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Lübeck Land zahlt Lehrern verspätet Geld
Lokales Lübeck Land zahlt Lehrern verspätet Geld
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18:15 13.09.2018
Viel Arbeit, kein Geld: Eine Software sorgt für Ebbe auf dem Konto von Hunderten Lehrern. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Ein sicherer Job: Lehrer an einer Schule. Bezahlt vom Land. Denkste! Seit Wochen wartet der Lübecker Lehrer Markus Ernst (Name von der Reaktion geändert) auf sein Gehalt. „Eine Empfehlung für das Land zu arbeiten wird es von mit nicht geben“, sagt er. Er hat an einer Lübecker Schule als Vertretungslehrer angefangen. Er unterrichtet dort Naturwissenschaften – seit dem Schulstart am 22. August. Gehalt hat Ernst seither nicht bekommen. Dabei hat er seinen Vertrag mit dem Land Schleswig-Holstein schon im Juli unterzeichnet. Ernst ist nicht der Einzige, der kein Geld für seine Arbeit erhält. 600 Beschäftigte des Landes sind nach Aussagen des Landes betroffen. Von „mehreren Tausend“ spricht indes die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Gewerkschaft protestiert

„Das ist ein Skandal“, sagt Sven Quirder, GEW-Kreischef Lübeck. Die Situation „sei für das Land und das Bildungsministerium beschämend“. Er macht klar: „So geht man nicht mit Mitarbeitern um.“ Vor allem nicht mit welchen, „die das Bildungssystem aufrecht erhalten und dafür sorgen, dass es verlässlichen Unterricht gibt statt Stundenausfall“. Denn betroffen seien landesweit „tausend Beschäftigte“, so Quirder. Vor allem diejenigen, die befristet angestellt sind, weil sie Lehrer vertreten, die in Elternzeit oder länger krank sind. Quirder kreidet vor allem an: „Die Betroffenen bangen um ihre Existenz.“ Denn Miete und andere Forderungen können nicht vom Konto abgebucht werden. „Und die zuständige Stelle im Ministerium ist nicht erreichbar!“

Technische Probleme bei der Abrechnung

Das Problem: Das Bildungsministerium fühlt sich als nicht zuständig. Ist es auch nicht so richtig. Obwohl es der Arbeitgeber der Lehrer ist. Der Grund: Abrechnungen gehören in die Zuständigkeit des Finanzministeriums. Die Auszahlung von Landesbeamten und -angestellten macht das Dienstleistungszentrum Personal Schleswig-Holstein (DLZP), die ehemalige Landesbesoldungsstelle. Die ausgelagerte Behörde ist für monatlich 100 000 Auszahlungen zuständig. Bei 600 Beschäftigten sei „es für August leider in mehreren Fällen zu Verzögerungen gekommen“, erklärt Svea Balzer, Sprecherin des Finanzministeriums. Grund seien technische Probleme, denn bei einer Software ist ein neues Modul eingeführt worden. Außerdem: In einigen Fällen haben Unterlagen für die Gehaltsabrechnung dem DLZP „nicht rechtzeitig oder nicht vollständig“ vorgelegen, erläutert Balzer. Vor einer Woche habe das Land jetzt aber die ausstehenden Löhne überwiesen. Einen entsprechenden Brief hat das Land auch an die Schulämter versandt.

Josephine von Zastrow

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