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Lübeck LTM fordert Profi für Kreuzfahrt
Lokales Lübeck LTM fordert Profi für Kreuzfahrt
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20:44 21.10.2016
„Das Klinkenputzen bei den Reedern in den USA macht man nicht nebenbei.“Barbara Schwartz (LTM)

Die einen klotzen, andere zögern: Ostseehäfen wie Wismar und Visby würden ihre Hafenanlagen massiv ausbauen, um das Geschäft mit den Urlauberschiffen anzukurbeln, berichtete Barbara Schwartz von der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM), vor Gewerbetreibenden. Lübeck müsse sich jetzt entscheiden, ob es dabei sein wolle oder ob alles so bleibt, wie es ist. „Es ist nicht schlimm, sich dagegen zu entscheiden“, sagte Schwartz, Marketingleiterin der LTM, eine Tourismusstadt wie Lübeck brauche nicht händeringend Schiffsreisende. Aber dann müsse die Stadt aufhören, sich mit Kiel und Rostock zu vergleichen. Schwartz: „Wer teilhaben möchte, kann nicht null Euro dafür ausgeben.“

Die Fachfrau steht mit der Mahnung nicht alleine. Vor knapp einem Monat appellierte Jobst Schlennstedt, Autor einer Potenzialanalyse für Travemünde, an Politik und Verwaltung, sich jetzt festzulegen:

„Entweder Deckel drauf oder sagen: Wir machen es.“

In ihrem Vortrag vor dem Lübeck Management skizzierte Schwartz den ernüchternden Ist-Zustand an der Trave. Die Anzahl der Anläufe schwanke seit Jahren zwischen 15 und 20. Kiel und Rostock haben die zehnfache Menge. Problem in Lübeck sind die Anleger. Schiffe bis 300 Meter passen nur an den Skandinavienkai. Doch die Anleger 3 und 4 braucht die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) für die RoRo-Fähren. Außerdem gebe es dort kein Terminal. Der Ostpreußenkai ist ein idealer Liegeplatz für Schiffe bis 200 Meter Länge. Größere Schiffe dürfen dort nicht festmachen. An den Burgtorkai passen Schiffe bis zu 160 Metern Länge. Schwartz: „Flusskreuzer könnten dort anlegen, aber dafür gibt es kaum Nachfrage.“

Der Verein Lübeck Cruise, in dem unter anderen die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Kaufmannschaft zu Lübeck, die LHG, die Sparkasse zu Lübeck, die LTM und die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft organisiert sind, will eine neue Standortanalyse anschieben, um endlich einen Platz für 300 Meter lange Urlauberschiffe zu finden. Die Marketingleiterin: „Wir brauchen einen Anleger. Die LHG muss mitmachen, sonst klappt das nicht.“ Außerdem arbeitet der Verein an einem Konzept, um einen hauptamtlichen Mitarbeiter einzustellen. Der soll 40 Stunden in der Woche den Markt bearbeiten. „Das Kreuzfahrtgeschäft macht man nicht nebenbei“, erklärte Schwartz.

Wie sehr der Markt boomt, machte die Marketingleiterin an wenigen Zahlen deutlich: 296 hochseetaugliche Kreuzfahrtschiffe seien auf den Weltmeeren unterwegs, 44 weitere Pötte würden bis 2022 gebaut.

23 Millionen Kreuzfahrtpassagiere gebe es weltweit. Die Ausgaben pro Passagier bezifferte Schwartz mit 60 Euro bis 80 Euro in den Häfen. Eine Potenzialanalyse von 2013 prognostizierte Travemünde bei einem Anleger für 300-Meter-Schiffe 127000 Passagiere. Macht mindestens 7,6 Millionen Euro, die vor Ort bleiben.

dor

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