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Lübeck Leere Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag
Lokales Lübeck Leere Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag
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19:12 06.11.2017
Yvonne Wittfot war in ihrem Hutgeschäft am Sonntag fast allein. Aber sie baut auf die Skandinavier, die in der Adventszeit kommen. Quelle: Foto: Maxwitat
Lübeck

Es braucht nicht viele Kunden, damit es im Candy-Shop voll ist. In dem winzigen Geschäft in der Pfaffenstraße verkauft Nicole Johannesson Süßigkeiten, vor allem alle erdenklichen Sorten Lakritz. Sie ist die Inhaberin des Familienbetriebs. „Es lohnt sich für uns immer, wir brauchen jede Mark“, sagt sie. „Und es ist ja auch eine Werbung, wenn wir sonntags auf haben.“

Aber sie hat schon bessere verkaufsoffene Sonntage erlebt. Sie sieht die Ursache vor allem im Wetter. „Ich sage mal: Es ist Citti-Park- Wetter“, sagt sie. Und fängt gleich an zu klagen über die wenigen, teuren Parkplätze in der Innenstadt. Diese Kritik kommt auch beim Lübeck Management an. „Nicht nur dieser Sonntag war mäßig. Es zieht sich wie ein roter Faden durch, dass immer weniger Kunden die City besuchen und stattdessen in die Center fahren“, sagt Geschäftsführerin Olivia Kempke. „Die Kunden glauben, dass sie dann nicht im Stau stehen, und außerdem ist alles überdacht“, so Kempke. Dabei bildeten sich auch vor den Shoppingcentern lange Autoschlangen. „Wir hatten eine tolle Frequenz. Es war viel los, und wir sind sehr zufrieden“, sagt Sascha Warnken, Center-Manager im Citti-Park.

In der Hüxstraße war mäßiger Betrieb. „Sonst ist es um 13 Uhr schon so, dass Leute draußen warten, dass die Geschäfte endlich aufmachen“, sagt Anne Schock (50), die im Modegeschäft Romeo & Julia Outlet-Kleidung verkauft.

Bei Yvonne Wittfot (37), Verkäuferin im Hutgeschäft My Hats for Men, ist bis 14.30 Uhr noch gar kein Kunde vorbeigekommen. „Der letzte verkaufsoffene Sonntag war super“, sagt sie. Sie bleibt ganz entspannt: „Das kann ja noch werden.“ Und wenn nicht – in der Adventszeit werde das Geschäft dann auf jeden Fall wieder anziehen. „Wir können uns nicht beschweren. Es geht stetig bergauf. Im Winter sind viele Skandinavier hier.“

Die 37-Jährige hat auch nichts dagegen, am Sonntag zu arbeiten. „Aber was ich schlimm finde: Wenn ich lese, dass Geschäfte am Heiligabend aufmachen wollen. Das ist eine Nummer zu viel“, sagt Wittfot.

„Das sei den Kolleginnen doch mal gegönnt, dass sie frei haben.“

kab/mwe

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