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21:11 11.04.2017
Mit dem Schwerlastkran aufs Dach: Nur eineinhalb Stunden dauerte das Aufstellen gestern. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
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St. Lorenz Süd

Wortwörtlich ein Drahtseilakt war gestern Vormittag das Aufstellen von drei Schornsteinen auf dem Dach des neuen Blockheizkraftwerks im Töpferweg.

Auf dem Dach des Blockheizkraftwerks im Töpferweg wurden gestern die Schornsteine aufgestellt.

Mit der Fertigstellung der Kaminanlage ist jetzt der letzte große Bauabschnitt hin zum fertigen Blockheizkraftwerk abgeschlossen.

Zwei Schwerlastkräne bugsierten die je zwei Tonnen schweren Schornsteine auf den ehemaligen Bunker, der ab Mitte Mai das Netz in St. Lorenz speisen soll und unter anderem die Musik- und Kongresshalle mit Fernwärme versorgen wird. „Das Wärmenetz reicht dann vom Ziegelteller südwärts über Buntekuh, die Kamelbrücke, wieder nordwärts über den Bahnhof bis zur MuK“, berichtet Björn Ruschepaul, Projektleiter der Stadtwerke.

„Ehrlich gesagt war ich schon überrascht, wie problemlos das Aufstellen geklappt hat“, sagt Hartmut Köhn, Projektleiter der Stadtwerke Tochtergesellschaft Netz Lübeck, der gestern vor Ort ist. Nach insgesamt eineinhalb Stunden ragen die drei 15 Meter hohen Schornsteine schon fest installiert in die Höhe.

Dabei war die Vorbereitung recht aufwendig: „Für die Aufstellung musste ein eigenes Fundament auf dem Dach gegossen werden“, so Ruschepaul. Dieses Fundament bilde zusammen mit der 1,40 Meter starken Bunkerdecke sowie unter der Decke montierten Stahlträgern die Basis der Kaminanlage. Gehalten werden die Schornsteine jetzt durch insgesamt 24 Stahlgewindestangen.

Der Umbau des 1941 fertiggestellten Luftschutzbunkers zum Blockheizkraftwerk hat die Stadtwerke neben vier Millionen Euro Investitionsmitteln auch viel Mühe gekostet: „Seit 2015 steht das Gebäude unter Denkmalschutz“, sagt Ruschepaul. „Deshalb mussten zum Beispiel Abbruchkanten im Bunker erhalten bleiben. Der Umbau des Gebäudes, das aufgrund seiner Ähnlichkeit zum römischen Original auch „Engelsburg“ genannt wird, dauerte so länger als erwartet. „In der Planungsphase hatten wir Ende 2016 angepeilt“, bestätigt Köhn. „Doch so ein denkmalgeschützter Bunker hält baulich einige Überraschungen bereit.“

Dass der Energiebunker jetzt erst in Betrieb geht, bedeutet auch, dass er sich langsam „warmlaufen“ kann: „Der Vorteil von Blockheizkraftwerken ist ja die Nutzung von Abwärme, die bei der Verbrennung von Erdgas entsteht“, erklärt Köhn. Im Sommer brauchen die Haushalte weniger Wärme, so werde auch weniger Abwärme produziert. Der Energiebunker läuft jetzt also eine Weile auf Sparflamme.

 Luisa Jacobsen

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