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Lübeck „Lernen Sie Hansisch!“
Lokales Lübeck „Lernen Sie Hansisch!“
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08:32 28.02.2014
Studieren das Programm des Hansetages: Martin Herold (44, v. l.), Sylvia Raidoja (20, Estland), Hanna Seitsonen (24, Finnland), Ave Kongi (30, Estland) und Dieter Spieß (69). Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Es ist ein ehrgeiziges Projekt der Deutschen Auslandsgesellschaft und des Vereins Lübeck Partner: Zum Hansetag vom 22. bis 25. Mai heißt es am Koberg „Lernen Sie Hansisch“. Sprachwissenschaftlich, sagt Martin Herold als Geschäftsführer der Deutschen Auslandsgesellschaft, sei das natürlich Unfug, denn „Hansisch“ gibt es nicht.

Der Plan: Muttersprachler aus möglichst allen Ländern der Hanse sollen Smalltalk in ihrer jeweiligen Sprache vermitteln. Sätze wie „Wo ist mein Schiff?“, „wo kann ich etwas zu trinken bekommen?“, „Danke!“, „Bitte“ werden mittels Audio-Dateien und gedruckt vermittelt. In nicht immer korrekter, sondern für jeden verständlicher Laut- oder Umschrift. Herold: „Wir wollen alle Lübecker Bürger ansprechen, nicht nur die sogenannten Bildungsbürger.“

Auf dem Koberg, vor allem aber im zweiten Stock des Hoghehuses, werden Deutschlehrer aus Estland, Litauen, Russland, Finnland, Polen, Schweden, den Niederlanden und anderen Hanse-Ländern mit Einheimischen und Gästen ins Gespräch kommen. Finden möchte Herold die Lehrkräfte, die während des Hansetages in Familien untergebracht werden, über die vielen Kontakte, die die Deutsche Auslandsgesellschaft pflegt. Eine Beteiligte ist spontan gefunden: Kaili Tomson aus Estland. Die 23-Jährige, die Deutsch auf Lehramt studiert, hat soeben über die Lübecker Gesellschaft ein Mini-Referendariat in Schleswig-Holstein absolviert. „Ich interessiere mich sehr für die verschiedenen Kulturen. Da ist der Hansetag eine wirklich tolle Gelegenheit, viele Menschen kennenzulernen“, sagt sie. Auch hansisch ist sie sehr interessiert, denn in ihrer Heimatstadt Viljandi gebe es alljährlich ein kleines Hanse-Festival, „an dem ich immer teilnehme“.

Sie und die hoffentlich vielen Kollegen reisen im Mai zwei bis drei Tage vor dem Hansetag an, um gemeinsam entsprechende Smalltalk-Sätze zu entwickeln und aufzunehmen. Übrigens: Gemeinsam mit dem Verein Lübeck Partner beteiligt sich die Deutsche Auslandsgesellschaft auch am „Lübeck-Salon“. Klönschnacker plaudern am 25. Mai von 14 bis 16 Uhr mit Gästen im Hoghehus bei Kaffee und Kuchen. Die Lübeck Partner begleiten darüber hinaus die Deutschlehrer auf Rundgängen, bieten Lübecks Gästen Beratung und Auskunft an. Dieter Spieß, verheiratet mit einer Schwedin, kann aus tiefstem Herzen für Kontaktaufnahme mit unseren Nachbarn werben: „Jedes solcher Treffen erweitert den Horizont — das merkt man, wenn man einmal teilgenommen hat.“

Die Deutsche Auslandsgesellschaft und ihre Partner sind vom 22. bis 24. Mai von 11 bis 20 Uhr und am 25. Mai von 11 bis 16 Uhr für Gäste des Hansetages und für interessierte Lübecker im Hoghehus, Koberg 2, da.

Die Gesellschaft
1949 wird die Deutsche Auslandsgesellschaft gegründet. Zweck ist laut Satzung die „Pflege der deutschen Beziehungen zum Ausland, insbesondere in persönlicher und kultureller Hinsicht“. Sie will zur Völkerverständigung beitragen.
Heute gehört die Aus- und Fortbildung von Deutschlehrern aus dem Ausland zu den Hauptaufgaben. Sie wird gefördert vom Auswärtigen Amt.

Sabine Risch

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