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Lübeck Land und Stadt feilschen um das Wohngebiet Rothebek
Lokales Lübeck Land und Stadt feilschen um das Wohngebiet Rothebek
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23:04 25.06.2017
Attraktives Gelände: Im Baugebiet Rothebek an der Kronsforder Landstraße könnten schon bald neue Häuser entstehen. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Noch vor der Landtagswahl am 7. Mai sollte der Grundstücksdeal zwischen Land und Stadt gelaufen sein. Doch bis heute gibt es für das Baugebiet Rothebek an der Kronsforder Landstraße keinen Vertrag. Nicht nur die CDU fragt sich: „Wann kommt das Baugebiet Rothebek?“

Es geht um 50000 Quadratmeter Fläche, die das Land auf dem Höhepunkt der Flüchtlingszuwanderung erworben hat, um dort eine große Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zu bauen. Diese Pläne sind seit Längerem vom Tisch. Die Stadt meldete Interesse an dem Gelände an, für das ein Bebauungsplan besteht und auf dem sofort neue Wohnungen errichtet werden können. Das Land entschloss sich schließlich, Lübeck die Flächen für den ursprünglichen Kaufpreis von 3,5 Millionen Euro anzubieten. Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) soll die städtische Tochter KWL die Flächen erwerben, erschließen und vermarkten. Geplant seien rund 100 Wohneinheiten, von denen 30 Prozent Sozialwohnungen sein müssen. Darüber sind sich beide Seiten einig. Trotzdem stocken die Verhandlungen.

Nach LN-Informationen gibt es zwei Haken. Nummer eins: der Verkaufserlös. Sollte die KWL durch die Vermarktung der Grundstücke für Einfamilienhäuser und Sozialwohnungen mehr Geld als die 3,5 Millionen Euro einnehmen, will das Land einen Teil des Mehrerlöses abschöpfen. Dem Vernehmen nach deutlich mehr als die Hälfte. Das soll im Aufsichtsrat der KWL für Verärgerung gesorgt haben – nach dem Motto: Die KWL trägt das Risiko und bei Erfolg hält das Land die Hand auf. Das Kieler Finanzministerium bestätigt: „Eine Mehrerlösklausel ist Gegenstand der laufenden Verhandlungen.“

Nummer zwei: Nach LN-Informationen soll die KWL durch eine Förderbestätigung der Investitionsbank Schleswig-Holstein belegen, dass sie tatsächlich 30 Prozent Sozialwohnungen baut. Erst dann kann KWL-Chef Dirk Gerdes die Einfamilienhaus-Grundstücke auf den Markt bringen. „Das ist für uns indiskutabel“, erklärt Gerdes auf LN-Anfrage. Denn die Kosten der KWL sollen durch den Verkauf der begehrten Grundstücke für Häuslebauer finanziert werden. Gerdes ist dennoch zuversichtlich, dass beide Seiten sich einigen. Auch Bürgermeister Saxe sieht den ursprünglichen Zeitplan nur ein wenig ins Rutschen geraten.

Die CDU macht Druck. „Lübeck benötigt dringend neuen, attraktiven Wohnraum“, sagt der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Andreas Zander, „die Flächen sind ideal für junge Familien.“

Bis zu 2000 Flüchtlinge

Im Oktober 2015 wurden Pläne des Landes publik, dass auf dem fünf Hektar großen Gelände an der Kronsforder Landstraße eine Erstaufnahme für bis zu 2000 Flüchtlinge gebaut werden sollte. Für 3,5 Millionen Euro kaufte das Land die Flächen auf. Als die Flüchtlingszuwanderung nachließ, wollte das Innenministerium Rothebek als Reservefläche behalten. Im Februar 2017 bot das Finanzministerium die Flächen der Hansestadt zum Kauf an. Seitdem laufen Verhandlungen.

 Kai Dordowsky

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