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Lübeck LN-Sonntagsinterview: „Der Allgäu Airport taugt als Vorbild für Blankensee“
Lokales Lübeck LN-Sonntagsinterview: „Der Allgäu Airport taugt als Vorbild für Blankensee“
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00:00 22.10.2012
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Lübeck

Lübecker Nachrichten: Taugt Ihr Modell als Vorbild für Lübeck?Ralf Schmid: Ich bin überzeugt, dass es in unserem Modell viele gute Ansätze gibt, die man auf Lübeck übertragen kann.LN: 70 Firmen sind bei Ihnen Gesellschafter. Wie viele müsste Lübeck finden, damit der Laden läuft?Schmid: Setzt man auf eine breite Unterstützung, dann ist es besser, eine Gesellschaft zu gründen, an der sich jeder beteiligen kann – auch schon ab 100 Euro. Oder – das ist der Weg, den wir im Allgäu beschritten haben – man fängt bei den größten mittelständischen Unternehmen an. Wir haben mit einem kleinen Kreis von fünf Gesellschaftern begonnen, der sich über Jahre auf 70 Gesellschafter erweitert hat.LN: In Lübeck gibt es die Idee, dass sich Bürger finanziell an dem Airport beteiligen. Gut oder schlecht?Schmid: Davon würde ich abraten, weil es den Verwaltungsaufwand aufbläht. Außerdem ist das Modell mit den Unternehmern leichter zu handhaben. LN: Warum beteiligen sich denn die Unternehmer am Airport?Schmid: Es geht darum, die Region zu stärken. Dabei gibt es keine Renditeerwartungen der Unternehmer. Sie haben ihr Geld gegeben, um die Chance zu ergreifen, einen Flughafen in der Region zu haben. Sie wollen ihre Rahmenbedingungen als Unternehmen sichern und wettbewerbsfähig bleiben. Ein Flughafen ist ein Standortvorteil. LN: Wie lange braucht es zu einer schwarzen Null am Flughafen?Schmid: Wir haben im dritten Jahr operativ eine schwarze Null geschrieben, 2013 – im sechsten Jahr – streben wir eine schwarze Null inklusive Zinsen an. LN: Das ist ungewöhnlich . . .Schmid: Wir hatten günstige Rahmenbedingungen: Wir haben vom Bund eine gute Infrastruktur übernommen, haben einen fairen Preis dafür bezahlt und konnten mit wenig Investitionen das Gelände herrichten. Meist ist das Problem bei Flughäfen, dass auf ihnen Kredite früherer Investitionen das Ergebnis drücken. Sie lassen dem Flughafen keine Luft zum Atmen. LN: Reden 70 Unternehmer mit?Schmid: Wir treffen uns alle ein Mal im Jahr zu einer Gesellschafterversammlung. Die Gesellschafter haben aber einen Beirat mit vier Mitgliedern gewählt, der eng mit der Geschäftsführung zusammenarbeitet.LN: Ryanair ist ihr Hauptkunde. 75 Prozent des Angebots kommt von den Iren. Erfüllt Sie das mit Sorge?Schmid: Überhaupt nicht. Es ist völlig normal, dass Regionalflughäfen einen starken Partner haben. Mich beunruhigt gar nicht Europas profitabelste und erfolgreichste Airline mit dem stärksten Wachstum als Hauptkunden zu haben. LN: Wenn Ryanair geht, was passiert dann mit dem Allgäu Airport?Schmid: Das wäre schade, denn wir verdienen sehr gut Geld mit Ryanair. Wir müssten uns nach einem neuen starken Partner umschauen. Wir haben nichts zu verschenken, und wir machen keine Wirtschaftsförderung mit dem Flughafen.LN: Herr Schmid, haben Sie einen Rat für die Lübecker?Schmid: Was mich wundert ist, dass man den Eindruck hat, dass die politischen Vertreter andere Ziele verfolgen, als die Bürger beim Bürgerentscheid zum Ausdruck gebracht haben. Was mich noch mehr wundert ist, dass man versucht einen Investor zu finden, aber gleichzeitig über Insolvenz schwadroniert. Es geht doch darum das Risiko des Flughafenbetriebes auf Investoren aus der Wirtschaft zu verlagern – und es ist hervorragend, wenn fünf Investoren ein Angebot abgeben. Offenbar gibt es unterschiedliche Interessen: die einen wollen den Flughafen als einen wichtigen Standortfaktor erhalten, die anderen schließen. Bei einem Airport, der in die Insolvenz geht, können sehr schnell die Lichter ausgehen. Doch diese Lichter wieder anzuschalten, ist heutzutage in Deutschland fast unmöglich.

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