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Lübeck LHG-Eigner fordern Bewegung an der Tariffront
Lokales Lübeck LHG-Eigner fordern Bewegung an der Tariffront
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20:37 26.01.2017
Lübeck

Die einhellige Forderung beim HanseTalk, dass es noch in diesem Jahr einen Zukunftspakt für den Lübecker Hafen geben müsse, stößt bei den Gesellschaftern der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) auf zurückhaltende Reaktionen. Sowohl Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), Vertreter des Haupteigentümers Stadt, als auch ein Sprecher des privaten Mitinhabers Rreef stellen Bedingungen für einen erneuten Anlauf.

Die derzeitige Unruhe schadet dem Hafen, meint LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens. Quelle: Foto: Roessler

„Wir sind jederzeit gesprächsbereit“, erklärt Saxe auf Anfrage, „aber es muss Bewegung an der Tariffront her.“ Ein Sanierungs-Tarifvertrag für die LHG müsse vereinbart werden. Der Verwaltungschef erinnert daran, dass Stadt, LHG, Gewerkschaft und Betriebsräte beim ersten Anlauf acht Monate lang verhandelten, es auch ein Ergebnis gegeben habe. Saxe: „Dem hat Verdi nicht zugestimmt.“ Auch Rreef will neue Aktivitäten zur Stabilisierung der LHG mittragen. „Wir sind der Ansicht, dass der Hafen im Vergleich zum Wettbewerb zu hohe Flächen- und Lohnkosten hat und dass wir gemeinsam mit der Stadt und Verdi Maßnahmen verabschieden müssen, diese Kosten drastisch zu senken“, sagt ein Sprecher des privaten Mitgesellschafters. Die Hafengesellschaft müsse wieder „in eine für die Anteilseigner akzeptable Gewinnsituation kommen, die dann auch weitergehende Investitionen rechtfertigen würde“, erklärt der Unternehmenssprecher.

Rreef, das 37,5 Prozent an der LHG hält, wurde auf dem HanseTalk mehrfach attackiert. Hafenarbeiter, Gäste und auch der Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bemängelten, dass Rreef zu wenig in die Hafeninfrastruktur investieren würde. Rreef bestätigt auf LN-Anfrage, dass es alle Investitionen über 250000 Euro blockieren könne, dementiert aber, dass es grundsätzlich alle blockiert. „Wir unterstützen aber die derzeit restriktive Investitionspolitik der LHG-Geschäftsführung, die zwangsläufig vor dem Hintergrund der Ergebnissituation alternativlos ist“, sagt der Unternehmenssprecher. Erst nach Abschluss und Umsetzung eines Sanierungsplans mit Verdi würden Mittel für Wachstumsinvestitionen zur Verfügung stehen.

Auf dem HanseTalk wurde berichtet, dass die Papierkunden Iggesund und SCA der LHG den Rücken gekehrt hätten, weil Rreef den Bau neuer Hallen auf dem Terminal in Schlutup verweigert habe. Das dementierte der LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens. Iggesund und SCA seien wegen der Unruhe im Lübecker Hafen nach Kiel gegangen. Die Lübecker Hafen-Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren gleich drei große Kunden verloren. UPM ist nach Rostock gegangen. dor

LN

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