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Lübeck Leber-Schule: Sanierung kostet fünf Millionen Euro
Lokales Lübeck Leber-Schule: Sanierung kostet fünf Millionen Euro
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22:24 04.09.2017
620 Schüler zählt die Julius-Leber-Schule, die einen Standort am Marquardplatz und einen in der Brockesstraße hat. 50 Lehrkräfte unterrichten dort. Das Gebäude am Marquardplatz wurde 1904 errichtet und steht seit 2007 unter Denkmalschutz. Quelle: Lutz Roessler/gmhl
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Gestern startete der Unterricht nach den Sommerferien auch an der Julius-Leber-Schule. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Ein großer Teil des Standortes Marquardplatz ist gesperrt, weil sich der Putz großflächig von Decken und Wänden löst und außerdem der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist. „Im Fall eines Feuers besteht die Gefahr, dass Decken herunterrauschen“, berichtete Dennis Bunk, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, gestern im Bauausschuss der Bürgerschaft.

Putz bröckelt, Brandschutz nicht gewährleistet, große Teile des Gebäudes am Marquardplatz gesperrt – CDU: Bau einer neuen Schule prüfen.

„Wir müssen überlegen, ob sich die Sanierung lohnt.“ Ulrich Brock CDU-Baupolitiker

Bunk schätzt, dass die Sanierung des Gebäudes, das Aufstellen von Containern und die ohnehin geplanten Sanierungsmaßnahmen zusammen rund fünf Millionen Euro verschlingen werden. Die CDU regt deshalb an, vor einer aufwendigen Sanierung des Gebäudes auch den zweiten Standort an der Brockesstraße unter die Lupe zu nehmen. Die Schule ist auf zwei Standorte verteilt, beide Gebäude sind alt. „Den Standort Brockesstraße konnten wir noch nicht untersuchen“, sagte Bunk. „Wir müssen wissen, ob dieses Gebäude auch saniert werden muss“, erklärte CDU-Fraktionschef Christopher Lötsch. Denn wenn weitere Millionensummen auf die Stadt zukämen, stelle sich die Frage, „ob sich eine teure Sanierung überhaupt lohnt oder ob wir gleich eine neue Schule bauen“, sagte CDU-Baupolitiker Ulrich Brock.

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„Zwei große Gebäude aufzugeben, wäre eine große Nummer“, meinte Andreas Borchardt vom Bereich Schule und Sport, der sich nicht vorstellen kann, dass sich die Hansestadt einen Neubau leisten kann. Die Stadt könne aber auch keine Gebäude aufgeben, weil die Zahl der Schüler stark steige. Borchardt: „Wir werden an vielen Schulen anbauen müssen.“ Ute Friedrichsen (SPD) brachte die ehemalige Friedrich-List-Schule an der Schwartauer Allee ins Gespräch, die an einen Investor verkauft wurde. „Können wir den Investor nicht fragen, ob er das Gebäude vorübergehend an uns vermietet?“, fragte sie. Andreas Borchardt bestätigte, dass die Julius-Leber-Schule dort untergebracht werden könnte. Aber auch die ehemalige List-Schule müsse erst einmal saniert werden.

Das Gebäudemanagement konzentriert sich jetzt auf eine Interimslösung für den Marquardplatz – basierend auf einem 15-Punkte-Plan. Dazu gehört, dass Lehrer im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen werden und zusätzliche Wände in dem Gebäude eingezogen wurden. Keller und Dachgeschoss wurden abgesperrt, ein Großteil der Schüler wird jetzt am Standort Brockesstraße unterrichtet. 18 Container in drei Geschossen sollen dort aufgestellt werden. Aber das dauert voraussichtlich bis Januar oder Februar 2018 – das GMHL braucht Genehmigungen, Planer, Fundamente und Wasseranschlüsse. Parallel wird an der Sanierung des Standortes Marquardplatz geplant. Dort müssen Decken, Elektroleitungen, Fenster und Brandschutz erneuert werden. GMHL-Chef Bunk schätzt, dass die Gesamtmaßnahme im Herbst 2019 abgeschlossen sein könnte.

 Kai Dordowsky

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