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Lübeck „Lisa von Lübeck“ muss in die Werft
Lokales Lübeck „Lisa von Lübeck“ muss in die Werft
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Die Hydraulik des Bugstrahlers wurde beschädigt. Mit einem Gerüst konnte der Schaden untersucht werden. Quelle: Foto: Cosima Künzel
Innenstadt

Es ist ein bisschen, als läge ein Fluch über den Juni-Ausfahrten der Kraweel „Lisa von Lübeck“. Als sie vor knapp zwei Wochen zum Hansetag ins niederländische Kampen reisen wollte, gab es im Sturm beim Abwettern in der Elbmündung ein Problem mit dem Anker (die LN berichteten). Die Kraweel musste umkehren und nach Lübeck zurückfahren, „weil wir mit verbogenem Anker nicht auf große Fahrt hätten gehen können“, sagt Kapitän Dieter Baars. Jetzt fallen – mitten in der Hochsaison – einige Fahrten aus.

Kartenrückgabe

Wer bereits Karten für Fahrten in der kommenden Woche gekauft hat, kann sie zurückgeben. Das Geld wird dann ausgezahlt oder (bei vorheriger Überweisung) zurück überwiesen. Geöffnet ist das Büro der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck dienstags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr. Telefonisch erreichbar ist es unter 0451/7982740, E-Mail: kontor@hanseschiff-luebeck.de.

Erst im Juni 2015 war die „Lisa von Lübeck“ auf der Trave – Höhe der einstigen Herrenbrücke – mit der 191 Meter langen Frachtfähre „Transpaper“ kollidiert. Dabei brach der noch recht neue Klüverbaum der Kraweel, die Fähre wurde ebenfalls beschädigt. Verursacht wurde die Kollision vermutlich durch einen Manövrierfehler der „Lisa“-Besatzung.

Wiederum zwei Jahre zuvor, ebenfalls im Juni, war die vor Anker liegende Kraweel vor der Insel Texel von der 122 Meter langen russischen Viermastbark „Sedov“ gerammt worden. Damals wurden Klüverbaum oder Bugspriet, ein Teil der Reling und das Vorderkastell beschädigt. Den Klüverbaum hatte man komplett austauschen müssen.

Jetzt also der Anker. Wobei der nicht der Grund ist, warum das Schiff sich Sonntag auf die Reise nach Svendborg macht, wie Bootsbaumeister Heino Schmarje erklärt. „Der Anker ist wieder dran, den haben sie bei LMG gerichtet.“ Dass er sich bei dem Manöver verbog, ist nicht so ungewöhnlich, weil es sich um einen leichten Pfluganker handelt, der nicht durch sein Gewicht, sondern durchs Eingraben in den Grund das Schiff hält. Es sind laut Schmarje nur „30 Millimeter Blech“. Beim Sturm-Manöver in der Elbmündung sei jedoch die Ankerkette unters Schiff geraten. Als der Anker wieder gehoben werden sollte, drückte die Kette die Rohre der Hydraulik fürs Bugstrahlruder platt. „Durch die Rohre geht zwar noch alles durch“, sagt Schmarje, „die Rohre sind auch dicht, aber man weiß nicht, wie lange noch.“ Wenn dann während der Fahrt plötzlich Öl austrete, sei das natürlich höchst ärgerlich.

Genau deshalb geht das Hanseschiff jetzt für etwa eine Woche auf die Werft. Sonntag findet noch eine Feier an Bord statt, dann starten die Kapitäne Dieter Baars und Peter Hecht gen Svendborg. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck, Eike Lehmann, fährt Bootsbaumeister Schmarje kommenden Dienstag dorthin.

Die Reise nach Dänemark wird voraussichtlich eine Woche dauern – vielleicht auch ein bisschen länger. Fest steht jedenfalls: Alle in der Zeit gebuchten Fahrten mit dem Lübecker Hanseschiff fallen aus. Auch zum Shantyfestival in Travemünde wird die Kraweel wohl noch nicht wieder zurück sein. Sicher ist hingegen: Bis zur Travemünder Woche, die am 21. Juli eröffnet wird, ist längst alles wieder gut auf der „Lisa von Lübeck“.

 Sabine Risch