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Lübeck Letzte Chance für den Flughafen: Fünf Bewerber für Blankensee
Lokales Lübeck Letzte Chance für den Flughafen: Fünf Bewerber für Blankensee
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00:00 16.10.2012
Von Lübeck gen Osten: Der ungarische Billigflieger Wizz Air verbindet Blankensee mit Danzig (Polen) und Kiew (Ukraine).
Lübeck

Fünf wollen den Flughafen: Von den sechs Interessenten für den Airport haben fünf ein Angebot bei der Hansestadt abgegeben. Sie wollen den Flughafen kaufen. Das wird Zeit, denn nur noch bis Ende des Jahres gibt es Geld für den Airport in Blankensee – erzwungen durch den Bürgerentscheid 2010. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, freut sich Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). „Das zeigt, dass es ein großes Interesse an dem Flughafen gibt.“ Namen nennt er allerdings nicht. Die Bewerber hätten aber „in der einen oder anderen Weise mit Luftfahrt zu tun“, so der Verwaltungschef. Bekannt ist indes, dass sich Euroimmun-Chef Professor Winfried Stöcker für den Flughafen interessiert – zusammen mit anderen regionalen Firmen. Jetzt starten die Verhandlungen mit den potenziellen Geldgebern. In vier bis sechs Wochen sollen sie abgeschlossen sein. Voraussichtlich am 29. November entscheidet die Bürgerschaft darüber, ob sie den Flughafen verkauft – und an wen. „Wir müssen Klarheit darüber haben, wie die Angebote genau aussehen“, sagt SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt. Bis Ende November wird daher am Flughafen nichts Entscheidendes passieren. Sehr zur Sorge von Airport-Chef Professor Jürgen Friedel. „Die Situation ist unerträglich“, gibt er zu. Es fehle Planungssicherheit. Mietverträge mit Läden können nicht verlängert, Aushilfskräfte nicht eingestellt und Hangarplätze für Privatflugzeuge nicht länger vermietet werden. Denn: Entscheidungen, die über 2012 hinausgehen, dürfen weder Friedel noch sein Aufsichtsrat treffen. Sie müssen seit kurzem durch die Politiker des Hauptausschusses genehmigt werden. Friedels größtes Problem: Wizz Air. Der ungarische Billigflieger will weiterhin ab Lübeck fliegen und seinen Vertrag mit dem Flughafen verlängern, der Ende März 2013 ausläuft. Wizz Air bedient die Strecke nach Danzig in Polen und nach Kiew in der Ukraine. Doch Friedel sind die Hände gebunden. Jetzt soll der Hauptausschuss am nächsten Dienstag darüber befinden. Aber alle Zeichen stehen auf: keine Entscheidung. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende November damit warten“, sagt Finanzexperte Jan Lindenau (SPD). Er wolle erst Klarheit darüber haben, ob ein Investor am Airport zu den Bedingungen der Stadt einsteigt. Sollte es zur Abwicklung kommen, dann könne man Wizz Air auch nichts zusagen, so Lindenau.

Frank Zander (CDU) warnt die Sozialdemokraten davor, die Verhandlungen mit den Investoren mutwillig scheitern zu lassen.

„Ich habe Angst, dass auf der Zielgeraden noch so viele Hürden aufgebaut werden, dass wir das Ziel nicht erreichen“, sagt Friedel verzweifelt. Denn Wizz Air wolle bis Ende Oktober Bescheid haben, so der Airport-Chef. „Sonst fängt die Airline an, sich nach Alternativen umzuschauen.“

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