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Lokales Lübeck Lübeck: Polizei nimmt Trucker ins Visier
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00:00 17.11.2011
Vanessa Landschoof und Klaus Dietz haben gestern mit ihren Kollegen eine Großkontrolle am Skandinavienkai durchgeführt. Vier Fahrer mit Werten zwischen 0,5 und 0,85 Promille wurden erwischt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Kurz hinter der Fähre ist die Fahrt auch schon wieder vorbei. Mit einem Handzeichen winkt Jörn Madsen den lettischen Lkw heran. Doch der Fahrer – leicht bekleidet im Achselshirt – nimmt die Unterbrechung mit Humor und lacht den Polizisten freundlich an, als der sein Atemalkoholtestgerät zückt. Zusammen mit seinen Kollegen des Polizeiautobahnreviers Scharbeutz, des Bezirksreviers Lübeck, vom Zoll und weiteren Spezialisten hat der Hauptkommissar gestern eine Großkontrolle am Skandinavienkai durchgeführt.

Die Beamten kontrollieren am Morgen zunächst schwerpunktmäßig, ob sich die Lkw-Fahrer nach der nächtlichen Fährüberfahrt aus Schweden und Lettland alkoholisiert hinters Steuer gesetzt haben. „Das machen wir so hier hinter der Fähre das erste Mal“, sagt Madsen. Am Nachmittag liegt der Schwerpunkt der Kontrolle auf den Sozialvorschriften wie Lenk- und Ruhezeiten und der Ladungssicherung. Lkw-Kontrollen gehören zum Alltag der Autobahnpolizisten. Zweimal im Monat würden sie diese größeren Überprüfungen durchführen, sagt Madsen.

Der stellvertretende Revierleiter und seine Kollegen haben an diesem kalten Novembermorgen gut zu tun, drei Fähren aus Malmö, Trelleborg und Liepaja sind gerade in Travemünde angekommen. Die Polizisten kommen mit den Kontrollen kaum hinterher, von 400 Fahrzeugen überprüfen sie aber immerhin 150. Vier Fahrer aus Russland, Estland, Lettland und Litauen müssen erst einmal einen längeren Stopp einlegen. Bei ihnen werden Werte zwischen 0,5 und 0,85 Promille festgestellt.

Auf der Wache in Scharbeutz wird dieser Wert noch einmal mit einem gerichtsfesten Testgerät überprüft. Der Russe hat Glück, er ist inzwischen unter der Grenze von 0,5 Promille. Nachdem die anderen drei Alkoholsünder eine Sicherheitsleistung von 1000 Euro hinterlegt haben und ausgenüchtert sind, dürfen sie weiterfahren.

Der fröhliche Lette kann seine Fahrt schneller wieder fortsetzen. 0,0 Promille zeigt das Handgerät von Jörn Madsen an. Ein estnischer Fahrer muss erst gar nicht anhalten, lächelnd präsentiert er dem Polizisten sein Mundstück – er wurde bereits kontrolliert. Der Fahrer eines lettischen Lkw wird zwar angehalten, pusten muss er jedoch nicht. „Das ist ein Erfahrungsschatz“, sagt Polizist Klaus Dietz. „Man sieht ihm in die Augen, guckt, wie er sich gibt.“

Beim prüfenden Blick auf die Bremsen eines lettischen Lkw entdecken Marcus Schmahl und sein Kollege Jochen Gerken vom Fachdienst Gefahrengut-Fahrpersonal- Technik (GFT) aus Neumünster ein paar Stunden später nichts Gutes. Auf beiden Seiten sind die Scheiben gerissen. Außerdem ist ein Reifen durch. Für den Fahrer und seinen Truck ist die Reise am Skandinavienkai vorbei. Diese gravierenden Mängel müssen erst einmal behoben werden, bevor der Lkw wieder auf die Straße darf. Der Mann hat zudem einige Lücken bei seinen Lenk- und Ruhezeiten und muss deshalb eine Sicherheitsleistung von 1000 Euro zahlen. Günstiger kommt ein Litauer davon. Er muss für die mangelhafte Ladungssicherung seines Anhängers 70 Euro zahlen. Der Litauer hatte seinen in England gekauften Saab nur mit einem einfachen Spanngurt auf seinem Anhänger befestigt. „Damit kann man ein Sofa sichern, aber kein Auto“, sagt Kay Kastner von der Autobahnpolizei Scharbeutz.

70 Lkw haben er und seine Kollegen bis zum Abend kontrolliert. Bei 25 Truckern wurden Lenkzeitverstöße registriert, es gab sieben Verstöße bei der Ladungssicherung, vier Lkw durften nicht weiterfahren. Außerdem stellten die Beamten acht Geschwindigkeitsverstöße, drei technische Mängel sowie einen Verstoß gegen das Gefahrgutrecht und einen manipulierten Tacho fest. 15 Fahrer mussten Sicherheitsleistungen hinterlegen. „Das ist eine hohe Beanstandungsquote“, sagt Madsen, der mit der Kontrolle zufrieden ist. „Das sollten wir noch einmal wiederholen.“

Julia Konerding

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