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Lübeck Lübeck Jahresrückblick 2012
Lokales Lübeck Lübeck Jahresrückblick 2012
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00:00 29.12.2012
Gastronom und Politiker: Hans-Lothar Fauth. Quelle: Jelonnek
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Flughafen: Die Rettung kommt aus dem Orient

Am 29. November um 20.10 Uhr verkauft die Bürgerschaft den Airport an den deutsch-ägyptischen Investor Mohamad Rady Amar und sichert dem finanziell angeschlagenen Flughafen kurz vor dem Toresschluss das Überleben. Ab 1. Januar 2013 hätte es kein Geld mehr von der Stadt gegeben. Amar hat große Pläne mit dem Flughafen – und das Geld eines saudi-arabischen Gesellschafters und Geldgebers im Rücken.

Lange hat es nicht nach einem harmonischen Ende ausgesehen. Im Januar enthüllt Airport-Chef Prof. Jürgen Friedel seinen strikten Sparkurs, mit dem er den Betrieb in acht Jahren auf eine schwarze Null bringen will. Ein ehrgeiziger Plan, denn der Airport macht über sechs Millionen Euro Defizit im Jahr. Bis zu 50 von rund 100 Jobs will Friedel abbauen – den Großteil in den ersten beiden Jahren der Schlankheitskur. Die Belegschaft signalisiert, dass sie den harten Kurs mitfahren wolle. „Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Torsten Hülse.

Große Hoffnungen setzen die Lübecker auf den Hamburger Flughafen. Doch die Führungscrew des großen Nachbarn macht auf einem Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck klar, dass Hamburg erst ab 2030 neue Kapazitäten brauche. Anfang April unterzeichnen die beiden ungleichen Airports einen Kooperationsvertrag, der den Austausch von Knowhow und Personal vorsieht. Das aber rettet den Lübecker Flughafen nicht.

Ende Januar erklärt der SPD-Spitzenkandidat und spätere Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bei einer Veranstaltung in Lübeck, dass es von ihm keine weitere Unterstützung für Regionalflughäfen wie Lübeck gebe. „Unsere Kommunen brauchen keinen Flughafen“, sagt Albig. Wenig hilfreich ist einige Monate später der bizarre Auftritt des Ryanair-Chefs Michael O’Leary. Der hemdsärmelige Unternehmer fliegt in Blankensee ein, um wortreich über die „nordkoreanischen Kommunisten“ der europäischen Kommission zu schimpfen. Die EU untersucht unter anderem in Lübeck, ob Flughäfen dem irischen Billigflieger illegale Subventionen zukommen lassen, damit O’Leary seine Maschinen auf die kleinen Airports steuert. Neue Linien oder gar die so sehnlichst erwartete Ryanair-Basis hat der Chef der größten europäischen Fluggesellschaft nicht im Gepäck.

Im August tritt eine weitere schillernde Persönlichkeit auf die Bühne. Prof. Winfried Stöcker, Chef des Labordiagnostika-Herstellers Euroimmun, droht mit Konsequenzen, sollte der Flughafen Lübeck abgewickelt werden. „Dann werden wir den Schwerpunkt unserer Neuinvestitionen nach Sachsen verlagern“, erklärt Stöcker in einem Brief an Landes- und Kommunalpolitiker. Stöcker ist auch der erste, der sich als Bewerber für den Flughafen öffentlich outet.

Am 24. September endet eine europaweite Suche nach einem Investor für den Airport. Was kaum einer für möglich gehalten hätte: Sechs Unternehmen bemühen sich um den Betrieb in Blankensee. Drei Wochen später hinterlegen fünf der sechs Bieter ein verbindliches Angebot bei der Hansestadt. Eine Woche vor der Bürgerschaftssitzung, auf der der Airport verkauft wird, geht Stöcker in die Offensive und präsentiert seine Partner – das Ehepaar von Bismarck. Parallel legt ein Düsseldorfer Bewerber seine Vorzüge offen. Doch Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hat sich bereits entschieden. Der Verwaltungschef hat sich auf das Angebot von Mohamad Rady Amar festgelegt. „Er hat das günstigste Angebot vorgelegt“, sagt Saxe.

Kurz vor der Bürgerschaftssitzung fordern Grüne und Linke eine Verschiebung der Entscheidung. Doch die Mehrheit aus SPD, CDU, FDP, Freien Wählern, BfL und FUL stimmt für Amar. dor

Lübeck auf Sparkurs

Lübeck entscheidet sich zum Sparen. Am 29. November beschließt die Bürgerschaft das Ja zum Schuldenfonds des Landes – und verordnet sich damit selbst einen sieben Jahre währenden Sparkurs. Die Stadt schließt einen Vertrag mit dem Land und verpflichtet sich darin zu einem jährlichen Streichkonzert in Millionenhöhe bis 2018. Im Durchschnitt muss die Stadt 4,1 Millionen Euro pro Jahr sparen. Dafür bekommt sie jährlich 19,1 Millionen Euro, um ihre Schulden abzubauen – in sieben Jahren rund 130 Millionen Euro. Dafür muss Lübeck insgesamt 28,7 Millionen Euro einsparen. Denn die Stadt schiebt einen Schuldenberg von 1,3 Milliarden Euro vor sich her – und jedes Jahr kommt ein weiteres Millionen-Defizit hinzu. 2012 knapp 60 Millionen Euro.

Dass der eingeschlagene Weg steinig wird, zeigt die Spardebatte des letzten Jahres. Das rot-rot-grüne Rathausbündnis zerbricht daran. Den drei Parteien gelingt es nicht, einen gemeinsamen Haushalt aufzustellen, denn die Linken wollen den Sparkurs nicht mittragen. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) plant, Freibäder zu schließen, Museen dicht zumachen, auf Stadtteilbibliotheken zu verzichten und Stadtteilbüros abzuschaffen. Auch die beiden Jugendzentren in der Altstadt sollen zusammengelegt werden.

Aber auch Saxes eigene Partei, die SPD, will nicht alles mitmachen – und streicht Saxes Streichliste gehörig zusammen. Am Ende bleibt nicht viel davon übrig. Aber durch den gelungenen Verkauf des Flughafens spart die Stadt jährlich 2,4 Millionen Euro und wiegt die gestrichenen Sparvorschläge wieder auf. Und weil die SPD dem Airport-Verkauf zustimmt, beschließt die CDU dann auch den Haushalt mit der SPD. jvz

Kritik an der Busreform reißt nicht ab

Der Stadtverkehr hat sie angekündigt als „größte Busreform seit 1995“, letztlich fällt sie aber kleiner aus als geplant – und wird bis zum Jahresende mehrmals nachjustiert. Das Ziel sind 1,25 Millionen gefahrene Kilometer weniger und damit gesparte 2,5 Millionen Euro jährlich. Insgesamt 800 000 Euro gibt der Stadtverkehr für die Busreform aus, umfangreiche Fahrgastanalysen werden im Vorfeld erhoben. Geschäftsführer Willi Nibbe nennt die Grundversorgung für Lübeck „gesichert“. Anwohner, Schüler und Gewerbetreibende sehen es anders: Gemeinsam mit dem Start der Liniennetzoptimierung am 10. Juni rollt die stadtweite Protestwelle an.

Beidendorf, Vorrade und Wulfsdorf fühlen sich durch den Wegfall stündlicher Fahrten abgehängt, die Tour durch das Kücknitzer Wohngebiet entlang der Silberstraße wird gestrichen. Im Quartier rund um die Sudetenstraße (St. Jürgen) reduziert sich der Bustakt von 30 auf 60 Minuten. Mitunter passen mittags nicht einmal alle Schüler in die Busse und müssen auf den nächsten warten. Im Gewerbegebiet Roggenhorst erreichen viele Arbeiter die Betriebe nicht mehr rechtzeitig, um pünktlich zur Schicht zu sein. Bis Ende August gehen 300 Beschwerden beim Stadtverkehr ein.

Besserung kommt erst mit dem Ende der Herbstferien: Auf einigen Strecken werden größere Busse eingesetzt, auf manchen Schullinien verkehren zusätzliche Fahrzeuge, im Gewerbegebiet Roggenhorst wird bereits im Sommer eine frühmorgendliche Verbindung eingerichtet. In Kücknitz wird das Umsteigen einfacher für die Anwohner der Silberstraße. „Es ist ein Spagat, auf die Wünsche der Kunden einzugehen und trotzdem das Spardiktat der Bürgerschaft einzuhalten“, sagt Gerlinde Zielke vom Stadtverkehr. Die Optimierung der Liniennetzreform wird mit zusätzlichen 500 000 Euro veranschlagt. Anfang Dezember bessern die Verkehrsbetriebe zum bisher letzten Mal nach und passen die Mitternachtsfahrt an den Winterfahrplan der Bahn an.pah

Ikea: Abriss, Otter und eine Klage

Der schwedische Möbelriese sorgt 2012 in der Hansestadt für viele Schlagzeilen – obwohl man in Lübeck noch kein einziges Billy-Regal kaufen kann. Anfang des Jahres startet der Abriss auf dem 190 000 Quadratmeter großen Gelände in Dänischburg, das ehemals Villeroy & Boch gehörte. Dort werden 109 Hallen dem Erdboden gleich gemacht, 100 000 Kubikmeter Beton und Ziegel abgebrochen, 95 000 Quadratmeter Dachpappe heruntergeholt und 19 000 Quadratmeter Wellasbestzementplatten gesichert.

Anfang 2013 soll mit dem Bau des Einrichtungshauses und des Einkaufszentrums begonnen werden. Daran ändert auch der Fischotter nichts, der durch Bau eines geplanten Cafés an der Trave gefährdet wird. Ikea will seine Pläne dem Otter jetzt noch einmal anpassen. Im September reicht die Nachbargemeinde Bad Schwartau Klage gegen den Bau des Einkaufszentrums ein: Die Schweden aber bleiben gelassen. Die Schwartauer fürchten um ihre City, wenn nur vier Kilometer entfernt ein Einkaufsparadies mit 60 000 Quadratmeter Fläche entsteht. Ende 2013 soll das Ikea-Möbelhauses eröffnen, Anfang 2014 folgt das Einkaufszentrum. Außerdem entsteht auf dem Areal ein Bau- und Gartenmarkt. Ikea investiert 120 Millionen Euro, 400 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. jvz

Stern Nummer drei

Er ist gerade einmal 35 Jahre alt und schon ganz oben am Sternenhimmel: Kevin Fehling, Küchenchef des „La Belle Epoque“ im Columbia Hotel Travemünde. Vom bürgerlichen Restaurant in Delmenhorst bei Bremen hat er es binnen weniger Jahre an die Weltspitze geschafft.

Begabung, Disziplin und Ehrgeiz zeichnen Kevin Fehling aus, der mit 23 Jahren Küchenchef auf der „MS Deutschland“ war, mit 27 den ersten Stern nach Travemünde holte, mit 33 den zweiten – und kürzlich den dritten. Sein Ziel: „Täglich besser zu werden, noch präziser zu arbeiten.“ Fast täglich sitzt er im leeren Restaurant mit Blick auf die Ostsee und ersinnt neue Kompositionen, wobei er oft seiner Fantasie freien Lauf lässt.

Gourmets aus ganz Deutschland und Europa, so die Hoffnung, werden nun nach Travemünde pilgern, um die Kreationen des jungen Küchenchefs zu kosten. „Ich bin stolz auf Kevin Fehling“, sagt Kurdirektor Uwe Kirchhoff, und auch die LTM sieht Stern Nummer drei als Gewinn. sr

Ein Jahr lang Mittelpunkt der Forscherwelt

Es ist Freitag, der 13. – kein schönes Datum für Abergläubige – aber für Wissenschaftler natürlich kein Problem. Mit einer farbenfrohen und faszinierenden Inszenierung eröffnet Lübeck im Januar in St. Marien sein Jahr als „Stadt der Wissenschaft“. Vor den Augen von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Arend Oetker, Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, der den Titel „Stadt der Wissenschaft“ vergeben hat, wird eine spektakuläre Wissenschaftsshow geboten. Bis auf den letzten Platz ist das illuminierte Kirchenschiff gefüllt.

Der Lübecker Wissenschaftspfad mit seinen zehn Experimentierstationen – vom Chaospendel bis zur Windorgel –, der sich quer über die Altstadtinsel zieht, ist bereits aufgebaut. Er soll vor allem naturwissenschaftliche Phänomene in das kulturwissenschaftlich geprägte Umfeld des Weltkulturerbes bringen. Aber nicht nur in die Innenstadt, sondern auch in die zehn Stadtteile der Hansestadt sollen Wissenschaft ausstrahlen. Deshalb wird von Februar bis November jeweils in einem anderen Stadtteil ein großes Experimentiergerät feierlich eingeweiht.

Los geht es bei frostigen Temperaturen in St. Lorenz Süd; am 4. Februar wird mit einem großen Forschungsfest am Hansering die Pixelwand an die Bürger übergeben. Danach stellt ab März die Camera Obscura fortan St. Gertrud auf den Kopf; ab Mitte April wird Moisling durch eine Riesenwippe bereichert, und im Mai baut das Wissenschaftsmanagement für St. Jürgen einen Wasserstrudel auf.

Mit dem Wissenschaftssommer vom 2. bis zum 6. Juni erlebt die „Stadt der Wissenschaft“ dann einen Höhepunkt im Titeljahr. Auf dem Markt stehen Forscherzelte und Bühne, im Rathaus gibt es Puppentheater und Wissenschaft live. Der Dortmunder Physik- und Fußball-Professor Metin Tolan klärt über die Kunst des richtigen Torschusses auf. Die „Nacht der Labore“ lädt an 27 Orten von der Uni-Anatomie bis zum Lebensmittel-Labor zu einer Entdeckungsreise ein.

Dann geht es wieder in die Stadtteile: Nacheinander macht „Wissenschaft on Tour“ im Monatsintervall Station in Travemünde, Kücknitz und Buntekuh. Anfang September kommt sogar Ministerpräsident Torsten Albig zum Einweihungsfest nach Schlutup. Dort feiern an die 10 000 Besucher gleichermaßen auch ihren neu gestalteten Marktplatz. Mitte des Monats wird es dann maritim – die Inszenierung des Mottos „Hanse trifft Humboldt“ hätte nicht besser sein können. Der Großsegler „Alexander von Humboldt II“ besucht Travemünde. Nach seiner Begrüßung durch eine sehenswerte Einlaufparade liegt der imposante Dreimaster für vier Tage am Ostpreußenkai, wo gleichzeitig im Kreuzfahrtterminal ein Wissenschafts-Info- Parcours aufgebaut ist.

Nachdem dann noch St. Lorenz Nord und die Innenstadt mit jeweils einem Experimentiergerät versorgt werden, geht es auf die Zielgerade. In der MuK wird am 14. Dezember klang- und kraftvoll die „Zwischenlandung“ gefeiert. In der Jahresbilanz stehen schließlich 250 000 Besucher, die rund 350 Veranstaltungen zu wissenschaftlichen Themen erlebt haben. Michael Hollinde

Zeitenwende: Uhren abgebaut

Und plötzlich sind sie weg: Weil die Stadt den Werbepartner wechselt, sind die Uhren aus Lübeck verschwunden. Genau 43 Werbe-Uhren baut das Kölner Unternehmen Ströer in der Hansestadt ab. Zumeist standen sie auf roten oder blauen Säulen. Die älteste am Lohmühlenteller stammte von 1967, die jüngste im Travemünder Kurpark von 2011. Im März startet der große Zeitanzeiger-Abbau – und damit auch der Protest der Lübecker. Das Ende der Werbe-Uhren in der Hansestadt wollen die Bürger nicht hinnehmen – und deshalb verhandelt die Stadt nach. Das Ergebnis: Der neue Werbepartner, die Wall AG, stellt im Herbst 15 neue Uhren auf. In der Nähe des Holstentores, des Kohlmarktes, in der Beckergrube, am Lindenteller und an der Untertrave stehen moderne Solo-Uhren. Daneben gibt es weitere Uhren, die in die neuen Litfaßsäulen integriert sind. Der Vertrag mit der Wall AG läuft 15 Jahre. Sie zahlt der Stadt insgesamt 15,17 Millionen Euro, die Sonderkontingente für Eigenwerbung belaufen sich auf 15 Jahre hochgerechnet zwischen 4,5 und 7,5 Millionen Euro. jvz

Neue Symbiose: Hansemuseum und Burgkloster

Seit Monaten wird unterhalb des Burgklosters kräftig gebuddelt und gebaut. Der alte Bunker ist verschwunden, und Archäologen sind akribisch auf der Suche nach Lübecks Ursprung. Bald wird dort das Europäische Hansemuseum stehen, verknüpft mit dem Burgkloster. Es soll spätestens Anfang 2014 eröffnet werden, wenige Monate vor dem Hansetag in Lübeck.

Die Gesamtkosten für das Museumsprojekt betragen 27 Millionen Euro. Der Löwenanteil kommt mit 17,6 Millionen Euro von der Lübecker Possehl-Stiftung, mit maximal 9,4 Millionen Euro unterstützt das Zukunftsprogramm Wirtschaft des Europäischen Fonds für regionale Wirtschaft das Projekt. Das Museum ist ein Kraftakt: Historiker, Kunsthistoriker und Archäologen aus Lübeck, Nowgorod, Brügge, Bergen und London arbeiten gemeinsam mit Architekten und Designern des Hamburger „Studio Andreas Heller“ am Konzept für das Europäische Hansemuseum. „Wir wollen die Geschichte der Hanse im Mittelalter an Fragestellungen von heute anknüpfen“, sagt die Kunsthistorikerin Marina Eismann. Zum Beispiel: Chancen der Globalisierung. Was heute die Welt beschäftigt, hat die Hanse 600 Jahre lang vorgelebt.

An Entwürfen für das Hansemuseum arbeitet man in Lübeck bereits seit zwölf Jahren. Seither wurden eine Fülle von Gesprächen mit Historikern, Archäologen und Denkmalpflegern geführt und „Schlüsselereignisse“ ausgewählt, die die Hansegeschichte geprägt haben. Die Wissenschaftler wollen nach den Worten des wissenschaftlichen Leiters des Hansemuseums, Prof. Rolf Hammel-Kiesow, „ein neues Bild der Hanse zeichnen“. Und das ist eine Sisyphos-Arbeit. Denn es gibt Tausende von historischen Schriften über die Hanse. Die Hanse ist so aktuell wie lange nicht mehr. Zurzeit gehören der Hanse 182 Mitgliedsstädte an, in absehbarer Zeit sollen es wieder 225 sein. tt

Lübeck trauert um Hans-Lothar Fauth

Der gebürtige Danziger und Ehrenbürger seiner Heimatstadt, der gläubige Katholik, CDU-Kommunalpolitiker, DRK-Kreisvorsitzende und nicht zuletzt „König der Nacht“ als Betreiber des legendären „Café Fauth“ schließt am 8. Januar in der Lübecker Uniklinik seine Augen für immer.

„Er ist ein Verlust für die Stadt und mich persönlich“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), den Hans-Lothar Fauth – obgleich CDU-Mann – im Bürgermeisterwahlkampf noch offen unterstützt hatte. „Eine Persönlichkeit, die immer für eine Überraschung gut war.“

Fauth, nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges überzeugter Demokrat und Pazifist, gründet den „Bund Europäischer Jugend“. Er ist zeitlebens ein Querdenker, wie viele sagen und seine Familie – Ehefrau Nanny, Sohn Nanno und Tochter Flavia – oft zu spüren bekommen hat.

Zur Trauerfeier kommen Menschen aus allen Gesellschaftsbereichen in die Herz-Jesu-Kirche. Und Menschen von weither, wie Bogdan Oleszek, Vorsitzender des Danziger Stadtrates. Fauth habe viel getan für seine Heimatstadt. Und Lübeck ist um eine facettenreiche Persönlichkeit ärmer. sr

LN

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