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Lübeck Linden: Aktionsbündnis startet das Bürgerbegehren
Lokales Lübeck Linden: Aktionsbündnis startet das Bürgerbegehren
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14:34 25.07.2016
48 Winterlinden stehen an der Untertrave. Ab Oktober sollen sie gefällt werden, damit eine Flaniermeile entstehen kann. Quelle: Fotos: Dpa, Felix König

Das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ hat mehrheitlich beschlossen, ein Bürgerbegehren gegen die Fällung von 48 Winterlinden an der Untertrave zu starten. Das bestätigt die Baumfreundin und Bürgerschaftsabgeordnete Katja Mentz (GAL) auf LN-Anfrage. Vorangegangen war ein letzter Einigungsversuch mit der Bauverwaltung. Der ist nach übereinstimmenden Berichten beider Seiten gescheitert.

„Wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingt, die Unterschriften zu sammeln.“GAL-Politikerin Katja Mentz

Am Donnerstagabend trafen sich Bausenator Franz-Peter Boden (SPD), die Welterbe-Beauftragte Christine Koretzky sowie weitere Vertreter aus den Bereichen Stadtgrün, Bauen und Umwelt mit 35

Mitstreitern des Bündnisses. Zwei Stunden lang suchten beide Seiten eine Annäherung der Positionen. Das gelang nicht. Die Bauverwaltung schlug vor, statt der 60 Perlschnurbäume, die die Linden ersetzen sollen, einheimische Bäume zu pflanzen. Aber das genügte dem Bündnis nicht. „Wir wollen die Linden erhalten“, sagt Mentz. Auch der Vorschlag eines Moderators, ein weiteres Gespräch zu vereinbaren, wurde abgelehnt.

Die Bauverwaltung nimmt das mit Unverständnis zur Kenntnis. Und warnt vor den Folgen eines Bürgerbegehrens. „Die Verwaltung hofft, dass jedem Bürger bewusst ist, dass mit dem Votum zum Erhalt der Bestandslinde gleichzeitig das Votum gegen die geförderte Umgestaltung Untertrave abgegeben wird“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung. Welterbe-Beauftragte Koretzky wird deutlicher:

„Wenn das Bürgerbegehren durchkommt, ist die Umgestaltung tot.“ Die Bauverwaltung hat Argumente zusammengetragen, warum die Linden fallen müssen. Wegen der Höhenunterschiede zwischen den Linden und der Hafenkante könne kein durchgehend barrierefreier Promenadenweg hergestellt werden. Die behindertengerechte Nutzung sei aber eine Voraussetzung für die Fördergelder. Die Mehrzahl der Linden müsse ohnehin in den nächsten fünf bis zehn Jahren ausgetauscht werden. Die Planung stehe unter enormem Zeitdruck. Mitte Oktober müsse mit dem Bau begonnen werden.

Im Bereich der Linden soll im Oktober eine Baustraße erstellt werden. Komme es zu Verzögerungen, sei die Fertigstellung Ende 2018 nicht haltbar. Das gefährde die Fördermittel. Wenn das Projekt scheitere, seien nicht nur die Mittel weg, es gebe auch keine zweite Chance auf eine Bezuschussung in gleicher Höhe – und Lübeck würde einen Imageverlust erleiden. 15,6 Millionen Euro soll die Umgestaltung kosten. Der Großteil stammt aus Zuwendungen des Bundes, der EU und des Landes. Die Bauverwaltung: „Soeben ist die erfreuliche Mitteilung aus Kiel eingetroffen, dass europäische Fördermittel in vollem Umfang von sechs Millionen Euro bewilligt wurden.“

Das Aktionsbündnis, das sich aus Bürgern und Politikern zusammensetzt, will bis Mitte September über 8000 Unterschriften sammeln. „Wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingt“, sagt Katja Mentz. Um loslegen zu können, braucht das Bündnis eine Auskunft der Stadt, wie viel der Erhalt der Linden und die Umplanung kostet. Diese Angaben erwartet das Bündnis bis Dienstag. Bei einer Umfrage bei LN-Online stimmten 62 Prozent von 1230 Teilnehmern für ein Bürgerbegehren, 27 Prozent dagegen, elf Prozent war es egal.

Kai Dordowsky

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