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Lübeck HVV nur bis zum Hauptbahnhof
Lokales Lübeck HVV nur bis zum Hauptbahnhof
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14:21 26.09.2018
Tausende pendeln täglich mit der Bahn von Lübeck nach Hamburg. Der HVV-Tarif gilt aber erst ab Reinfeld. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Die Signale für einen HVV-Beitritt Lübecks stehen auf Rot. Doch damit wollen sich die Kommunalpolitiker nicht abfinden. Die Linken bringen eine kleine Lösung ins Gespräch – den HVV-Beitritt nur für die Schiene. Von Hamburg bis zum Lübecker Hauptbahnhof. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) hält das für einen „gangbaren Weg“, regt aber den HVV auf der Schiene bis nach Travemünde an.

Die Bürgerschaft hatte im September vergangenen Jahres beschlossen, dass die Verwaltung nach einem Weg für Lübeck in den HVV suchen und dabei die rechtlichen Bedingungen sowie die Kosten benennen soll. Ein Zwischenbericht der Verwaltung von Anfang September fiel ernüchternd aus. Die Verwaltung hatte Land, Kammern, Verbände und HVV befragt und überwiegend Ablehnung geerntet (LN berichteten). Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos) fasste jetzt im Hauptausschuss die Lage zusammen: „Auch beim HVV gibt es keine überströmende Freude über einen Beitritt Lübecks.“

Ragnar Lüttke (Linke), Mitglied der Bügerschaft, will die kleine Lösung. Quelle: Lutz Roeßler

„Das ganze Verfahren ist umständlich und dauert sehr lange“, sagt Linken-Fraktionschef Ragnar Lüttke. Denn ein HVV-Beitritt Lübecks würde auch den gesamten Busverkehr betreffen. Für Fahrgäste aus Bad Schwartau und Stockelsdorf beispielsweise würde sich eine neue Tarifgrenze auftun – sie müssten den SH-Tarif zahlen, während in Lübeck der HVV-Tarif bei den Bussen gelten würde. Ein HVV-Beitritt Lübecks würde die Hansestadt und das Land nach einer Studie von 2011 rund 4,7 Millionen Euro jährlich kosten. Der Kieler Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat auch schon einmal von fünf bis sechs Millionen gesprochen.

Die Linke schlägt deshalb in der Bürgerschaft am Donnerstag vor, dass zunächst einmal nur die Bahnstrecke von Reinfeld nach Lübeck in den HVV wechselt. „Rechtlich wäre das möglich“, erklärt Dennis Fiedel, Sprecher der landesweiten Verkehrsgesellschaft Nah SH, „verkehrlich wäre das fragwürdig, weil dann die Busfahrt in Lübeck nicht mehr im Ticket enthalten wäre.“ Nah SH unterstützt die Idee nicht, „weil wir neue Tarifgrenzen in Lübeck nicht sinnvoll finden und das knappe Geld lieber in bessere Nahverkehrsangebote investieren wollen.“

Thosten Fürter (Grüne), Mitglied der Bürgerschaft, fordert eine zügige Entscheidung. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sieht in dem rein schienengebundenen Anschluss an den HVV einen „gangbaren Weg“. Über die Ausweitung auf den Busverkehr könne man später diskutieren. „Das ist besser als nichts“, sagt Detlev Stolzenberg (Unabhängige), zumal Land, Stadt und Verkehrsgesellschaft den Bau einer weiteren Haltestelle in Moisling auf der Strecke beschlossen haben. Die Pendler von und nach Moisling würden dann ebenfalls in den Genuss der billigeren HVV-Tickets kommen.

Lindenaus Finanzierungsvorschlag

Die Grünen drücken auf’s Tempo. Die geringeren HVV-Tarife böten die Chance, dass mehr Lübecker vom Auto auf die Bahn umsteigen, erklärt Bürgerschaftsmitglied Thorsten Fürter. Die Stadt müsse endlich beschließen, dafür Geld bereitzustellen. Fürter: „Das Land greift nur in die Tasche, wenn Lübeck auch etwas beisteuert.“ Und bei der ablehnenden Haltung der Landesregierung sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, verweist der Grünen-Politiker auf die Finanzministerin aus seiner Partei.

Bürgermeister Lindenau machte den Politikern im Hauptausschuss klar, dass er eine Finanzierung für den HVV-Beitritt suchen würde, wenn er den Auftrag bekäme. Und fügte gleich einen Finanzierungsvorschlag hinzu. Die Politiker sollten auf die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge verzichten, also die Bürger für den Aus- und Umbau von Straßen weiterhin zur Kasse bitten. Lindenau: „Das wäre ungefähr der Betrag, den wir für den HVV-Beitritt bräuchten.“

Kai Dordowsky

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