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Lübeck Neuer Drogentreff neben dem Johanneum?
Lokales Lübeck Neuer Drogentreff neben dem Johanneum?
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00:00 09.09.2018
Der Park zwischen Johanneum und Kanalstraße wurde 1994 angelegt und heißt mit vollem Namen „Baobab-Park für Völkerfreundschaft und Solidarität“. Quelle: Agentur 54°
Innenstadt

In einem Schreiben an die Eltern des Johanneums berichtet die Schulleitung von einer „unschönen Entwicklung“. Im Baobab-Park zwischen Schule und Kanalstraße würden vermehrt Alkohol und Drogen konsumiert“, heißt es in dem Schreiben. Die Eltern sollen mit ihren Kindern sprechen. Die Kinder sollen sich von den Abhängigen fernhalten und Spitzen, Nadeln sowie Besteck auf keinen Fall anfassen. Die Schule vermutet einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung, den vermehrten Polizeikontrollen am Drogentreff Krähenteich sowie der Eröffnung der Obdachlosenunterkunft in der Dr.Julius-Leber-Straße.

„Wir unterstellen keinem Obdachlosen, dass er Drogen konsumiert“, sagt Schulleiter Michael Janneck. Auch ein Zusammenhang mit dem Kontrolldruck am Krähenteich sei nur eine Vermutung. „Wir beobachten aber verstärkt, dass sich alkoholisierte Menschen in dem Bereich aufhalten und sich Personen bis auf das Schulgelände begeben, um Drogen zu konsumieren“, erklärt der Schulleiter. Auf dem Schulgelände seien Spritzen und Nadeln gefunden worden. Das sei eine neue Entwicklung, die sich im Laufe des Jahres verschärft habe.

Im Mai dieses Jahres eröffnete die Vorwerker Diakonie eine Obdachlosenunterkunft im Gebäude am Ende der Dr.Julius-Leber-Straße mit gut 40 Plätzen. Ende Juli verschärfte sich die Lage am Drogentreff Krähenteich. Um Dealern das Handwerk zu legen, wurde eine Toilette abgebaut. Seit Monaten schon hat die Polizei ihre Kontrollen intensiviert. Polizei, Awo-Drogenhilfe und die Vorwerker Diakonie haben die Lage im Baobab-Park überprüft – und können keine neue Szene entdecken.

„Wir können bisher nicht sehen, dass Süchtige vom Krähenteich abwandern auf das besagte Gelände“, erklärt Karin Mechnich, Leiterin der Awo-Drogenhilfe. Es gebe dort eine Gruppe junger Menschen, die sich dort immer wieder treffen und auch ab und an Alkohol dabei hätten. Mechnich: „Sie sind allerdings keine Besucher des Krähenteichs und wir haben bisher keine Indizien, dass dort Drogen beziehungsweise auch Alkohol in größeren Mengen konsumiert werden.“

 „Dort entsteht keine neue Szene“, betont ein Polizeisprecher, „die polizeilichen Maßnahmen am Krähenteich haben keine negativen Auswirkungen auf den Baobab-Park. Süchtige werden nicht dorthin verdrängt.“ Die Beamten hätten einen Blick auf sämtliche Grün- und Freizeitflächen in der Innenstadt, um zu verhindern, „dass sich weitere problematische Aufenthaltsorte für Drogen- oder Alkoholkonsumenten bilden.“ Im Park würden regelmäßig Polizeistreifen laufen.

Die Vorwerker Diakonie, die das Obdachlosenheim betreut, wurde von der Polizei und dem Bereich Soziale Sicherung der Stadt über die Sorgen des Johanneums informiert. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass die Bewohner des Hauses sich in großer Zahl im Park aufhalten“, erklärt Lutz Regenberg, Sprecher der Vorwerker Diakonie, „auch gibt es keine Erkenntnisse zu hartem Konsum der Bewohner. Dass sich Einzelne dort aufhalten ist natürlich genauso wenig auszuschließen wie der Konsum von Drogen durch einzelne Bewohner der Notunterkunft.“ Die Vorwerker Diakonie hat einen Gesprächstermin mit der Schulleitung vereinbart.

Kai Dordowsky

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