Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Leichter Aufschwung im Lübecker Hafen
Lokales Lübeck Leichter Aufschwung im Lübecker Hafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 22.01.2019
Viel los am Skandinavienkai: Die Bilanz der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) 2018 fällt gut aus. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Gute Bilanz: Ein leichtes Plus für 2018 hat die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) eingefahren. An den lübschen Kaikanten wurden 22,1 Millionen Tonnen umgeschlagen – das sind 1,2 Prozent mehr als 2017. Damit hat die LHG ein gutes Jahr hinter sich. Sie ist der größte Hafenbetreiber. „Das sind Zahlen, die uns beflügeln“, freut sich LHG-Chef Sebastian Jürgens. Denn der Gesamthafen Lübeck hat sein Ergebnis des Vorjahres nur knapp gehalten und ein kleines Minus eingefahren. An allen Kaikanten der Stadt wurden 25 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das sind 0,3 Prozent weniger als 2017.

Lübeck knapp auf Platz zwei

Dennoch: Lübeck steht gut da – im Vergleich zu den Konkurrenzhäfen Rostock und Kiel. Rostock belegt noch Platz eins der deutschen Ostseehäfen. Dort wurden 2018 immerhin 25,6 Millionen Tonnen umgeschlagen. Doch Lübeck ist dicht dran auf Platz zwei mit 25 Millionen Tonnen. Aber: Die Tendenz in Rostock zeigt nach unten. Denn die Rostocker verzeichnen 2018 ein Minus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Kiel ist der Umschlag ebenfalls weniger geworden. Dort wurden 7,4 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das sind 3,5 Prozent weniger als 2017.

Mehr Trailer in Lübeck

Die Gründe: Im Gesamthafen Lübeck sind Lastwagen und Trailer weniger geworden, die Container indes gestiegen. Das gilt auch für die LHG als größten Hafenbetreiber – jedenfalls fast. Der entscheidende Unterschied: Die Zahl der Trailer stieg bei der LHG massiv an im Gegensatz zum Gesamthafen. Um mehr als zehn Prozent. Das ist wichtig für die LHG. Denn das Abfertigen der Trailer beschäftigt viele Hafenarbeiter. Mehr Trailer bedeutet auch mehr Arbeit für die LHG-Tochter Baltic Rail Gate. Sie verfrachtet die Trailer vom Schiff auf die Schiene. Erstmals in ihrer Geschichte hat sie die 100 000er-Marke geknackt – mit exakt 103 800 Trailern und Containern, die verladen wurden. Damit liegt Lübeck weit vor Rostock, die 80 000 Container und Trailer verladen haben. Zudem: Der Papierumschlag in Lübeck stieg ebenfalls – um sechs Prozent. Ebenfalls eine Tätigkeit, die viele Hafenarbeiter erfordert.

Das Geschäft boomt: Die Baltic Rail Gate verlädt Trailer und Container vom Schiff auf die Schiene – und hat 2018 die 100 00-er-Marke geknackt. Quelle: Michael Imhoff

Weniger Umschlag in Rostock und Kiel

Die Gründe für den Rückgang in den Konkurrenzhäfen: In Rostock gingen die Massengüter zurück wie Gerste oder Weizen. „Diese Verluste sind Sonderfaktoren wie eine schlechte Ernte und planmäßige Wartungsarbeiten bei wichtigen Verladern“, erklärt Chef Jens A. Scharner. Das sei kein genereller Trend. In Kiel indes wird der sinkenden Umschlagszahlen vor allem mit dem langen Aufenthalt der „Stena Scandinavica“ begründet, die dadurch auf der Route von Kiel ins schwedische Göteborg ausfiel. „Wirtschaftlich wird das mit den wachsenden Passagierverkehr kompensiert“, so Geschäftsführer Dirk Claus.

Große Investitionen in den Häfen

Ausblick: 2019 sieht LHG-Chef Jürgens positiv. Denn der Skandinavienkai wird erweitert – von derzeit 66,9 Hektar auf dann 82,9 Hektar. Zudem entstehen zwei Lagerhallen. Das Gesamtprojekt kostet 68,3 Millionen Euro und ist Ende 2021 fertig. Die LHG konzentriert ihren Umschlag immer mehr an den Skandinavienkai. Aber auch der Seelandkai wird ausgebaut – das Areal vergrößert sich von 15,8 Hektar auf dann 16,8 Hektar. Aber auch in den Konkurrenzhäfen wird kräftig gebaut. In Rostock werden 40 Millionen Euro investiert unter anderem in Liegeplätze. In Kiel werden mehr als 30 Millionen Euro investiert. Dort wird unter anderem eine Landstromanlage gebaut.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!