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Lübeck Los geht’s: Drehbrückenplatz wird saniert
Lokales Lübeck Los geht’s: Drehbrückenplatz wird saniert
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11:36 07.07.2017
Der Drehbrückenplatz wird schick gemacht – trotz Bürgerentscheid. Dort gibt es keine Linden. Die Bäume (r.) werden neu gepflanzt. Quelle: Foto: Trüper, Gondesen, Partner
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Innenstadt

Den größten Batzen übernehmen Bund und Land. Die Stadt muss unterm Strich 980 000 Euro beisteuern. Und jetzt geht es ganz schnell: Im August starten die Bauarbeiten. Denn Ende 2018 muss alles fertig sein, sonst verfallen die Gelder von Bund und Land. Das heißt: Der Drehbrückenplatz wird gesperrt.

Für 7,6 Millionen Euro wird der Platz und auch ein Teil der Untertrave ab August umgebaut.

Vier Wochen lang soll er dicht sein, so die ursprüngliche Planung. Wann genau, ist unklar. Betroffen davon sind täglich 12 000 Autos. Ob die Untertrave nur in eine Richtung befahrbar sein wird? Dazu gibt es bislang keine Aussage vom Bereich Verkehr. Die Auswirkungen wären dabei erheblich, täglich fahren 18000 Autofahrer und 1000 Radler zwischen Dreh- und Hubbrücke.

„Ich bin so froh, dass es los geht“, sagt Welterbe-Beauftragte Christiane Koretzky. Sie hatte das Projekt maßgeblich vorangetrieben und vor allem die Fördertöpfe angezapft. Ursprünglich sollte die zwei Kilometer lange Untertrave komplett bis zur Holstentorstraße erneuert werden. Kosten: 15,6 Millionen Euro. Dafür hätten die Linden gefällt werden müssen. Eine Initiative von Baumfreunden machte mobil, organisierte einen Bürgerentscheid – und gewann. Damit war der Umbau der Untertrave passe. Jedenfalls in dem Abschnitt, in dem die 48 Winterlinden stehen.

Jetzt wird der lindenfreie Teil der Untertrave erneuert. An der bisherigen Planung wurde nichts geändert. Einzige Neuerung: ein Kiosk mit öffentlichen Toiletten. Das war ein Wunsch der Bürger. Und Koretzky hat die Verantwortlichen beim Bund überredet, dafür Geld locker zu machen. Außerdem: „Wir pflanzen fünf neue Bäume“, sagt Koretzky. Wer vom Drehbrückenplatz in die Untertrave einbiegt, der wird dort dann fünf neue Bäume vorfinden. Der große Baum an der Drehbrücke bleibt erhalten.

Der Platz wird das Herzstück der Frischzellenkur. Von dort gibt es freien Blick auf Drehbrücke, Rehderhäuschen, Media Docks und den Schuppen 6. Eine große Freitreppe führt direkt hinunter zum Wasser. Sie wird aus Beton gebaut, ist teils mit Holz versehen, so dass die Menschen dort sitzen und die Abendsonne genießen können. Außerdem wird sie barrierefrei gestaltet. Die „Fischhütte“ wurde bereits abgerissen. Um den Platz zur Straße abzugrenzen, werden dicke Quader aufgestellt wie es sie an der Obertrave bereits gibt. Außerdem wird es dort eine Fußgänger-Ampel geben.

Wer über die Drehbrücke kommt und in die Untertrave in Richtung Holstentor einbiegt, der fährt an dem neuen Kiosk vorbei. Er wird parallel zur Untertrave errichtet. Von dort aus werden fünf Bäume in Reihe gepflanzt und außerdem Bänke zum Verweilen aufgestellt. Wer in Richtung Hansemuseum abbiegt, dem werden die breiteren Bürgersteige vor den Häusern auffallen. Das Motto dahinter: Mehr Platz für Fußgänger, weniger für Autos. Dafür wird die Fahrbahn verengt. Der Bürgersteig an der Häuserseite wird hingegen verbreitert. Dort können Cafes und Restaurants Tische und Stühle rausstellen. Die Wasserseite indes bleibt wie sie ist.

Gestalterisch wird die Untertrave wie die Obertrave aussehen. Wenn die Arbeiten 2018 abgeschlossen sind, soll die zwei Kilometer lange Untertrave komplett neu aussehen. Sie geht von der Hubbrücke bis zur Holstentorstraße. Die beiden Enden wurden bereits vor Jahren erneuert. Einzig der Abschnitt vom Drehbrückenplatz bis zur Braunstraße bleibt so wie er jetzt ist. Denn dort stehen die Winterlinden und die Stadt ist zwei Jahre an den Bürgerentscheid gebunden. Ob der Bereich dann doch noch gestaltet wird, bleibt ungewiss.

Denn es gibt kein Geld dafür.

 Josephine von Zastrow

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