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Lübeck Die Dose für den Notfall
Lokales Lübeck Die Dose für den Notfall
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18:34 09.01.2019
Kerstin Behrendt, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbands Lübeck, mit der Notfalldose, die im Kühlschrank aufbewahrt werden soll. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Rettungssanitäter rennen in die Wohnung, eine alte Frau liegt am Boden und ist nicht mehr ansprechbar: Mit solchen Situationen ist der Rettungsdienst immer wieder konfrontiert. Manchmal verlieren sie dann wertvolle Zeit, um herauszufinden, was bei der ersten Behandlung zu beachten ist. In Zukunft gibt es dagegen in Lübeck ein Mittel: An der Innenseite der Wohnungstür haftet ein grüner Aufkleber. „Notfalldose in der KühlschrankTÜR“ steht darauf. In der kleinen, grünen Plastikdose finden die Retter ein Faltblatt, auf dem steht, was sie sofort über die Patientin wissen müssen – darunter Angaben zu Blutgruppe, Krankheiten, Muttersprache, Hausarzt, Medikamenten, Impfungen.

„Einen Kühlschrank hat jeder“

Die Awo, der Kirchenkreis und die Caritas haben sich zusammengetan, um die Notfalldose in Lübeck zu etablieren. 2500 Stück haben sie zusammen angeschafft. 3000 Euro hat die Brockensammlung Lübeck beigesteuert, den Rest tragen die Verbände. Gegen eine Schutzgebühr von einem Euro werden die Dosen abgegeben. Sie sollen unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden – nicht, weil der Inhalt verderblich wäre, sondern damit die Rettungskräfte sie gleich finden. „Einen Kühlschrank hat jeder Haushalt“, erklärt Kerstin Behrendt, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbands, „und jeder weiß, wo er normalerweise steht.“

Immer mehr alleinlebende Senioren

Die Haupt-Zielgruppe für die Verbreitung der Notfalldose sind allein lebende, vor allem ältere Menschen – deren Anteil an der Bevölkerung stetig wächst, und die häufiger als andere auf den Rettungsdienst angewiesen sind. „Wir wollen ja auch möglichst lange den Verbleib im eigenen Wohnraum fördern“, sagt Behrendt. Aber auch für andere, zum Beispiel allein erziehende Mütter, sei die Notfalldose gut geeignet.

Abgabestellen

Ab Montag, 14. Januar, gibt es die Notfalldose gegen eine Schutzgebühr von einem Euro bei der Awo (Geschäftsstelle Große Burgstraße 51); bei den Awo-Treffs Roter Hahn, Schlutup, Buntekuh und Eichholz; in den Seniorenbegegnungsstätten Wilhelmine Possehl, St. Lorenz (Travemünde), St. Johannis (Kücknitz) und Caritas (Parade); in der Kanzlei des Kirchenkreises (Bäckerstraße 3-5); in der Caritas-Regionalstelle (Fegefeuer); bei der Brockensammlung (Steinrader Weg 7) und im Seniorentreff am Koberg.

„Wir haben definitiv eine Zunahme pro Jahr an Rettungseinsätzen“, sagt der Feuerwehrmann Simon Bornmann, Leiter des Rettungsdienstes in Lübeck. Die meisten davon seien internistische Einsätze – das heißt, die Ursache des Notfalls ist nicht auf den ersten Blick sichtbar. Die in der Notfalldose enthaltenen Informationen, sagt Bornmann, könnten in solchen Fällen helfen, eine erste Diagnose zu stellen.

Hanno Kabel

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