurden 28,8 Millionen Tonnen umgeschlagen – so viel wie nie. Ein Rekordergebnis für den Nachbarn aus Mecklenburg-Vorpommern und ein Plus von einem knappen Prozent.

Zukunft am Skandinavienkai: Dort werden zwei Lagerhallen mit 25000 und 15000 Quadratmeter sowie eine Fährhalle (4000 Quadratmeter) errichtet.

Dennoch: Für Lübeck ist es ein gutes Ergebnis. „Das deutet auf eine Trendwende hin“, freut sich LHG-Chef Sebastian Jürgens. Die mehrheitlich städtische LHG ist der größte Hafenbetreiber – und verzeichnet 21,8 Millionen Tonnen Umschlag in 2017. Das ist eine knappe Million mehr als 2016 und ein Plus von 4,5 Prozent. Damals waren es 20,9 Millionen Euro. Das Plus kommt durch den Ro-Ro-Verkehr mit Lastwagen und Trailern zustande. Die Zahl der Trailer erhöhte sich um 20 Prozent, die der Lastwagen leicht um drei Prozent. Einen Zuwachs verzeichnet die LHG auch bei den Autos – in dem Segment stieg die Menge um sieben Prozent auf 70000.

Gut gelaufen ist das Geschäft Schiff auf Schiene. 88500 Trailer und Container wurden von LHG- Tochter Baltic Rail Gate umgeschlagen – sprich vom Schiff auf die Schiene gebracht. Fast 19 Prozent mehr als 2016. Aber nicht ganz so viel wie 2015 – da waren es knapp 100 000 Container und Trailer. Dennoch: Das Geschäft mit der Bahn läuft. Insgesamt gibt es ein Plus von fast 15 Prozent bei der Hafenbahn.

„Wir kommen damit unserem Ziel näher, mit der LHG wieder ordentlich Fahrt aufzunehmen“, sagt Jürgens. Das hat das Unternehmen bitter nötig. Denn seit dem Rekordjahr 2007 mit rund 30 Millionen Tonnen Umschlag ging es stets bergab. Dabei hatte man schon mit 50 Millionen Tonnen gerechnet. Aber der Umschlag sank von 28,5 Millionen in 2008 auf 20,9 Millionen in 2016.

Das Ergebnis der LHG rutschte in der Finanzkrise 2008 in die roten Zahlen. Seit 2014 schreibt sie Verluste. Und auch der gesamte LHG- Konzern ist im Minus. Für 2017 ist ein Defizit von 7,9 Millionen Euro prognostiziert. Seit Januar läuft die Sanierung der LHG. Der 34-Millionen-Euro-Rettungspakt soll dem angeschlagenen Unternehmen wieder auf die Beine helfen. Die Arbeiter verzichten auf 17 Millionen Euro Lohn, die Stadt auf 17 Millionen Pacht. 2021 soll die LHG wieder ein Plus einfahren. Dafür wird an den Kaikanten kräftig investiert. Satte 67 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Skandinavienkais. Davon zahlt das Land 28,5 Millionen Euro. Die Stadt 38,5 Millionen Euro. Die LHG muss das Geld aber zurückzahlen, weil sie den Skandinavienkai betreibt. Von dem Geld fließen 40 Millionen Euro in den Ausbau der Fläche, 27 Millionen Euro in Hallen. Und das ist eine Premiere: Erstmals werden an diesem größten Terminal des Hafens zwei Lagerhallen errichtet – mit 40 000 Quadratmetern. Bisher gab es die nicht. Denn der Skandinavienkai ist ein Ro-Ro-Terminal („roll on, roll off“): Container und Trailer werden vom Schiff auf die Schiene oder die Straße „gerollt“.

Doch die Branche verändert sich, auch die Schiffe werden größer. „Reeder wollen in einem Schiff sowohl Trailer als auch Papierrollen transportieren“, erklärt Hans-Wolfgang Wiese, Chef der Lübeck Port Authority (LPA). Bisher wurden am Skandinavienkai die Trailer und Container umgeschlagen, für Papier müssen sie weiter zum Schlutupkai und zum Nordlandkai fahren. Dort gibt es riesige Lagerhallen:

120000 Quadratmeter Fläche am Nordlandkai, 80 000 Quadratmeter am Schlutupkai.

Der Neubau der Hallen ist auch ein Zeichen für eine neue Geschäftspolitik der LHG. Sie will ihr Geschäft stärker am Skandinavienkai konzentrieren, weil die Schiffe dann nicht mehr den Weg die Trave hinauf zu den anderen Terminals fahren müssen. Das kostet die Reeder Zeit und Geld. Gleichzeitig hat die LHG freie Terminals für andere Geschäfte wie Schüttgut.

Vergleich mit Kiel: Der Hafen hat zwar weniger Lagerhallen, aber er rüstet auf. Aktuell gibt es dort 85000 Quadratmeter Hallenfläche. Davon sind erst jüngst 5000 Quadratmeter hinzugekommen.

Vor zwei Jahren wurden 25000 Quadratmeter Lagerhallen errichtet – für zwei schwedische Papier-Kunden, die die Kieler den Lübeckern abgeluchst haben.

Von Josephine von Zastrow

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