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Lübeck Lindenaus sechs Punkte für sechs Jahre
Lokales Lübeck Lindenaus sechs Punkte für sechs Jahre
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20:48 01.11.2017
10000 Exemplare des Magazins „Mein Lübeck“ verteilt Jan Lindenau – hier an einem seiner roten Briefkästen – im Schlussspurt in Lübeck. Quelle: Foto: Felix König
Lübeck

„Ich habe nicht nur tolle Ideen“, sagt der SPD-Politiker, „ich weiß auch, wie ich sie finanzieren will – das unterscheidet mich von allen anderen Kandidaten.“ Zwischen acht und zehn Millionen Euro will Lindenau, wenn er am 5. November zum Bürgermeister gewählt wird, bei der Stadtverwaltung einsparen. „Bis 2030 verabschieden wir 42 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand“, rechnet der 38-jährige Bankkaufmann vor, „das sind rund 1400 Personalstellen.“ Lindenau will 200 davon nicht wieder besetzen, sondern durch digitale Prozesse ersetzen. Dazu muss er zunächst in die Digitalisierung der Stadtverwaltung investieren. „Aber nur einmal“, erklärt Lindenau, „die Personalkosten sparen wir dann jedes Jahr.“

Weitere zehn bis 15 Millionen Euro will er aus dem Verkauf von Gebäuden der Stadt erwirtschaften. Immer noch würden Objekte wie die frühere Schule in Siems vor sich hin rotten, obwohl es längst Investoren gebe. Allein der Verkauf der jetzigen Bauverwaltung am Mühlendamm brächte 6,8 Millionen Euro. Schließlich will der SPD-Politiker die zahlreichen städtischen Unternehmen effizienter steuern und damit die Verluste senken und die Überschüsse steigern.

Um den Bürgerservice zu verbessern, hält Lindenau an seiner Idee fest, einen neuen Verwaltungsstandort in der Innenstadt zu etablieren. Ihm schwebt weiterhin die Königpassage vor (LN berichteten), wo 7000 Quadratmeter Fläche auf Angestellte und Beamte warten. Die geschlossenen Stadtteilbüros will er wieder öffnen und zu Stadtteilhäusern ausbauen.

Um Staus zu bekämpfen, will Lindenau die Verkehrslenkung modernisieren – und den Bürgern wichtige Informationen auf das Smartphone schicken oder ins Navi einspeisen. Bei der Dauerbaustelle Possehlbrücke soll der Knoten durchgeschlagen werden. Lindenau will mit der Baufirma einen Preis und einen Termin für die Fertigstellung vereinbaren. Alle strittigen Fragen sollen später juristisch geprüft werden. Außerdem verspricht er: „Bis zur Fertigstellung der Possehlbrücke wird keine andere Brücke angepackt.“

Schulen will der Kandidat weiter sanieren oder gleich neu bauen, wenn bestehende Gebäude nicht mehr den wärmetechnischen und pädagogischen Erfordernissen entsprechen. Bei der anstehenden Sanierung der Julius-Leber-Schule kann sich Lindenau einen Neubau auf dem früheren Schlachthof-Gelände vorstellen. Die Ferienbetreuung in Kitas und Schulen will der SPD-Politiker ab 2019 ausweiten. Außerdem will er mehr Springerkräfte für alle Kitas einstellen.

Um die dringend benötigten Wohnungen zu schaffen, plant Lindenau einen neuen Stadtteil zwischen Schwartauer Allee und Wallhalbinsel. 1000 bis 1200 Wohnungen könnten dort entstehen, außerdem Kleingewerbe, Nahversorgung und viel Grün. Kultur gibt es bereits durch die Gollan-Werft.

Große Pläne hat der Bewerber auch für die städtischen Seniorenheime. Die will er weder verkaufen noch abwickeln, sondern fit für die Zukunft machen. Lindenau schlägt vor, Teile der großen Grundstücke an Wohnungsbaugesellschaften zu verkaufen. „Damit erzielen wir Einnahmen, die in den Neubau von Senioreneinrichtungen investiert werden.“ Drei neue städtische Heime könnten auf diese Weise errichtet werden. „Das werden wir allerdings nicht in den ersten sechs Jahren schaffen“, räumt er ein.

Der sechste Punkt auf seiner Agenda gehört dem Ehrenamt. Lindenau will eine zentrale Koordinierungsstelle einrichten, an die sich alle Vereine und Verbände wenden können. Die soll finanziell abgesichert sein und vor allem in den Fördertöpfen der Europäischen Union Gelder einwerben. Lindenau: „Einen EU-Antrag kann kein Verein allein ausfüllen.“

Wahlberichterstattung in den LN

Alle Ergebnisse und Ereignisse gibt es live am Wahlabend auf www.LN-online.de/Wahl. Dort finden Sie auch alle Kandidatenporträts inklusive Videos der Bewerber.

In Ihrer LN lesen Sie in der Freitagsausgabe alle wichtigen Infos zur Bürgermeisterwahl und am Sonntag die Schlussstatements der Kandidaten an die Leser. Am Dienstag gibt es dann umfangreiche Analysen, Aussichten und Interviews zur Wahl in Ihrer Zeitung.

Kai Dordowsky

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