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Lübeck Lange Debatte um drohende Feuerwachen-Schließung
Lokales Lübeck Lange Debatte um drohende Feuerwachen-Schließung
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18:16 12.03.2016
Senator Bernd Möller (v. l.) und Stadtwehrführer Detlef Radtke (vorn) äußern sich bei der Jahresmitgliederversammlung über mögliche Zusammenlegungen von Wehren. Quelle: Christoph Brandt

Das Gutachten um die mögliche Schließung von acht Feuerwachen in der Hansestadt (die LN berichteten) ist unter den rund 100 anwesenden Feuerwehrleuten das Thema des Abends. „Die Kameraden haben Ängste aufgrund des Gutachtens“, sagt Stadtwehrführer Detlef Radtke bei der Jahresmitgliederversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Schönböcken. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren sind nach der Veröffentlichung der Sicherheitsberatung Luelf & Rinke in Aufruhr. Die Gutachter haben die Lübecker Feuerwehr auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Hansestadt möglicherweise auf sieben Freiwillige Feuerwehren sowie die Wache 4 in Schlutup verzichten könne.

Radtke, der auch Landesbrandmeister ist, versucht deshalb, seinen Kollegen die Verunsicherung zu nehmen. Der Stadtwehrführer will das Gutachten ganz anders verstanden haben, als es derzeit die öffentliche Debatte widerspiegelt. „Es geht in dem Gutachten nicht um die aktuelle Schließung von Feuerwehrstandorten“, sagt er in der Begrüßungsansprache an die Versammlung. Vielmehr gehe es den Gutachtern um eine Reduzierung der Standorte auf lange Sicht.

Die Schließung von Freiwilligen Feuerwehren sei aktuell gar nicht möglich, die Reduzierung von Einsatzkräften sei gar nicht das Thema des Gutachtens.

Auch Oliver Bäth, Leiter der Berufsfeuerwehr, betont: „Bei dem Gutachten handelt es sich zunächst nur um Vorschläge.“ Die Zusammenlegung der Freiwilligen Feuerwehren und die Schließung der Feuerwache 4 wären schon länger diskutiert worden, sie bekämen nun durch die Fixierung im Gutachten aber eine neue Qualität.

Abseits des Gutachtens nutzt die Feuerwehr das Motto der Versammlung „Nachhaltige Investitionen für die Sicherheit“ , um die Stadt aufzufordern, auch künftig in die Sicherheit der Bürger zu investieren. Dem Jahresbericht von 2015 zufolge werde ein bereits bestehender Investitionsstau schon jetzt immer größer. So seien für die Erhaltung der Fahrzeuge Mittel in Höhe von einer Million Euro erforderlich, ferner brauche die Freiwillige Feuerwehr den Neubau von Feuerwehrhäusern in Kronsforde und in Groß Steinrade.

Die Debatte um mögliche Schließungen der Feuerwehren wird die Retter weiterhin begleiten. Am Donnerstag wurde das Schriftstück Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) vorgestellt. Die Berufsfeuerwehr wird in den nächsten Tagen einen Vorlagenentwurf mit Verwaltungsempfehlungen zum Gutachten anfertigen. Dann ist die Stadt am Zug, das Thema zu behandeln.

cb

LN

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