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Lübeck „Handwerk ist ein Lebensgefühl“
Lokales Lübeck „Handwerk ist ein Lebensgefühl“
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21:11 01.11.2018
Einschreibungsfeier der Lübecker Handwerkslehrlinge in der MuK, Maurerlehrling Kim-Lara Monsky aus Lübeck (17) schreibt sich in die Lehrlingsrolle ein. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Die Schornsteinfeger erkennt jeder an ihrer schwarzen Kluft. Maler und Zimmerleute sind auch gut zu identifizieren. Tischler, das wissen zumindest die Eingeweihten, tragen beige Arbeitshosen. Aber woran erkennt man eine Hörgeräteakustikerin? An diesem Abend jedenfalls nur an dem Schild, das sie hochhält, als sie in die MuK einzieht, als einzige ihres Fachs. Das Handwerk ist vielfältig. Das war eine wichtige Botschaft der Einschreibungsfeier für die Lübecker Auszubildenden in der Musik- und Kongresshalle. Mehrere Hundert Auszubildende waren der Einladung der Kreishandwerkerschaft gefolgt. Mit den Angehörigen bevölkerten an die 1000 Menschen das MuK-Foyer.

Kreishandwerksmeister Carsten Groth hält die Rede eines stolzen Handwerkers. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Zwischen einer angehenden Goldschmiedin und einem Kfz-Mechatroniker liegen Welten – und doch hießen Kreishandwerksmeister Carsten Groth und Handwerkskammerpräsident Günther Stapelfeldt sie alle gemeinsam willkommen. „Sie haben sich nicht nur für einen Beruf entschieden, sondern für ein Lebensgefühl“, sagte Stapelfeldt. „Und nicht nur für ein Lebensgefühl, sondern auch dafür, Teil einer großen Familie zu sein.“

Die neuen Auszubildenden des Lübecker Handwerks haben sich in der MuK feierlich in die Lehrlingsrolle eingetragen.

Zum ersten Mal fand diese Veranstaltung in der MuK statt – mit Unterstützung der Possehl-Stiftung. Die Jazz Combo des Katharineums und die TLC-Cheerleader untermalten das Programm. Vorn waren die Lehrlingsrollen – in Wahrheit gebundene Bücher – und die Innungsladen platziert. Viel Tradition, viele große Worte: „Das Handwerk lebt Werte wie Wahrhaftigkeit, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit und Respekt“, sagte Kreishandwerksmeister Carsten Groth.

Groth, der in Zimmermannskluft auftrat, wies auf die Wichtigkeit des Handwerks in allen alltäglichen Situationen hin. „Sehen Sie mich an: Mindestens drei Innungen waren an mir beschäftigt, damit ich so aussehe, wie ich aussehe: Friseure, modeschaffendes Handwerk, Schuhmacher. Und der Elektroniker sorgt dafür, dass Sie mich hier überhaupt verstehen können.“

Für die Führungskräfte der Lübecker Handwerkerschaft ist die Einschreibungsfeier aber weit mehr als nur Traditionspflege und Selbstvergewisserung. Denn der demografische Wandel trifft das Handwerk hart. „Das ist eine sehr positive Öffentlichkeitsarbeit“, sagte Kammerpräsident Günther Stapelfeldt den LN vor der Feier. Und die sei nötig. „Es gab Zeiten, da war die oberste Prämisse, dass alle jungen Menschen eine Ausbildung durchziehen. Jetzt ist es so, dass wir händeringend Auszubildende suchen.“ Ganz besonders gelte das für das Bau- und Ausbaugewerbe.

Neben der demografischen Entwicklung sieht Stapelfeldt eine Ursache auch in der Bildungspolitik der vergangenen 20 Jahre. „Da war der Maßstab immer die Abiturientenquote.“ Das ändere sich jetzt. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) prophezeite den Handwerkern eine gute Zukunft – auch aus Sicht der Stadtverwaltung: „Allein für 2019 planen wir Investitionen von über 100 Millionen Euro. Dass das nötig ist, merken Sie ja spätestens, wenn Sie auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb durch ein Schlagloch fahren.“

Hanno Kabel

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