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Lübeck 28 neue Plätze für Reha-Klinik auf dem Priwall
Lokales Lübeck 28 neue Plätze für Reha-Klinik auf dem Priwall
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22:18 11.11.2018
So soll es nach der Fertigstellung einmal aussehen - der Anbau der Fachklinik „DO IT!“ auf dem Priwall. Quelle: Therapiehilfe
Travemünde

Seit 2005 behandelt die Rehabilitations-Fachklinik „DO IT!“ in der Jugendstilvilla an der Mecklenburger Landstraße Menschen mit Drogenproblemen.

Der Verein

Die Therapiehilfe e.V. gehört zum Therapiehilfeverbund, der seit mehr als 40 Jahren ambulante und stationäre Hilfsangebote für Menschen mit Sucht- und Lebensproblemen vorhält. In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen betreibt der Verbund als größter Anbieter in Norddeutschland an mehr als 50 Standorten unter anderem Beratungsstellen, Familienbüros, Wohngruppen, Tageskliniken und stationäre Einrichtungen. Im Leitbild des Therapiehilfeverbunds heißt es: „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen, die von sozialer Ausgrenzung, Suchtgefährdung oder -erkrankung oder anderen psychosozialen Problemlagen betroffen sind, beizutragen.“

Mit einem Anbau wird die Zahl der stationären Plätze von 42 auf 70 erhöht. Auch der Altbau soll saniert werden. Der Träger, die Therapiehilfe Hamburg, investiert auf dem Priwall mehrere Millionen Euro.

700 Quadratmeter

Vor zwei Monaten rollten die ersten Bagger auf dem Grundstück an der Ecke Mecklenburger Landstraße/Pötenitzer Weg. Die Baupläne sehen die Errichtung eines dreigeschossigen Gebäudes sowie eines direkt angrenzenden Hauses mit zwei Stockwerken vor. Der Trakt ist durch einen gläsernen Gang mit dem Altbau verbunden. Auf insgesamt etwa 700 Quadratmetern Fläche entstehen ein neuer Wohnbereich, Schulungsräume, Büros, Räume für sportliche Aktivitäten sowie der Aufnahmebereich. Im Juni 2019 soll alles fertig sein. Dann ziehen die Bewohner aus der Villa in den Neubau um. Anschließend wird der Altbau saniert. „Wir rechnen damit, dass wir im Frühjahr 2020 eine Vollbelegung haben“, sagen Klinik-Leiterin Viktoria Kerschl und der Leitende Arzt Bernd Kubannek.

67 Prozent Rückfallquote

Die 28 neuen stationären Plätze werden aus der Fachklinik Bokholt im Kreis Pinneberg, die ebenfalls von der Therapiehilfe betrieben wird, auf dem Priwall übernommen. „Wir haben also Planungssicherheit, weil es die Plätze bereits gibt“, betont Kerschl. Sorgen, dass die Plätze, die ausschließlich für drogenabhängige Frauen und Männer ab 18 Jahren vorgesehen sind, nicht alle belegt werden könnten, hat die Diplom-Psychologin nicht: „Die Klinik läuft gut, weil wir gute Arbeit leisten.“ Der Anteil der Patienten, die es nach erfolgter Therapie zurück in ein normales Leben schaffen, liege zurzeit bei 67 Prozent, im gesamten Durchschnitt bei 55 Prozent. „Das ist für Drogenabhängige eine gute Quote.“ „DO IT!“ ist bekannt für ein strenges Reglement. In der Orientierungsphase ist ein Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen nur eingeschränkt möglich. TV-Geräte sind auf den Zimmern nicht erlaubt. Ausgänge sind festen Regeln unterworfen. Ein Behandlungsabbruch seitens des Patienten kann eine Beendigung der Therapie zur Folge haben.

Zehn neue Mitarbeiter

Die Fachklinik auf dem Priwall beschäftigt 26 Mitarbeiter, darunter Therapeuten, Ärzte, Sozialarbeiter, Verwaltungskräfte und Handwerker. Nach Inbetriebnahme des Neubaus werden es zehn mehr sein. Für die Klinikleitung ist außer der Therapiearbeit auch der Kontakt zu den Einwohnern der Halbinsel von großer Bedeutung. „Wir haben einen sehr guten Draht etwa zur Gemeinschaft der Priwallbewohner, aber auch zu anderen Organisationen. Wenn der Verein seine jährliche Blaufahrt unternimmt, werden die Brötchen für die Veranstaltung bei uns in der Küche geschmiert“, freut sich Viktoria Kerschl.

Thomas Krohn

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