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Lübeck Landwege-Erlebnistag: Ohne Natur geht nichts
Lokales Lübeck Landwege-Erlebnistag: Ohne Natur geht nichts
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21:12 26.09.2016
Kleine Kletterer wollen hoch hinaus: Greta (3) beweist Mut und wagt sich auf der Leiter bis ganz nach oben. Gesichert wird sie von einem Team von Erlebnispädagogen. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn

Verwunschene Wege warten darauf, betreten zu werden. Am 2. Landwege-Erlebnistag hat sich der Jugend- und Naturschutzhof in ein vielschichtiges Gewand geworfen. Wer zur pulsierenden Mitte des Festes mit kulinarischer Verköstigung, Band, Ponyreiten und Puppenshow vordringen will, der muss erst ein Waldstück queren. Dort wartet Sonderbares auf den neugierigen Besucher. Ein großes „Frohkostmandala“ aus dem Erntegut des vereinseigenen Bioland-Betriebes liegt auf dem Feldweg. Ein Muster, zusammengesetzt aus Kürbissen, Kartoffeln, Möhren und in der Mitte ein großer Kohlkopf – von der Mittagshitze leicht lädiert, da macht der Anblick Lust auf Schatten.

Über 2000 Besucher streiften am Sonntag über den Ringstedtenhof – Neben Tieren und Natur gab es bei dem Fest auch wundersame Phänomene.

Helfende Hände ohne Ende

50ehrenamtliche Helfer und dazu Kooperationspartner wie der Geschichtserlebnisraum Roter Hahn oder Hanseapfel waren vor Ort. Außerdem präsentierten sich alle Lübecker Einsatzstellen des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) bei einer gemeinsamen Naturerlebnisralley für Groß und Klein.

So kommt der Traumpfad durch den Wald gerade recht. Große, mit Muscheln und Schleifen versehene Traumfänger hängen wie Spinnenweben zwischen den Bäumen. Gebastelt haben sie die Kinder und Erzieher des Landkindergartens. Nach ein paar verwunschenen Metern trifft man auf Melissa Warnke (23). Die junge Frau hat einen kurzen englischen Text auf einem Flipchart parat und fordert die Besucher auf:

„Zählen sie alle F's darin“. Die Besucher zählen, Warnke deckt den Text ab – und die meisten liegen falsch. Sie haben die drei „of“ im Text nicht wahrgenommen, „weil das Gehirn sie zum Verständnis der Sätze nicht braucht“, erklärt Warnke.

Wem das zu vergeistigt ist, der kann wie Lara (5) auch einfach klettern gehen. Voll ausgestattet mit Helm und Klettergurt sagt sie zuversichtlich: „Ich schaffe es bis ganz oben.“ Sie erklimmt in der Tat Sprosse um Sprosse der hohen Leiter, kommt nah an die umliegenden Baumkronen heran. Dann wird sie abgeseilt. Der Waldboden hat sie wieder; und es geht weiter.

Jetzt wird es bunter, reges Treiben herrscht inmitten des Hofes. Puppenspieler Norbert Lorenz lässt „Pedro den Feuerspucker“ Feuer spucken, drum herum sitzt man bei Brot aus dem Lehmofen, Linsensuppe oder Kräuterquark-Kartoffeln beieinander. Im Garten des Landkindergartens wird geknetet, ein paar Meter weiter ziehen Zwergponys ihre Runden. Und noch ein bisschen weiter gibt es ein heiteres Kräuterraten: Karoline Claudius (41) versucht sich gemeinsam mit ihren Töchtern Lilly (6) und Paula (11) an der Aufgabe. „Wir wussten alles bis auf das da“, sagt Lilly und zeigt auf zwei Gewächse, deren Geheimnis die zuständigen FÖJ’lerinnen am Tisch umgehend lüften. An Schnittsellerie und Oregano sind die beiden Mädchen gescheitert, dennoch ist ihr Wissen in Kräuterkunde beachtlich. „Wir haben auch fast alles davon im Garten“, erklärt ihre Mutter.

Apropos Garten: Pomologe Heinz Egleder (69) ist am Sonntag ebenfalls mit von der Partie. An seinem Stand informiert er über alles rund um lokale Apfelsorten wie den „Lübecker Marzipanapfel“, die „Prinzessin Lübeck“ oder den „Ruhm von Lübeck“. Sorten, die es nach Egleder unbedingt zu erhalten gelte. Bei den über rund 2000 Besuchern, die der Ringstedtenhof auf dem Fest verzeichnet, stößt Egleder damit sicher auf einige offene Ohren. Offene Ohren und offene Augen – für Äpfel, für Kräuter, Blumen, Tiere und Natur. Wie das eben sein soll auf dem Jugend- und Naturschutzhof.

Luisa Jacobsen

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