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Lübeck Landtagswahl: Gerangel bei der SPD um den Wahlkreis West
Lokales Lübeck Landtagswahl: Gerangel bei der SPD um den Wahlkreis West
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22:47 23.09.2016

Kampf um die besten Plätze bei der SPD: Fünf Genossen wollen in den Landtag – und dafür am 7. Mai 2017 von den Lübeckern gewählt werden. Doch es gibt nur drei Wahlkreise in der Hansestadt. Der Wettstreit spitzt sich zu im Wahlkreis West: Dort wollen zwei Frauen und ein Mann SPD-Kandidaten werden. Dieser Wahlkreis ist neu. Denn bei der letzten Landtagswahl hatte Lübeck nur zwei Wahlkreise – und die hatten Landtagsabgeordneter und Kreischef Thomas Rother sowie Landtagsabgeordneter Wolfgang Baasch geholt. Beide treten jetzt wieder an: Rother für den Wahlkreis Ost, Baasch für den Wahlkreis Süd. Die beiden SPD-Männer sind Langzeit-Landtagsabgeordnete: Rother sitzt seit 2000 im Parlament, Baasch seit 1996. Die Amtsinhaber haben keine Gegenkandidaten. Doch zur Wahl müssen sie sich auch stellen – wie die drei Neulinge, die um den Wahlkreis West rangeln. Gewählt wird auf dem SPD- Kreisparteitag in den Media Docks in genau einer Woche.

In der Hansestadt ist die SPD Platzhirsch: Sie hat seit Jahrzehnten die lübschen Wahlkreise direkt geholt. Damit ist für die SPD-Kandidaten ein gut bezahlter Job als hauptberuflicher Politiker im Landtag so gut wie sicher. Monatsgehalt etwa 8000 Euro. Mit ein Grund, warum die Nominierung als Landtagskandidat so beliebt ist – und der neue Wahlkreis West begehrt. Brisanteste Bewerberin: Andrea Aewerdieck-Zorom. Die 56-Jährige leitet das Büro der Bürgerschaft und muss sich dabei um alle Fraktionen der Bürgerschaft kümmern – egal welcher Coleur. Sie weiß selbst: „Meine jetzige hauptberufliche Tätigkeit verlangt zu Recht Neutralität“, schreibt Aewerdieck- Zorom in ihrer Bewerbung an die Genossen. „Doch gerne möchte ich mich wieder aktiv in das politische Gestalten einbringen.“ Ebenfalls bekannt in der Bürgerschaft ist Bewerberin Nummer zwei: Kerstin Metzner. Die 55-Jährige sitzt seit 2013 in der Bürgerschaft – und hat ihren Schwerpunkt im Bau- und Umweltbereich. „Ich mische mich gerne ein und beziehe Position“, erklärt Metzner ihren Genossen. Bewerber Nummer drei: Sebastian Oelkers. Der 37-Jährige ist im Lübecker Kreisvorstand und Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen. Seine Motivation für den Landtag „ist das Eintreten für eine gerechte Gesellschaft“, so Oelkers. Dafür wolle er kämpfen, mit „klarer Sprache, kühlem Kopf und heißem Herzen“.

Für ihn wird es schwierig. Denn: Mit den Amtsinhabern Rother und Baasch wollen schon zwei Männer in den Landtag – daher müsste eigentlich eine Frau ran. „Es wäre gut, wenn beide Geschlechter vertreten wären“, so Kreischef Rother.

Zudem hat die Lübecker CDU vorgelegt. Sie zieht mit zwei Frauen und einem Mann in den Landtagswahlkampf. Sie hat ihre Kandidaten im März nominiert. Für den Wahlkreis West kämpft Dagmar Hildebrand.

Ihr SPD-Gegner steht noch nicht fest. Den Wahlkreis Süd will CDU-Kreischefin Anette Röttger holen – und geht damit wahrscheinlich gegen Baasch ins Rennen. Den Wahlkreis Süd will indes Bürgerschaftsabgeordneter Ulrich Krause (CDU) gewinnen. Er tritt damit gegen Rother an. Doch es ist unwahrscheinlich, dass die lübsche CDU einen der Wahlkreise direkt gewinnt. Sie schielt daher auf gute Plätze auf der Landesliste – doch konnte sich nicht richtig durchsetzen. Röttger hat Platz neun – immer noch eine wackelige Sache. Aussichtslos sind Platz 21 für Hildebrand und Platz 35 mit Krause.

Die Lübecker Grünen gehen ebenfalls mit einer Frau ins Rennen. Bürgerschaftsabgeordnete Silke Mählenhoff ist bereits nominiert. Auch sie muss für einen guten Platz auf der Liste kämpfen. Die wird Ende Januar aufgestellt.

 Josephine von Zastrow

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