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Lübeck LHG-Krise: Sondersitzung des Hauptausschusses
Lokales Lübeck LHG-Krise: Sondersitzung des Hauptausschusses
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20:34 25.10.2017

Das Nein der Hafenarbeiter zum Rettungsschirm der LHG sorgt für Unruhe – auch bei den Kunden. Jetzt sind Saxe und LHG-Chef Sebastian Jürgens nach Göteborg in Schweden gereist, um mit einem großen Papier-Kunden zu sprechen. Der will sein Geschäft vom Nordlandkai zum Skandinavienkai verlegen und seine Geschäfte dann exklusiv über Lübeck abwickeln. Dafür müssen am Skandinavienkai 16 Millionen Euro investiert werden. Allerdings: Dafür muss wiederum das Rettungspaket für die LHG beschlossen werden. Dabei verzichtet die Stadt bis Ende 2020 auf 17 Millionen Euro Pacht und die Hafenarbeiter auf 17 Millionen Euro Lohn. Doch den entsprechenden Sanierungstarifvertrag haben die Beschäftigten vergangene Woche abgelehnt, weil die flexiblen Arbeitszeiten auf Dauer eingerichtet werden sollen (die LN berichteten). Die beiden Gesellschafter – Stadt (62,5 Prozent der Anteile) und Rreef – haben indes zugestimmt. Allerdings braucht die LHG das Rettungspakt dringend, auch um den Kunden zu halten.

„Wir sind zuversichtlich, dass es zu einer Erneuerung der Geschäftsbeziehung durch einen neuen, lang laufenden Vertrag kommen kann“, sagt Saxe nach dem Besuch. Und setzt nach: „Wenn die Tarifeinigung ebenso zustande kommt wie die Pachtentlastung seitens der Stadt.“ Sollte es zu diesem neuen Vertrag kommen, „werden Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe ausgelöst und mehr als hundert Arbeitsplätze gesichert“, verspricht Saxe. Die Gespräche mit dem Kunden seien gut und konstruktiv gewesen, die Stimmung freundschaftlich. Saxe: „Im Ergebnis fahren wir sehr optimistisch wieder nach Lübeck zurück.“

Morgen haben er und Ausschuss-Vorsitzender Jan Lindenau (SPD) eine Sondersitzung des Hauptausschusses zum Thema LHG anberaumt. Allerdings wird die Sitzung hinter verschlossenen Türen stattfinden, denn Jürgens wird über die aktuelle Situation der LHG berichten.

Das Unternehmen schreibt seit Jahren Defizite. In diesem Jahr ist ein Minus von 7,9 Millionen Euro prognostiziert. Die LHG hat innerhalb von zwei Jahren drei Großkunden an die Konkurrenz in Kiel und Rostock verloren.

jvz

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